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Queerer Redakteur erschossen Tödliche Schüsse bei Sorgerechtsstreit in Kalifornien

Von ms - 30.09.2026 - 13:00 Uhr
Queerer Redakteur erschossen
Foto: Facebook / Jonathan McKinsey
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Ein Redaktionsmitarbeiter der Spieleabteilung der New York Times ist im US-Bundesstaat Kalifornien erschossen worden – wenige Tage vor einer geplanten Anhörung in einem erbitterten Sorgerechtsstreit mit seiner getrennt lebenden Ehefrau. Die Polizei nahm die Schwiegereltern des trans* Mannes unter Mordverdacht fest. Ein Motiv für die Tat wurde bislang nicht öffentlich festgestellt.

Das Wichtigste im Überblick

  • Jonathan McKinsey, ein trans* Mitarbeiter der New York Times, wurde im kalifornischen Dublin erschossen.
  • Seine Schwiegereltern Shouyong Zhang und Shili Chen wurden wegen des Verdachts auf Mord und Verschwörung festgenommen.
  • Zeugen zufolge sollen beide auf McKinsey geschossen haben. Die Polizei hat bislang kein Motiv öffentlich erklärt.
  • Für diesen Freitag war eine Anhörung im erbitterten Sorgerechtsstreit zwischen McKinsey und seiner getrennt lebenden Ehefrau Candice Jang vorgesehen.
  • Beide Elternteile erhoben vor Gericht schwere Missbrauchs- und Gewaltvorwürfe gegeneinander.
  • Gegen McKinsey liefen zwei Strafverfahren wegen Vergehen im Zusammenhang mit einem seiner Kinder. Er hatte sich nicht schuldig bekannt.
  • McKinsey wiederum warf seiner Frau und deren Eltern unter anderem körperliche Übergriffe sowie queerfeindliche Äußerungen vor.
  • Jang behauptete ihrerseits, McKinsey habe damit gedroht, sie und ihre Eltern zu töten.

Mord im Sorgerechtsstreit  

Jonathan McKinsey wurde am vergangenen Samstag auf dem Parkplatz der Dublin Sports Grounds in Dublin östlich von San Francisco erschossen. Die Polizei nahm anschließend seine Schwiegereltern Shouyong Zhang und Shili Chen wegen des Verdachts auf Mord und Verschwörung zur Begehung einer Straftat fest. Nach Angaben des San Francisco Chronicle berichteten Zeugen, Zhang und Chen hätten abwechselnd auf ihren Schwiegersohn geschossen. Die Ermittlungsbehörden haben bislang kein Motiv für die Tat öffentlich benannt oder bestätigt.  Zum Zeitpunkt seines Todes befand sich McKinsey in einem heftigen Sorgerechtsstreit mit seiner getrennt lebenden Ehefrau Candice Jang, der Tochter der beiden Festgenommenen. Für diesen Freitag war eine weitere Sorgerechtsanhörung angesetzt. Gerichtsunterlagen zeichnen dabei das Bild eines eskalierten familiären Konflikts. Beide Elternteile beschuldigten einander des Missbrauchs und stellten jeweils die Fähigkeit des anderen infrage, angemessen für die gemeinsamen Kinder zu sorgen.

McKinsey versuchte vor Gericht, mehr Zeit mit seinen Kindern zugesprochen zu bekommen. „Ich vermisse unsere Kinder sehr und flehe dieses Gericht an, mir mehr Zeit mit ihnen zu ermöglichen und möglicherweise auch unbeaufsichtigte Zeit mit den Kindern“, schrieb McKinsey in einem Gerichtsdokument. Jang erhob dagegen schwere Vorwürfe gegen ihren getrennt lebenden trans* Ehemann. McKinsey sei „nicht in der Lage, seine Wut und den Missbrauch unserer Kinder zu kontrollieren“, schrieb sie. Nach Jangs Darstellung hatte McKinsey eines ihrer Kinder während eines Streits über Legosteine ins Gesicht geschlagen und dabei einen blauen Fleck verursacht. Außerdem warf sie ihm vor, ihr Handgelenk so fest gepackt zu haben, dass ein Bluterguss entstanden sei.

Strafverfahren gegen McKinsey

Die Staatsanwaltschaft von Alameda County hatte McKinsey wegen zweier Vergehen angeklagt, darunter Kindesmisshandlung durch Gefährdung der Gesundheit sowie körperliche Verletzung eines Kindes. McKinsey bekannte sich nicht schuldig. Zum Zeitpunkt seines Todes bemühte er sich um die Aufnahme in ein sogenanntes Mental Health Diversion Program. Ein solches alternatives Verfahren kann unter bestimmten Voraussetzungen Menschen mit psychischen Erkrankungen offenstehen. Bei erfolgreichem Abschluss hätten die gegen McKinsey erhobenen Vorwürfe fallengelassen werden können. Die Vorwürfe gegen McKinsey waren zum Zeitpunkt seines Todes damit nicht abschließend gerichtlich geklärt.

McKinsey erhob Gewaltvorwürfe

Auch McKinsey beschuldigte seine getrennt lebende Ehefrau und deren Familie schwerer Übergriffe. Er warf Jang vor, ihn mit einer Bratpfanne geschlagen und die gemeinsamen Kinder wiederholt herabgewürdigt zu haben. In einem weiteren Gerichtsdokument erhob McKinsey auch Vorwürfe gegen seine Schwiegereltern. Demnach soll Chen eines der Kinder als „widerlichen Queer“ bezeichnet haben. McKinsey selbst sei während eines Streits über die Kleidung des Kindes als „Perverser“ beschimpft worden. Darüber hinaus behauptete McKinsey, Jangs Vater habe ihm gegen die Brust geschlagen, während er sich von einer beidseitigen Mastektomie erholte. Auch seiner Ehefrau warf er einen Übergriff im Zusammenhang mit seiner Transition vor. Jang habe nach einem entsprechenden medizinischen Eingriff versucht, Schläuche aus seinem Körper zu ziehen, behauptete McKinsey in den Gerichtsunterlagen.

Ehefrau berichtete von Todesdrohungen

Jang wiederum erklärte vor Gericht, McKinsey habe damit gedroht, sie und ihre Eltern zu töten. In einem von der California Post zitierten Gerichtsdokument schilderte sie zudem eine Situation, die ihr nach eigenen Angaben Angst gemacht habe. McKinsey habe den gemeinsamen Kindern ein Buch über ein Mädchen gegeben, dessen Mutter stirbt. „Angesichts seiner früheren Drohungen gegen mein Leben empfand ich diese Auswahl als zutiefst beunruhigend und beängstigend“, schrieb Jang. Ob und in welchem Zusammenhang der langjährige Familien- und Sorgerechtskonflikt mit McKinseys Tötung steht, ist bislang nicht öffentlich geklärt. Zhang und Chen befinden sich nach ihrer Festnahme wegen des Verdachts auf Mord in Gewahrsam.

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