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Missbrauch in der Kirche
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Missbrauch in der Kirche Millionenzahlungen in den letzten fünf Jahren

ms - 13.03.2026 - 08:00 Uhr
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Eine von der katholischen Kirche in Deutschland eingesetzte Kommission hat in den vergangenen fünf Jahren mehr als 93 Millionen Euro an Menschen bewilligt, die sexualisierte Gewalt im kirchlichen Umfeld erlebt haben. Das geht aus aktuellen Zahlen hervor. Teilweise wurden dabei hohe Summen zugesprochen.

Plausible Schilderungen

Im vergangenen Jahr erhielten 16 Betroffene sogenannte Anerkennungsleistungen von jeweils mehr als 250.000 Euro. Seit 2021 gab es insgesamt 47 Fälle, in denen die zugesprochene Summe über einer Viertelmillion Euro lag. In zwei Fällen verweigerten Ordensgemeinschaften erstmals ihre Zustimmung zu Zahlungen von mehr als 50.000 Euro. Das teilte die Unabhängige Kommission für Anerkennungsleistungen (UKA) in ihrem Tätigkeitsbericht für das Jahr 2025 mit.

Betroffene von sexuellem Missbrauch – etwa durch katholische Priester – können bei der Kirche finanzielle Leistungen beantragen, die als Anerkennungsleistungen bezeichnet werden. Über die Höhe entscheidet die in Bonn ansässige UKA. Ein formaler Beweis für den Missbrauch ist dabei nicht erforderlich. Es genügt, wenn die Schilderungen der Betroffenen als plausibel bewertet werden.

„Freiwillige“ Zahlungen der Kirche 

Die Zahlungen erfolgen freiwillig durch die Kirche und stehen unabhängig von möglichen Gerichtsverfahren. Der Rechtsweg bleibt Betroffenen weiterhin offen. So verurteilte das Landgericht Köln im Jahr 2023 das Erzbistum Köln zur Zahlung von 300.000 Euro Schmerzensgeld an einen ehemaligen Messdiener.

Kritik entzündet sich immer wieder an der Höhe der freiwilligen Leistungen. Die Vorsitzende der UKA, Margarete Reske, erklärte im Tätigkeitsbericht jedoch, dass seit der Entscheidung des Kölner Landgerichts keine vergleichbaren Urteile ergangen seien. Die Rechtsprechung diene der Kommission dennoch als Orientierung bei der Festlegung der Zahlungen. Die Zahlen der Täter und Opfer mussten dabei in den letzten Jahren immer wieder nach oben korrigiert werden, die Rede ist inzwischen von mehreren hundert Priestern und Hunderten von betroffenen Jugendlichen und Kindern. Zudem sei immer wieder seitens der Kardinäle und Bischöfe versucht worden, Fälle zu vertuschen

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