Kritik von Kristen Stewart Frauen werden in der Traumfabrik nicht gleichwertig behandelt
Kristen Stewart (35) hat scharfe Kritik an den Arbeitsbedingungen für Frauen in der Filmbranche geübt. In einem Interview schilderte die 35-jährige Schauspielerin und Regisseurin, dass sie in ihrer neuen Rolle hinter der Kamera deutlich mehr Anerkennung erfahre als zuvor vor der Kamera.
Verzerrte Wahrnehmung in der Filmbranche
Im Gespräch mit der britischen Times sagte die bisexuelle US-Amerikanerin: „Schauspielerinnen werden wie Dreck behandelt, das muss ich euch sagen. Die Leute denken, jeder könnte Schauspielerin sein, aber als ich das erste Mal als Regisseurin über meinen Film sprach, dachte ich: Wow, das ist eine ganz andere Erfahrung, die reden mit mir, als sei ich jemand mit Verstand.“
In der Branche herrsche weiterhin die Vorstellung, Regisseure verfügten über nahezu übernatürliche Fähigkeiten. Dieses Bild entspreche nicht der Realität, werde jedoch vor allem von Männern aufrechterhalten, erklärte Stewart. „Ich will nicht den Eindruck erwecken, als würde ich mich ständig beschweren, aber für Schauspielerinnen ist es schlimmer als für Schauspieler – sie werden wie Marionetten behandelt, sind es aber nicht.“
Mehrfache Kritik an Hollywoods Männerwelt
Bereits in den vergangenen Monaten hatte sich Stewart mehrfach kritisch zu mangelnder Gleichberechtigung in Hollywood geäußert. Bei einer Veranstaltung der Academy of Motion Picture Arts and Sciences in Los Angeles sprach sie über anhaltende strukturelle Probleme in der US-Filmindustrie. Zugleich erklärte Stewart, dass es „verheerend und erbärmlich“ sei, wie wenige Filme im vergangenen Jahr von Frauen inszeniert worden sind.
In ihrer rund siebenminütigen Rede betonte sie auch ein „Jungs-Club-Geschäftsmodell, das vorgibt, mit uns zusammenarbeiten zu wollen, während es uns unsere Ressourcen abschöpft und unsere wahren Perspektiven herabwürdigt“. Auch in einem im Dezember veröffentlichten Porträt der „New York Times“ äußerte sich Stewart ähnlich. Männliche Schauspieler würden dafür gefeiert, sich selbst treu zu bleiben, während Frauen nicht in vergleichbarer Weise unterstützt würden.
Stewart wurde ab 2008 durch ihre Hauptrolle in der „Twilight“-Filmreihe international bekannt, ihr Durchbruch gelang ihr zuvor an der Seite von Jodie Foster in „Panic Room“. Neben ihrer Tätigkeit als Schauspielerin arbeitet sie seit einigen Jahren auch als Regisseurin und deutete zuletzt an, sie würde bei einem Reboot von Twilight gerne Regie führen. Ihr Spielfilmdebüt als Regisseurin gab sie mit „The Chronology of Water“, der 2025 bei den Filmfestspielen von Cannes Premiere feierte. Der Film kommt Anfang März in Deutschland in die Kinos. Privat ist sie seit letztem Jahr glücklich verheiratet mit ihrer Kollegin Dylan Meyer.