Direkt zum Inhalt
Erinnerung an Guido Westerwelle
ANZEIGE

Erinnerungen an Westerwelle Partner Mronz spricht zum zehnjährigen Todestag über ihre Liebe

ms - 12.03.2026 - 11:00 Uhr
Loading audio player...

Zehn Jahre nach dem Tod des früheren Außenministers Guido Westerwelle (1961-2016) spricht sein Lebensgefährte Michael Mronz über ihre gemeinsame Zeit, die Liebe und die Erinnerungen, die geblieben sind. Anfang der Woche erschien auch das große TV-Portrait über Westerwelle in der ARD, das auch über die Mediathek abrufbar ist.

Fröhlich, positiv, neugierig

Wenn Mronz gefragt wird, was ihm als Erstes zu Westerwelle einfällt, antwortet er im Interview mit dem Stern: „Sein Lächeln. Fröhlich, positiv, neugierig.“ Die beiden waren 13 Jahre lang ein Paar, von 2003 bis zu Westerwelles Tod am 18. März 2016. Am kommenden Mittwoch jährt sich dieser Todestag zum zehnten Mal. Im Gespräch beschreibt Mronz, wie prägend die gemeinsame Zeit für ihn war.

Bereits vor seiner Erkrankung habe Westerwelle ihm einen Wunsch mit auf den Weg gegeben: „Wenn mir etwas passiert, versprich mir eines – lebe dein Leben und sei glücklich.“ Als Außenminister sei er häufig unterwegs gewesen und habe gewusst, dass ihm etwas zustoßen könnte. Für ihn als rationalen Menschen gehörte es dazu, solche Dinge auszusprechen, erläutert Mronz.

Erwiderte Liebe 

In der ARD-Doku wird mehrfach darauf hingewiesen, dass für den FDP-Politiker „erwiderte Liebe“ das wichtigste im Leben gewesen sei – nicht einfach nur Liebe, sondern eben erwiderte Liebe. Darauf bezugnehmend hatte der behandelnde Professor und Facharzt Hallek nach der Diagnose Mronz gesagt: „Herr Mronz, 13 Jahre erwiderte Liebe sind ein Privileg.“ Viele Menschen würden ein Leben lang danach suchen, ohne es jemals zu erleben. Das sei, so Mronz, „ein echter Gamechanger“ gewesen. Ab diesem Moment habe es nicht mehr um das „Warum“ des Endes, sondern um Dankbarkeit für die gemeinsam verbrachte Zeit gegangen.

Die Phase der Krankheit hätten die beiden bewusst offen gelebt. Da die Erkrankung ohnehin öffentlich wurde, entschieden sie, zeitnah und sehr offen damit umzugehen, um Spekulationen zu vermeiden und sich auf die Behandlung konzentrieren zu können. Selbstmitleid habe es nicht gegeben. Westerwelle habe oft gefragt: „Was tue ich dir mit meiner Krankheit an?“

Vorbilder für viele Homosexuelle 

Privat sei er stets zugewandt und loyal gewesen – weit entfernt von dem kantigen Bild, das die Öffentlichkeit von ihm hatte. In 13 gemeinsamen Jahren hätten sie kein einziges Mal ernsthaft gestritten. „Diese Missverständnisse, aus denen bei anderen Paaren oft Streit entsteht, gab es bei uns nicht. Weil wir grundsätzlich davon ausgingen, dass der andere es gut meint. Das verändert viel“, sagt Mronz. Dass die Beziehung auch nach außen sichtbar war, zeigt eine Anekdote: Ein junger deutscher Arzt habe ihn einmal in New York angesprochen: „Danke, dass Sie Ihr Leben zu zweit so selbstverständlich gelebt haben. Das hat mir den Mut gegeben, mich vor meinen Eltern zu outen.“ 

Westerwelle sei es nicht um Aktivismus gegangen, sondern darum, zu zeigen, dass eine gleichgeschlechtliche Partnerschaft normal sei. „So haben wir es auch als Paar gehalten: Wir sind einfach gemeinsam zu Veranstaltungen gegangen. Jeder konnte sich seinen Teil denken.“ Den Todestag betrachtet Mronz nüchtern: „Der Todestag selbst ist ja nichts Positives.“ Ein spezielles Datum für die Erinnerung brauche er nicht: „Ich denke ohnehin fast jeden Tag an ihn. Das, was Guido und ich hatten, trägt mich bis heute.“

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Russell T Davies ganz privat

Gedanken über alte und neue Liebe

Serienschöpfer Russell T Davies (Queer as Folk) spricht über den Tod seines Mannes Andrew Smith und seine neue jüngere Liebe Oliver Cole.
Neue Rekorde bei RuPaul

Große Bühne für Vielfalt

Mehr als 7.400 Menschen feiern mit RuPaul in Kanada – und stellen einen neuen Guinness-Weltrekord für eine Drag-Show auf.
Leguizamo blickt zurück

Drag-Kultfilm mit großer Wirkung

John Leguizamo sieht „To Wong Foo“ bis heute unterschätzt – und erinnert an die Bedeutung des Films für viele LGBTIQ+-Menschen damals wie heute.
Neuer Film mit Whoopi Goldberg

Frauen, Freundschaft und Trauer

Whoopi Goldberg spielt in „Women Like Us“ mit, einer neuen Netflix-Komödie der Obama-Produktionsfirma Higher Ground. Die Fans freuen sich sehr!
Sam Smith ist verlobt

Ende der Spekulationen

Popsänger Sam Smith und Modedesigner Christian Cowan haben ihre Verlobung endlich offiziell bestätigt – nach monatelangen Spekulationen.
House of the Dragon

Schwule Liebe unter Drachen

Eine neue Folge von „House of the Dragon“ befeuert Spekulationen über Gwayne Hightowers Sexualität – und beendet zugleich eine beliebte Fan-Theorie.
Neuigkeiten von Ryan Murphy

American Horror Story 13

Ryan Murphy hat erste Details zur 13. Staffel von „American Horror Story“ veröffentlicht – mit zahlreichen Rückkehrern und einem neuen Konzept.
Spekulationen um Madonna

Pop-Ikone heizt Gerüchte an

Madonna deutet eine mögliche Beteiligung an der World Pride 2026 in Amsterdam an. Ein offizieller Auftritt ist bislang jedoch nicht bestätigt.
Ariana Grande wehrt sich

Klage nach Diebstahl neuer Songs

Ariana Grande wehrt sich gegen den mutmaßlichen Diebstahl unveröffentlichter Musik und zieht jetzt gegen bisher unbekannte Hacker vor Gericht.