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Ehren-Palme für Streisand Besonderer Preis für die LGBTIQ+-Ikone in Cannes

Von ms - 12.03.2026 - 11:30 Uhr
Ehren-Palme für Barbra Streisand
Foto: IMAGO / Dreamstime
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Die US-amerikanische Sängerin, Schauspielerin und Regisseurin Barbra Streisand (83) wird bei den Filmfestspielen von Cannes 2026 mit der Ehren-Palme für ihr Lebenswerk ausgezeichnet. Die 83-Jährige ist nicht nur seit vielen Jahren eine Ikone der queeren Community, sondern kann überdies auf eine Karriere mit über 150 Millionen verkauften Tonträgern, zwei Oscars, fünf Emmy Awards, elf Golden Globes, zehn Grammys, einem Tony Award und vielen weiteren Auszeichnungen zurückblicken. 

Streisand betont Menschlichkeit

Die Preisverleihung findet am 23. Mai statt. „Mit Stolz und tiefer Demut fühle ich mich geehrt, mich der Gruppe ehemaliger Gewinner der Ehren-Palme anzuschließen, deren Arbeit mich lange inspiriert hat“, so Streisand. „In diesen schwierigen Zeiten haben Filme die Kraft, unsere Herzen und unseren Verstand für Geschichten zu öffnen, die unsere gemeinsame Menschlichkeit widerspiegeln, und Perspektiven zu zeigen, die uns sowohl unsere Verletzlichkeit als auch unsere Widerstandskraft vor Augen führen. Kino überwindet Grenzen und Politik und bekräftigt die Macht der Vorstellungskraft, eine mitfühlendere Welt zu gestalten.“

Weltweiter Star mit Tiefgang 

Festivaldirektor Thierry Frémaux lobte Streisand als internationale Künstlerin: „Barbra Streisand ist ein weltweiter Star, aber vor allem eine Künstlerin, die Projekte initiiert, die sie selbst reflektieren, die sie bewegt und die sie mit der ganzen Welt teilt. Sie ist die legendäre Verbindung zwischen Broadway und Hollywood, zwischen Musiktheater und großer Leinwand. Ihr Gesang und ihre Auftritte zählen zu unseren besten Momenten.“ Das Festival hob zudem Streisands philanthropisches Engagement hervor, unter anderem das Barbra Streisand Women’s Heart Center am Cedars-Sinai Heart Institute und ihre Unterstützung der Streisand Foundation für Geschlechtergleichheit, Minderheitenrechte, LGBTIQ+-Rechte, Umweltschutz, medizinische Forschung und Kunstbildung für benachteiligte Kinder.

Neben Streisand wird auch Regisseur Peter Jackson (Der Herr der Ringe, Der Hobbit) mit der Ehren-Palme ausgezeichnet. Die Jury unter der Leitung von Park Chan-wook wird die Preisträger ehren. Frühere Empfänger sind unter anderem Agnès Varda, Marco Bellocchio, Jodie Foster, Meryl Streep, Robert De Niro und Tom Cruise. Bereits vor dem Festivalauftritt wird Streisand laut Variety bei den Oscars 2026 beim „In Memoriam“-Segment auftreten und dem verstorbenen Schauspieler Robert Redford, ihrem Co-Star aus „So wie wir waren“. Tribut zollen.

Ikone der Community

Streisand gilt als wichtige LGBTIQ+-Ikone in den USA. Die Verbindung zur Community entstand bereits in den 1960er Jahren in den Clubs von Greenwich Village und zog sich durch ihre Karriere in Musik, Film und Privatleben. Ihr Sohn Jason Gould (59) ist offen schwul. Streisand unterstützte ihn öffentlich nach seinem Coming-Out 1991: „Ich möchte nie, dass mein Sohn etwas anderes ist, als er ist. Er ist sonnig, freundlich, sensibel, gut. Was könnte ein Elternteil mehr wünschen? Ich wurde gesegnet.“

Künstlerisch gilt Streisand als unübertroffene Sängerin mit einer Stimmausdehnung von rund drei Oktaven. Der Film „Funny Girl“ war 1968 der Start ihrer einzigartigen Karriere, es folgten Kinofilme wie „Is´was, Doc?“, „Yentl“ sowie „Herr der Gezeiten“. Ihren Humor bewies sie auch in „Meine Frau, ihre Schwiegereltern und ich“ und der Fortsetzung. Seit vielen Jahren gilt „die Streisand“ als Diva und war dabei eine der ersten großen Stars, die sich schon früh für schwul-lesbische Rechte und die HIV-Forschung engagierte. Streisands Werk umfasst heute mehr als 60 Jahre, 66 veröffentlichte Alben, zahlreiche Filmrollen, Regiearbeiten, politisches Engagement für die Demokratische Partei und die bis heute andauernde, offene Unterstützung der LGBTIQ+-Community.

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