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Adultstar Milo Miles

Adultstar Milo Miles Kanadischer Erwachsenendarsteller berichtet über US-Schikane

ms - 10.06.2026 - 16:00 Uhr
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Der kanadische Pornodarsteller Milo Miles erhebt schwere Vorwürfe gegen die US-Grenzschutzbehörden. Bereits im April berichtete der in Toronto lebende Darsteller erstmals kurz, wie ihm nach einer mehrstündigen Befragung die Einreise in die Vereinigten Staaten für die kommenden zehn Jahre untersagt worden ist. Nach seinen Angaben wurde er bei dem Versuch, von Toronto nach Las Vegas zu reisen, an zwei Tagen insgesamt rund acht Stunden lang festgehalten und verhört. Nun hat er ausführlich zu der Situation Stellung bezogen. 

Das Wichtigste im Überblick

  • Der kanadische Pornodarsteller Milo Miles darf zehn Jahre lang nicht in die USA einreisen.
  • Er berichtet von insgesamt rund acht Stunden Befragung durch US-Grenzbeamte an zwei aufeinanderfolgenden Tagen.
  • Miles wirft Beamten vor, ihn wiederholt wegen seiner sexuellen Orientierung und seines Privatlebens ins Visier genommen zu haben.
  • Die US-Behörden begründeten die Einreisesperre laut Miles mit Vorwürfen im Zusammenhang mit Sexarbeit.
  • Miles rät LGBTIQ+-Personen derzeit von Reisen in die USA ab.
  • Die US-Grenzschutzbehörde weist Teile seiner Darstellung zurück.

Einreiseverbot und diskriminierende Behandlung

Miles schilderte jetzt seine Erfahrungen erstmals ausführlich im Podcast „Uncloseted mit Spencer Macnaughton“ dem LGBTIQ+-Rechercheteam von Uncloseted Media. Der Vorfall ereignete sich nach seinen Angaben im Januar. Damals wollte er zu den GayVN Awards nach Las Vegas reisen. Die Preisverleihung gilt als eine der wichtigsten Auszeichnungen der Erotikbranche. Miles sollte dort als Präsentator auftreten und war für mehrere Preise nominiert. „Ich wurde von der US-Zollbehörde acht Stunden lang festgehalten und befragt. Mein Gepäck und meine Telefone wurden durchsucht, meine Privatsphäre verletzt und ich war abwertenden Kommentaren ausgesetzt, die sich auffällig auf meine sexuelle Orientierung und mein Sexualleben konzentrierten“, sagte Miles. „Es war, als würde meine eigene Homosexualität gegen mich verwendet.“

„Schwuler Kleidung“ und Dating-Apps

Nach Angaben des Kanadiers begann die Befragung bereits am ersten Abend seiner geplanten Reise. Ein Beamter habe ihn nach der Passkontrolle zu einer sogenannten Sekundärkontrolle gebracht. Dort sei sein Gepäck durchsucht worden. Dabei habe ihn der Beamte gefragt, warum er so viele „gay clothes“ – also „schwule Kleidung“ – dabeihabe. Miles habe die Frage zunächst nicht verstanden. „Es war, als ob Schwulsein an sich ein Verbrechen wäre und ich meine Homosexualität rechtfertigen müsste“, sagte er weiter. Nach seinen Angaben interessierte sich der Beamte außerdem für einen Aufkleber der Dating-App Sniffies auf seinem Gepäck sowie für Medikamente, darunter PrEP-Präparate zur HIV-Prävention. und Ballaststofftabletten.

Im weiteren Verlauf habe ein Beamter sein Handy durchsucht und ihn anschließend mit einer schwerwiegenden Anschuldigung konfrontiert. „Ich habe Ihr Handy überprüft. Sie sind ein Prostituierter“, habe der Beamte zu ihm gesagt. Miles widersprach dieser Darstellung. Er habe keinerlei Hinweise auf Prostitution auf seinem Gerät gehabt. Der Beamte habe ihn anschließend gefragt, warum sich auf seinem Telefon zahlreiche Fotos mit anderen Männern befänden. „Moment mal, ich dachte, Sie hätten einen Freund. Warum haben Sie dann so viele Bilder mit anderen Männern?“, soll der Beamte gefragt haben.

Miles erklärte daraufhin, dass er in einer offenen Beziehung lebe. „Ich musste plötzlich erklären, dass ich mit meinem Freund eine offene Beziehung führe und dass es in der schwulen Community völlig normal ist, außerhalb einer Beziehung Sex mit anderen Männern zu haben.“ Nach mehreren Stunden wurde er zunächst freigelassen. Sein Flug war jedoch bereits abgeflogen. „Wir machen das morgen alles noch einmal“, habe ihm der Beamte beim Verlassen des Kontrollbereichs gesagt.

Pornografie und Escort-Tätigkeit

Am nächsten Morgen kehrte Miles zum Flughafen zurück. Er sei erneut zu einer zusätzlichen Kontrolle gebracht worden. Ein anderer Beamter habe ihm mitgeteilt, dass die Durchsuchung vom Vorabend nicht ordnungsgemäß abgeschlossen worden sei. „Die Kontrolle gestern Abend zählt nicht. Er hat Ihr Handy nicht einmal durchsucht“, habe ihm der Beamte gesagt. Es folgte nach seinen Angaben eine erneute Gepäckkontrolle. Dabei wurde auch ein zweites Mobiltelefon gefunden, das er beruflich nutze. Während der weiteren Untersuchung habe ein Beamter Nachrichten entdeckt, die auf seine Tätigkeit in der Pornobranche hindeuteten. „Machen Sie Pornos?“, sei er gefragt worden. „Ja, manchmal drehe ich Pornos“, antwortete Miles nach eigener Darstellung.

