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Safer Internet Day EU-Kommission stellt neue Strategie gegen Mobbing vor

Von ms - 11.02.2026 - 09:00 Uhr
Safer Internet Day
Foto: iStock / miniseries
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Anlässlich des „Safer Internet Day“ hat die EU-Kommission jetzt einen neuen Aktionsplan vorgestellt, der sich dem Thema Cybermobbing widmet. Ziel des Plans ist es, die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen im Internet zu schützen. Ein zentrales Element der Initiative ist die Einführung einer EU-weiten App, die es Opfern von Online-Mobbing erleichtern soll, Unterstützung zu erhalten. Eine Hilfestelle insbesondere für besonders stark von Hass und Anfeindungen betroffene Gruppen wie junge LGBTIQ+-Menschen. 

App und Aktionsplan 

Die App, die derzeit von der Kommission entwickelt wird, soll auch in der Lage sein, Beweise für Cybermobbing zu speichern. Mitgliedstaaten haben die Möglichkeit, die App an ihre nationalen Bedürfnisse anzupassen, zu übersetzen und in ihre bestehenden Unterstützungsstrukturen zu integrieren. EU-Kommissarin Henna Virkkunen bezeichnete das Projekt bei der Vorstellung als eine „Mission für ein sicheres Internet“ und betonte, dass hinter jedem Fall von Cybermobbing das Leben eines jungen Menschen stehe.

Ein weiterer Bestandteil des Aktionsplans ist die Verbesserung der Koordination nationaler Ansätze zur Bekämpfung schädlichen Verhaltens im Netz. Zudem sollen Präventionsmaßnahmen gestärkt werden, etwa durch Trainings- und Informationsangebote für Schulen. Studien zeigen, dass etwa jedes sechste Kind im Alter von 11 bis 15 Jahren in der EU bereits Opfer von Cybermobbing wurde. Rund jedes achte Kind gibt an, selbst Täter von Online-Mobbing gewesen zu sein. Nach ersten Studien der letzten Jahren sollen dabei homosexuelle und queere Jugendliche öfter von Cybermobbing betroffen sein.

Cybermobbing bei queeren Jugendlichen 

LGBTIQ+-Jugendliche sind online besonders anfällig für Cybermobbing, was auf mehrere Faktoren zurückzuführen ist. Zunächst erleben sie oft gesellschaftliche Ablehnung und Diskriminierung, die sich auch im digitalen Raum fortsetzt. Die Anonymität des Internets verstärkt diese Angriffe, da Täter ohne Konsequenzen Hass verbreiten können. Viele queere Jugendliche erhalten auch im privaten Umfeld wenig Unterstützung, was sie verletzlicher macht, wenn sie in Online-Communitys nach einem sicheren Raum suchen. Ein erstes Angebot diesbezüglich gibt es seit Ende letzten Jahres mit lambda space, dem ersten digitalen Jugendzentrum. 

Zudem sind LGBTIQ+-Jugendliche häufiger Opfer von Cybermobbing, weil sie sich in digitalen Räumen ausdrücken und Gleichgesinnte suchen. Dies führt zu einer stärkeren Isolation und psychischen Belastung, da die Angriffe oft rund um die Uhr stattfinden. Die Auswirkungen auf die psychische Gesundheit dieser Jugendlichen sind gravierend, da sie vermehrt unter Depressionen, Angstzuständen und Suizidgedanken leiden.

Kritik am EU-Vorhaben 

Es gibt durchaus allerdings auch viel Kritik am neuen Aktionsplan der EU-Kommission, in erster Linie geht es dabei um Datenschutzbedenken, da die geplante App Beweise für Cybermobbing speichern soll, was Risiken für die Privatsphäre der Nutzer birgt. Zudem wird die praktische Umsetzbarkeit der App in Frage gestellt, insbesondere in Bezug auf die Vernetzung nationaler Unterstützungsangebote. Experten bemängeln auch, dass der Plan zu wenig auf präventive Maßnahmen setzt und sich zu stark auf Reaktionen konzentriert. Schließlich gibt es Bedenken hinsichtlich der ungleichen Umsetzung in den verschiedenen Mitgliedstaaten, da nationale Unterschiede in den Ressourcen und der Bereitschaft zur Umsetzung bestehen könnten.

Erneut Debatte über Social-Media-Verbot 

Im Rahmen des „Safer Internet Day“ äußerte sich auch der Deutsche Kinderschutzbund. Der Verband sprach sich erneut wie zahlreiche weitere Organisationen sowie auch queere Vereine gegen ein generelles Social-Media-Verbot für unter 16-Jährige aus. „Kinder und Jugendliche müssen befähigt werden, verantwortungsbewusst mit digitalen Angeboten umzugehen“, erklärte Vorstandsmitglied Verena Alhäuser im Deutschlandfunk. Ein Verbot sei aus ihrer Sicht nicht zielführend, da soziale Medien auch zahlreiche positive Aspekte böten.

Bundesfamilienministerin Franziska Prien zeigte sich ebenfalls im Deutschlandfunk besorgt über die Risiken im Netz. Gleichzeitig betonte sie, dass das Internet große Chancen für junge Menschen biete. Ein generelles Social-Media-Verbot hält sie jedoch für denkbar – sie möchte jedoch zunächst die Ergebnisse einer interdisziplinären Expertenkommission abwarten, die von der Bundesregierung eingesetzt wurde.

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