Rupert Everetts wilde Jahre Untreue und leidenschaftlicher Sex im Kolosseum
Schauspieler Rupert Everett (66) hat offen über sein Liebesleben und seine Erfahrungen in den 1970er-Jahren gesprochen. In einem Interview mit der italienischen Zeitung Corriere della Sera schilderte er rückblickend eine Zeit großer persönlicher Freiheit, aber auch von Untreue.
Liebe im Kolosseum
„Jeder betrügt und wurde betrogen. Ich habe so viele Menschen betrogen. Als Teenager, nach der Freiheit von 1968, dachte ich, Autonomie habe etwas mit Romantik und Sex zu tun. Ich war sehr untreu“, sagte Everett. Auch zu seinem Coming-Out im Jahr 1989 äußerte sich der Schauspieler. „Aber ich habe gut überlebt: Ich habe mehr gewonnen als verloren. Wenn ich meine Freundin Michela in Rom geheiratet hätte, wäre alles anders gewesen. Für alles zahlt man einen Preis.“
Besonders prägend sei für ihn die Zeit in den 1970er-Jahren in London und Rom gewesen. Dort habe er ein Gefühl ungezügelter Freiheit erlebt. „Die Freiheit, die ich im London der 1970er-Jahre entdeckt habe, habe ich auch in Rom erlebt. Ich erinnere mich daran, in Parks, auf dem Kapitolshügel und sogar im Kolosseum Liebe gemacht zu haben, das ich nachts geöffnet vorfand. Sitten und Traditionen waren in der Antike weit verbreitet; ich fühlte mich wie ein antiker Römer. Ich habe die ungezügelteste Form von Freiheit erlebt“, so Everett.
Das Ende einer Ära
Zudem erinnerte sich der Schauspieler an eine Feier des Modedesigners Valentino, die ihn nachhaltig beeindruckt habe. „Ich war sein Gast bei einer großen Party. Ich erinnere mich an die Trapezkünstler, die singenden Engel, das Spiel der Lichter, die aufregendste Unterhaltung. Ich fühlte mich wie im Zirkus mit den Gladiatoren. Diese Party markierte das Ende einer Ära.“
Everett zählt seit den 1980er-Jahren zu den prägenden Gesichtern des britischen Kinos und wurde mit dem Drama „Another Country“ international bekannt – darin spielte er einen schwulen Schüler im England der 1930er Jahre. Große Erfolge feierte er später unter anderem mit der Romantic-Comedy „Die Hochzeit meines besten Freundes“ an der Seite von Julia Roberts sowie mit „Ernst sein ist alles“. Everett outete sich bereits 1989 öffentlich als homosexuell – zu einer Zeit, in der dies in der Filmbranche noch mit erheblichen Risiken verbunden war. Er erklärte später mehrfach, dass ihn diese Offenheit beruflich Chancen gekostet habe, da offen schwule Schauspieler lange seltener für heterosexuelle Hauptrollen besetzt wurden. Gleichzeitig gilt er als eine der frühen prominenten Stimmen für mehr Sichtbarkeit und Akzeptanz von Homosexualität im Filmgeschäft. Im Jahr 2018 präsentierte er sein Regiedebüt „The Happy Prince“, darin übernahm er auch die Hauptrolle und erzählte über die letzten Lebensjahre des schwulen Schriftstellers Oscar Wilde. 2014 heiratete Everett nach „15 Jahren wilder Ehe“ seinen Freund Henrique.