Im Verlauf der Kontrolle wurden laut Miles weitere Nachrichten entdeckt, die mit früheren Kunden in Verbindung standen. Er erklärte, dass er in der Vergangenheit Escort-Dienstleistungen angeboten habe. „Es gibt einen großen Unterschied zwischen Escort-Dienst und Prostitution“, sagte er. Bei Escort-Terminen gehe es in erster Linie um gemeinsam verbrachte Zeit. „Manchmal gehe ich mit einem Kunden essen oder verbringe Zeit mit ihm. Falls Sex stattfindet, geschieht das immer einvernehmlich.“ Der Beamte habe diese Unterscheidung jedoch nicht akzeptiert und die Nachrichten als Beleg für seine Vorwürfe gewertet.

Versuch der Einschüchterung

Miles wirft den Beamten außerdem vor, ihn unter Druck gesetzt zu haben. „Er wollte, dass ich Dinge gestehe, die ich nicht getan habe“, sagte der Kanadier. Demnach habe ihn ein Beamter wiederholt gefragt: „Sind Sie ein Prostituierter?“ Als er dies verneint habe, sei der Beamte zunehmend ungehalten geworden. „Er hat versucht, mich dazu zu bringen, die Antworten zu geben, die er hören wollte“, berichtete Miles. Außerdem habe der Beamte damit gedroht, ihm Betrug vorzuwerfen, falls er die verlangten Aussagen nicht bestätige. „Das Ganze war zutiefst entwürdigend“, sagte er. Nach mehreren Stunden sei schließlich das zehnjährige Einreiseverbot ausgesprochen worden.

Persönliche Konsequenzen

Besonders schwer wiegt die Entscheidung für Miles vor allem deswegen, weil sein Partner in den Vereinigten Staaten lebt. „Mein Partner und ich planten, uns gemeinsam eine Zukunft in Kalifornien aufzubauen“, sagte er. Die Nachricht habe beide schwer getroffen. „Wir haben tagelang geweint“, berichtete Miles weiter. Der Darsteller kam als Kind aus Kolumbien nach Kanada. Er erklärte, die Ereignisse hätten frühere traumatische Erfahrungen wieder wachgerufen. „Es war der schlimmste Tag meines Lebens.“

Miles sieht seinen Fall nicht als Einzelfall. Nach seiner Einschätzung geraten queere und schwule Menschen zunehmend ins Visier der US-Behörden. „Es sind nicht nur Menschen mit Migrationsgeschichte, die ins Visier genommen werden. Es ist buchstäblich die gesamte LGBTIQ+-Community!“ Er verwies darauf, dass die Beamten mehrere Stunden benötigt hätten, um belastendes Material gegen ihn zu finden. „Sie waren so entschlossen, mir Schwierigkeiten zu bereiten und irgendetwas gegen mich zu finden.“ Bis heute wisse er nicht, warum er ursprünglich zur Kontrolle ausgewählt worden sei. „Es gibt viele Theorien. Manche sagen, Gesichtserkennungssoftware könnte eine Rolle gespielt haben. Andere vermuten, dass mich jemand gemeldet hat.“ Als mögliche Gründe nennt er selbst verstärkte Reisen in die USA, Rassismus oder eine Anti-LGBTIQ+-Haltung einzelner Beamter.

Miles fordert jetzt die kanadische Regierung auf, stärker gegen solche Vorfälle vorzugehen. „Ich denke, unsere Regierung könnte viel mehr tun, um Kanadier vor einer solchen Behandlung beim Grenzübertritt zu schützen.“ Auf die Frage, ob sich Kanadas Premierminister Mark Carney öffentlich zu seinem Fall äußern sollte, antwortete er: „Ja, das denke ich.“

US-Behörden weisen Vorwürfe zurück

Nach Angaben von Miles erklärte ein Sprecher der US-Zoll- und Grenzschutzbehörde gegenüber dem Nachrichtenportal The Independent, der Kanadier habe selbst eingeräumt, in den USA gegen Bezahlung sexuelle Dienstleistungen angeboten zu haben. Demnach habe er „Geld für Prostitution in den Vereinigten Staaten erhalten“ und sei deshalb nicht ins Land gelassen worden. Zudem bestritt die Behörde laut Miles, dass die Befragung insgesamt acht Stunden gedauert habe. Der Darsteller wiederum widerspricht dieser Darstellung. Die acht Stunden ergäben sich aus den Befragungen an zwei Tagen. „Ich habe niemals Geld für Sex angenommen“, betonte er außerdem.

Warnung an LGBTIQ+-Reisende

Trotz laufender rechtlicher Prüfungen rät Miles derzeit von Reisen in die Vereinigten Staaten ab. „Vermeidet die Vereinigten Staaten um jeden Preis. Es lohnt sich nicht. Es ist das Risiko nicht wert.“ Besonders Menschen aus der LGBTIQ+-Community sowie Personen aus der Erotikbranche sollten sich der Risiken bewusst sein. „Wir sind die Ersten, die ins Visier genommen werden. Das ist erst der Anfang“, so Miles. Gleichzeitig hoffe er, dass sich die Situation künftig wieder ändern wird. „Ich versuche weiterhin gemeinsam mit Anwälten herauszufinden, welche Möglichkeiten es gibt. Für den Moment kämpfen wir weiter.“

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