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Monkey Dust in der Szene Vor allem in der schwulen Szene in London und Berlin beliebt

Von ms - 02.02.2026 - 14:45 Uhr
Monkey Dust in der Szene
Foto: iStock / Dadan
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Monkey Dust ist eine vergleichsweise neue psychoaktive Droge, die seit einigen Jahren vor allem im Umfeld von schwulen Chemsex-Partys und schwulen Sex-Clubs immer wieder auftaucht und in den letzten Monaten offenbar immer mehr an Bedeutung gewinnt. In der allgemeinen Partyszene spielt sie bislang kaum eine Rolle. Verbreitungsschwerpunkte liegen insbesondere in England, vor allem in London und Manchester, sowie in Berlin. Monkey Dust ist illegal. Herstellung, Kauf, Besitz, Verkauf und Konsum sind strafbar. In der Europäischen Union gilt das Verbot seit 2014.

Geruch wie nach Sperma 

Bei Monkey Dust handelt es sich meist um die stark stimulierenden Stoffe MDPHP oder MDPV sowie um chemisch leicht abgewandelte Varianten. Diese zählen zu den synthetischen Cathinonen. Die Droge wird überwiegend als feines oder kristallines Pulver gehandelt, das weißlich, gelblich oder beige gefärbt sein kann. Teilweise wird ein Geruch beschrieben, der an Sperma erinnert. Neben Pulver sind auch Kapseln und Tabletten im Umlauf. Im Vergleich zu anderen Stimulanzien ist Monkey Dust relativ günstig erhältlich.

In seiner Wirkung wird die Substanz häufig mit Crystal Meth verglichen und teils als besonders starke Variante von Speed, Mephedron oder 3-MMC beschrieben, auch bekannt als Mephi, Mephe oder M-Cat/Mkat, so die Fachstelle Sidekicks.Berlin. Gleichzeitig gilt der Konsum als besonders risikoreich. In schwulen Dating-Apps wird Monkey Dust oft mit dem Affen-Emoji gekennzeichnet. Konsumiert wird die Droge meist durch Rauchen, sie kann aber auch geschluckt, rektal eingeführt, geschnupft oder injiziert werden. 

Risiko und schnelle Abhängigkeit

Da Monkey Dust in Europa noch relativ neu ist, fehlen wissenschaftliche Studien und belastbare Langzeitdaten. Erkenntnisse zu Wirkung und Risiken beruhen überwiegend auf Erfahrungsberichten von Konsumenten. Auffällig ist, dass viele von einem schnellen Eintritt einer Abhängigkeit berichten. Häufig wird ein starker Nachlegedrang beschrieben, selbst wenn bereits ausgeprägte Nebenwirkungen auftreten.

Ein zusätzliches Risiko ergibt sich aus stark schwankenden Wirkstoffkonzentrationen und möglichen Streckungen mit anderen Substanzen. Dadurch ist eine verlässliche Dosierung kaum möglich. Die orale Einnahme gilt als vergleichsweise risikoärmer. Beim Rauchen setzt die Wirkung sehr schnell ein, was den Drang zum Nachdosieren verstärken kann. Beim Schnupfen reichen oft geringere Mengen aus als bei ähnlichen Substanzen, zugleich können unerwünschte Effekte schneller auftreten.

Mehr Selbstbewusstsein, mehr Sex-Lust

Die Wirkung von Monkey Dust unterscheidet sich stark von Person zu Person. Sie hängt unter anderem von Körpergröße, Gewicht, Dosis, Reinheit, Gewöhnung, Mageninhalt sowie vom psychischen und körperlichen Zustand ab. Auch das soziale Umfeld spielt eine Rolle. Beschrieben werden unter anderem gesteigerte sexuelle Lust, erhöhtes Selbstbewusstsein, stärkere Kontakt- und Kommunikationsfreudigkeit, Euphorie, Enthemmung und eine verminderte Risikowahrnehmung. Teilweise berichten Konsumenten davon, sich „übermenschlich stark“ zu fühlen. Zudem können Hunger- und Durstgefühl unterdrückt und die Wachheit erhöht werden. Die Wirkdauer ist schwer vorherzusagen, Erfahrungsberichte sprechen von bis zu zwölf Stunden.

Angst, Übelkeit, Erektionsverlust

Dem stehen zahlreiche mögliche Nebenwirkungen gegenüber. Dazu zählen Herzrasen, Bluthochdruck, Angstzustände, Kontrollverlust, Kopfschmerzen, Übelkeit, Erektionsprobleme und gesteigerte Aggressivität. Auch Brust- und Bauchschmerzen, allgemeines Unwohlsein und Erbrechen werden berichtet. Der sogenannte Comedown kann mit Paranoia, Wahnvorstellungen, Erinnerungslücken, Angstzuständen, Schlaflosigkeit, Kopf- und Gliederschmerzen, Konzentrationsproblemen und Antriebslosigkeit einhergehen.

Bei regelmäßigem Konsum drohen zudem schwere Langzeitfolgen. Genannt werden unter anderem Depressionen, Psychosen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, sozialer Rückzug, Erschöpfung, Suizidgedanken und ein geschwächtes Immunsystem. Auch Nierenschäden, Gedächtnislücken, Herzinfarkte, Schlaganfälle, starker Gewichtsverlust und anhaltende Schlaflosigkeit sind möglich. Als Anzeichen einer Überdosierung gelten unter anderem Bewusstlosigkeit, Atemnot, Überhitzung, Brustschmerzen oder Krampfanfälle. In solchen Fällen ist unverzüglich medizinische Hilfe zu rufen und anzugeben, welche Substanzen konsumiert wurden. Unter Umständen kann Naloxon eingesetzt werden, um die Wirkung bestimmter Drogen abzuschwächen.

Mischkonsum und Safer Sex

Wie bei nahezu allen Drogen wird besonders eindringlich vor Mischkonsum gewarnt. Die gleichzeitige Einnahme mehrerer Substanzen belastet Körper und Psyche zusätzlich und macht Wirkungen sowie Wechselwirkungen kaum vorhersehbar. Dadurch steigt auch das Risiko einer Überdosierung. Besondere Vorsicht ist bei bestehenden psychischen Erkrankungen, Herz-Kreislauf-Beschwerden oder Stoffwechselerkrankungen geboten. 

Da Monkey Dust enthemmend wirkt und die sexuelle Lust steigern kann, kommt Safer Sex besondere Bedeutung zu. Kondome sollten beim Sex regelmäßig gewechselt werden. PrEP sollte zeitlich versetzt zur Einnahme von Monkey Dust erfolgen, um mögliche Wechselwirkungen zu verringern, und dennoch konsequent alle 24 Stunden eingenommen werden. Regelmäßige Tests auf sexuell übertragbare Infektionen werden dringend empfohlen.

Nach dem Konsum braucht der Körper ausreichend Zeit zur Regeneration. Viel Wasser, leichte und magenschonende Ernährung sowie eine längere Pause bis zum nächsten Konsum – auch anderer Substanzen – gelten als wichtig. Diese Pause sollte mindestens einen Monat dauern. Wird der Nachlegedrang zu stark oder entwickelt sich eine Abhängigkeit, ist eine medizinische Beratung angeraten. 

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