Todesfall auf den Philippinen Mysteriöser Fall um mutmaßlichen Mörder von LGBTIQ+-Menschen
Ein 22 Jahre alter Mann, der auf den Philippinen im Verdacht stand, mehrere LGBTIQ+-Personen getötet zu haben, ist nach Angaben der Polizei tot in Gewahrsam aufgefunden worden. Der Verdächtige wurde am Sonntagabend in einer Polizeistation in der Gemeinde Lobo in der Provinz Batangas entdeckt.
Tod im Gefängnis
Wie die Polizei mitteilte, wurde der Mann, den die Behörden als „Roy“ bezeichneten, bewusstlos in den Toiletten der Lobo Municipal Police Station gefunden. Der diensthabende Gefängniswärter sei auf ihn aufmerksam geworden, nachdem dessen Partnerin Alarm geschlagen hatte, weil sich der 22-Jährige bereits mehrere Stunden dort aufgehalten habe.
Der Verdächtige wurde umgehend in das Lobo District Hospital gebracht, wo er für tot erklärt wurde. Dies bestätigte die leitende Polizeiermittlerin Jenny Atienza gegenüber lokalen Medien. Eine offizielle Todesursache wurde bislang nicht bekannt gegeben. Eine lokale Nachrichtenzeitung berichtete unter Berufung auf Auszüge aus einem Polizeibericht, dass es Hinweise auf einen möglichen Suizid gebe. Die Ermittlungen zur genauen Todesursache dauern an.
Mordverdächtig in mehreren Fällen
Der Mann war zuvor wegen des Mordes an dem 34-jährigen Make-up-Artisten Aljohn Abag festgenommen worden. Abags Leiche war am 26. Januar am Ufer des Malabrigo Beach gefunden worden. Ermittler gehen davon aus, dass er tödliche Kopfverletzungen durch einen großen, scharfen Gegenstand, möglicherweise einen Stein, erlitten hatte.
Vier Tage nach dem Fund der Leiche wurde der Verdächtige festgenommen, nachdem er in der Provinz Quezon, rund 172 Kilometer vom mutmaßlichen Tatort entfernt, mit dem Motorrad des Opfers gesehen worden war. Nach Angaben der Ermittler zeigen Aufnahmen von Überwachungskameras, dass sich der Verdächtige und Abag in der Tatnacht gemeinsam in der Nähe des Strandes aufgehalten hatten. Zudem soll der Mann mehrere persönliche Gegenstände des Opfers bei sich gehabt haben. Gegen ihn wurden unter anderem Anklagen wegen Raubes mit Tötungsdelikt sowie schweren Fahrzeugdiebstahls erhoben. Medienberichten zufolge wurde zudem geprüft, ob der Verdächtige mit weiteren Tötungsdelikten in Verbindung steht, darunter auch Fälle mit LGBTIQ+-Bezug.
Homosexualität ist auf den Philippinen nicht strafbar, wird aber bis heute gerade von Seiten der katholischen Kirche in Teilen des Landes noch immer stark tabuisiert. Die Hauptstadt Manila gilt als sehr homosexuellenfreundlich mit einer lebendigen schwulen Szene, besonders im Stadtteil Malate, und ist bekannt für ihr ausgeprägtes Nachtleben mit Schwulenbars, Saunen und Drag-Shows. Jedes Jahr wird auch der Metro Manila Pride veranstaltet, die gesellschaftliche Akzeptanz ist hoch in der Millionenstadt.