Mehr als ein Jahrzehnt nach dem Tod von Dirk Bach bekommt die Erinnerung an den Kölner Schauspieler, Komiker und Entertainer einen prominenten Platz in seiner Heimatstadt. Am morgigen Donnerstag, 1. Oktober 2026, soll der bereits offiziell nach Bach benannte Platz zwischen Schauspielhaus und Oper feierlich eingeweiht werden. Das Datum ist bewusst gewählt: Bach starb am 1. Oktober 2012 im Alter von 51 Jahren.
Das Wichtigste im Überblick
- Am 1. Oktober 2026, dem 14. Todestag von Dirk Bach, wird der Dirk-Bach-Platz in Köln feierlich eingeweiht.
- Der Platz liegt zwischen Schauspielhaus und Oper. Bach gab 1978 sein Debüt am Schauspiel Köln und wurde 1992 festes Ensemblemitglied.
- Georg Uecker moderiert die Einweihung, Ralph Morgenstern erinnert an seinen Freund und Kollegen. Dada Stievermann liest aus „Dear Dicki“, Jonathan Briefs schildert die Geschichte der Platzbenennung.
- Der Name ist bereits seit 2025 offiziell. Der Einweihung ging ein jahrelanger Streit zwischen dem Kölner Stadtrat und der Bezirksvertretung Innenstadt voraus, der schließlich vor Gericht entschieden wurde.
Köln weiht Dirk-Bach-Platz ein
Die Veranstaltung beginnt morgen um 19.30 Uhr, der Eintritt ist frei. Durch den Abend führt Schauspieler und Moderator Georg Uecker. Ralph Morgenstern wird über seinen langjährigen Freund und Kollegen sprechen. Dada Stievermann liest aus „Dear Dicki“, Jonathan Briefs zeichnet die lange Geschichte der Namensgebung nach. Für die Musik sorgt die Bordkapelle der StattGarde Colonia Ahoj, zudem werden Überraschungsgäste angekündigt. Veranstaltet wird die Einweihung vom Centrum Schwule Geschichte und der Aidshilfe Köln in Kooperation mit dem Schauspiel Köln. Für Bach schließt sich damit auch künstlerisch ein Kreis. Bereits 1978 stand der damals 17-Jährige am Schauspiel Köln auf der Bühne. 1992 wurde er festes Ensemblemitglied. Nun trägt die Fläche unmittelbar am Schauspielhaus seinen Namen.
Drei Jahre Streit um einen Namen
Dass dort heute tatsächlich „Dirk-Bach-Platz“ auf den Schildern steht, war keineswegs selbstverständlich. Der Namensgebung ging ein jahrelanger kommunalpolitischer und juristischer Streit voraus. Bereits 2021 kam der Vorschlag auf, in Köln einen Platz nach Bach zu benennen. Die Wahl fiel auf die bis dahin namenlose Fläche vor dem Schauspielhaus an der Brüderstraße, die umgangssprachlich häufig als „Kleiner Offenbachplatz“ bezeichnet wurde. Die Lage hatte einen unmittelbaren Bezug zu Bachs Biografie: Er gehörte zum Ensemble des Schauspielhauses und trat auch in der benachbarten Oper auf.
Die Bezirksvertretung Innenstadt griff den Vorschlag auf und beschloss im Juni 2022 die Benennung. Doch daraus entwickelte sich ein Kompetenzstreit mit dem Kölner Stadtrat. Der Rat vertrat die Auffassung, dass die Fläche wegen ihrer Lage bei den städtischen Bühnen von wesentlich über den Stadtbezirk hinausgehender Bedeutung sei und die Bezirksvertretung deshalb nicht allein über ihren Namen entscheiden könne. Die Stadt wollte den bis dahin namenlosen Bereich stattdessen dem bestehenden Offenbachplatz zuschlagen. Für Dirk Bach sollte ein anderer Platz gefunden werden. Dagegen ging die Bezirksvertretung Innenstadt mit Bezirksbürgermeister Andreas Hupke (Grüne) gerichtlich vor.
