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Lebensgefahr in Bangladesch Angriffe, Morde und Erpressungen haben deutlich zugenommen

Von ms - 08.04.2026 - 13:00 Uhr
Dramatische Lage in Bangladesch
Foto: IMAGO / ZUMA Press
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In Bangladesch hat sich die Lage für LGBTIQ+-Personen im vergangenen Jahr weiter verschlechtert. Insbesondere für schwule Männer. Nach Einschätzung der französischen Menschenrechtsorganisation Justice Makers Bangladesh (JMBF) konnte die Übergangsregierung keinen ausreichenden Schutz vor Gewalt, Diskriminierung und institutioneller Benachteiligung bieten.

Morde, Willkür und Erpressungen

Die Organisation analysierte Vorfälle aus dem Jahr 2025 anhand von Feldbeobachtungen, Medienberichten, dokumentierten Fällen und juristischen Prüfungen. Demnach wurden mindestens 426 Menschen Opfer von insgesamt 260 dokumentierten Menschenrechtsverletzungen – ein deutlicher Anstieg im Vergleich zu den Vorjahren.

Gleichgeschlechtliche Beziehungen sind in Bangladesch weiterhin, Schutzgesetze gegen Diskriminierung aufgrund von sexueller Orientierung oder Geschlechtsidentität fehlen. Zwar gibt es seit 2013 eine eingeschränkte Anerkennung von trans* Personen, diese hat jedoch kaum wirksame Schutzmaßnahmen oder gleichberechtigten Zugang zu Arbeit, Gesundheitsversorgung, Justiz und sozialen Diensten ermöglicht.

Die erfassten Menschenrechtsverletzungen umfassen Mord und versuchten Mord, körperliche Angriffe, Entführungen, willkürliche Verhaftungen, erfundene Strafanzeigen, Erpressung, Online-Belästigung, Ausschluss aus Bildungseinrichtungen sowie familiäre Gewalt und soziale Ausgrenzung.

Schwule besonders stark betroffen

Besonders häufig betroffen seien schwule Männer. Die Täter seien sowohl staatliche als auch nichtstaatliche Akteure, darunter Polizeibeamte, lokale Gruppen, religiös motivierte Personen, Bildungseinrichtungen, Familienmitglieder und Gemeindevertreter. Als treibende Kräfte der Gewalt nennt der Bericht gesellschaftliches Stigma, religiösen Konservatismus und wirtschaftliche Ausbeutung.

Politisch werden zudem LGBTIQ+-Rechte kaum berücksichtigt. Die meisten Parteien meiden das Thema oder lehnen rechtliche Anerkennung direkt offen ab. Auch Medienberichte tragen laut JMBF zur Verstärkung von Vorurteilen bei und begünstigen Diskriminierung und Gewalt. JMBF fordert daher umfassende Reformen, darunter die Entkriminalisierung gleichgeschlechtlicher Beziehungen, ein Antidiskriminierungsgesetz, Rechenschaftspflicht für Täter, Schutz für Menschenrechtsaktivisten, verantwortungsvolle Medienpraktiken sowie verstärkte internationale Beobachtung. „Der Schutz der Rechte von LGBTIQ+-Personen ist nicht nur eine rechtliche Verpflichtung, sondern eine grundlegende Voraussetzung für eine gerechte und inklusive Gesellschaft“, heißt es in dem Bericht.

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