Gerichtsfall Luigi Mangione Spektakuläre Wende: Der mutmaßliche Mörder entgeht der Todesstrafe
Im Fall des Mordes an dem United-Healthcare-Vorstandschef Brian Thompson darf gegen den Angeklagten Luigi Mangione (27) keine Todesstrafe verhängt werden. Eine US-Bundesrichterin entschied jetzt, dass entsprechende Mordanklagen auf Bundesebene nicht weiterverfolgt werden können.
Anklage fehlerhaft
Richterin Margaret Garnett erklärte, die betreffenden Anklagepunkte seien technisch fehlerhaft. Damit entfällt die rechtliche Grundlage, Mangione im Bundesverfahren der Todesstrafe auszusetzen. Für die Bundesanwaltschaft bedeutet die Entscheidung einen erheblichen Rückschlag. Weiter Bestand haben indes zwei Anklagepunkte wegen Nachstellung. Diese können weiterhin mit lebenslanger Haft geahndet werden. Mangione hat sowohl diese Vorwürfe als auch sämtliche weiteren Anklagen auf Bundes- und Bundesstaatsebene zurückgewiesen.
Parallel zu dem Bundesverfahren laufen umfangreiche Ermittlungen im Bundesstaat New York. Dort ist Mangione in neun Punkten angeklagt, darunter wegen Mordes zweiten Grades sowie mehrerer Waffenvergehen. Auch diese Vorwürfe sehen im Falle einer Verurteilung lebenslange Haftstrafen vor. Die Auswahl der Geschworenen im Bundesverfahren soll Anfang September 2026 beginnen, Eröffnungsplädoyers werden für den Herbst erwartet. Zuvor hatte das Gericht klargestellt, dass die Frage der Todesstrafe nicht mehr Teil des Verfahrens ist.
Unterdessen drängen Staatsanwälte in Manhattan auf einen frühen Beginn des Verfahrens auf Ebene des Bundesstaates New York. Sie beantragten einen Prozessstart zum 1. Juli 2026. Eine endgültige Entscheidung darüber steht noch aus, die Verteidigung hält den Zeitplan für nicht umsetzbar.
Kritik am US-Gesundheitssystem
Brian Thompson war am 4. Dezember 2024 im Zentrum von Manhattan erschossen worden, als er zu einer Firmenkonferenz unterwegs war. Videoaufnahmen zeigen einen maskierten Täter, der von hinten auf ihn schoss. Am Tatort fanden Ermittler Munition mit den Aufschriften „delay“ (verzögern), „deny“ (ablehnen) und „depose“ (entmachten), was landesweit Diskussionen über unmenschliche Praktiken der Versicherungsbranche auslöste.
Mangione wurde fünf Tage nach der Tat nach einer landesweiten Fahndung im Bundesstaat Pennsylvania festgenommen. Bei seiner Festnahme in einer McDonald’s-Filiale stellten Polizeibeamte eine 9-Millimeter-Waffe sowie ein Notizbuch sicher. Die Staatsanwaltschaft will diese Gegenstände im Prozess verwenden, während die Verteidigung die Durchsuchung als rechtswidrig bezeichnet.
Schwule Heldenverehrung
Der aus einer wohlhabenden Familie in Maryland stammende Mangione, Absolvent einer Eliteuniversität der Ivy League, bestreitet sämtliche Vorwürfe. Er befindet sich weiterhin in Untersuchungshaft, während die Verfahren auf Bundes- und Bundesstaatsebene fortgesetzt werden. Seitdem oberkörperfreie Fotos von ihm ins Internet gelangten, wurde Mangione immer mehr zum Liebling der amerikanischen Gay Community, eine Art „schwuler Robin Hood“, der zudem sehr gut aussehe. Der „Pin-Up-Boy” der schwulen Szene bekommt bis heute jeden Monat hunderte Liebesbriefe, viele davon von schwulen Männern. Ob der 27-Jährige tatsächlich homosexuell ist, ist nicht bekannt, Gerüchte und Posts in den sozialen Medien deuten das allerdings an.
Bizarrer Ausbruchsversuch
Zuletzt nahm die Heldenverehrung erneut skurrile Formen an, als ein Fan den jungen Mann mit einem Pizzaschneider und einer Grillgabel aus dem Gefängnis befreien wollte. Der 36-jährige Mann, der sich als FBI-Mitarbeiter ausgab, erschien im Metropolitan Detention Center in Brooklyn und legte eine gefälschte gerichtliche Anordnung zur Freilassung Mangiones vor. Die Beamten erkannten das Fake-Papier, woraufhin der Fan-Boy mit seinen „Waffen“ drohte, einem Pizzaschneider und der Grillgabel. Der Mann, inzwischen als Mark Anderson identifiziert, wurde daraufhin Ende letzter Woche wegen Amtsanmaßung angeklagt.