Gerichtsbeschluss besiegelt Namensgebung
Das Verwaltungsgericht Köln entschied zunächst zugunsten der Bezirksvertretung. Die Stadt akzeptierte die Entscheidung nicht und ging in die nächste Instanz. Doch auch dort setzte sich die Bezirksvertretung durch. Das Oberverwaltungsgericht für Nordrhein-Westfalen in Münster sah keine ausreichenden Anhaltspunkte dafür, dass die Benennung der Fläche eine derart überbezirkliche Bedeutung habe, dass der Stadtrat die Zuständigkeit an sich ziehen könne. Damit war der Weg für den Dirk-Bach-Platz frei.
2025 setzte die Stadt schließlich den Beschluss von 2022 um. Die amtliche Bekanntmachung führt die bislang unbenannte Platzanlage vor dem Schauspielhaus in der Altstadt-Nord als Dirk-Bach-Platz. Später wurden die entsprechenden Straßenschilder angebracht. Die Feier am 1. Oktober 2026 ist damit nicht die eigentliche rechtliche Namensgebung. Sie ist die feierliche Einweihung des bereits bestehenden Dirk-Bach-Platzes – zu einem Zeitpunkt, an dem die Fläche nach Jahren hinter Bauzäunen wieder zugänglich wird.
Vom Theater zum TV-Liebling
Dirk Bach wurde am 23. April 1961 in Köln geboren. Schon mit 17 Jahren stand er auf der Bühne des Schauspiel Köln. Eine klassische Schauspielausbildung absolvierte er nicht. Stattdessen arbeitete er mit freien Theatergruppen und tourte durch Europa. Einen frühen Erfolg feierte er 1984 in Walter Bockmayers Inszenierung der „Geierwally“. 1988 folgte ein Engagement beim Bonner Improvisationstheater Springmaus, 1992 wurde Bach festes Ensemblemitglied des Kölner Schauspielhauses. Im selben Jahr erreichte er mit der „Dirk Bach Show“ bei RTL ein großes Fernsehpublikum. Später spielte er unter anderem in der ZDF-Sitcom „Lukas“ und in „Der kleine Mönch“. Gemeinsam mit Hella von Sinnen war er in „Hella und Dirk“ zu sehen.
Einem Millionenpublikum wurde Bach schließlich ab 2004 als Moderator von „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!“ bekannt, das er gemeinsam mit Sonja Zietlow präsentierte. Parallel blieb er dem Theater verbunden und übernahm auch ernste Rollen. Am 1. Oktober 2012 starb Bach während der Vorbereitungen auf das Theaterstück „Der kleine König Dezember“ in Berlin. Er wurde 51 Jahre alt. Die Berliner Staatsanwaltschaft erklärte damals, er sei wahrscheinlich an Herzversagen gestorben; Hinweise auf ein Fremdverschulden gab es nicht. Bach wurde auf dem Melatenfriedhof in Köln beigesetzt.
Bach und die schwule Community
Für viele homosexuelle Menschen reicht Bachs Bedeutung weit über seine Fernsehkarriere hinaus. Er lebte zu einer Zeit offen schwul, in der eine solche Sichtbarkeit im deutschen Fernsehen noch deutlich weniger selbstverständlich war als heute. Bach machte aus seiner Homosexualität kein Geheimnis und engagierte sich zugleich öffentlich für die Gleichberechtigung von Schwulen und Lesben sowie im Kampf gegen HIV und Aids. Er beteiligte sich etwa an der Kampagne „Eins zu Eins“, mit der die rechtliche Gleichstellung homosexueller Paare und die Öffnung der Ehe gefordert wurden. Bach erlebte die Einführung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare in Deutschland 2017 nicht mehr. Besonders intensiv engagierte sich Bach auch im Kampf gegen HIV. Seine Benefiz-Konzertreihe „Cover me“ spielte innerhalb von zehn Jahren rund 350.000 Euro für soziale Zwecke ein. Ein Wohnprojekt für Menschen mit HIV wurde nach seinem Tod in Dirk-Bach-Haus umbenannt.