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Monti Rock III ist tot

Monti Rock III ist tot Der schwule Pionier einer queeren TV-Persönlichkeit

ms - 12.03.2026 - 09:30 Uhr
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Der schwule US-Entertainer Monti Rock III ist tot. Der selbsternannte „talentfreie“ Fernsehstar starb bereits am 23. Februar in seiner Wahlheimat Las Vegas im Alter von 86 Jahren, wie jetzt bekannt wurde. In den 1960er- und 1970er-Jahren war Rock ein häufiger Gast in der Late-Night-Sendung von Johnny Carson sowie in anderen Talkshows.

Schwuler Vollblut-Entertainer 

Rock galt als Vertreter und Vorreiter eines augenzwinkernden, campen und queeren Humorstils, der bereits vor dem Stonewall Aufstand 1969 verbreitet war. Zeitgenossen mit ähnlicher Bühnenpersona waren unter anderem Paul Lynde, Charles Nelson Reilly und Liberace. Über Liberace sagte Rock später, dieser habe „meine Nummer gestohlen“. Einen kleineren musikalischen Erfolg erzielte Rock Mitte der 1970er-Jahre als Frontmann der Disco-Gruppe „Disco Tex and His Sex-O-Lettes“. Die Singles „Get Dancin’“ und „I Wanna Dance Wit’ Choo (Doo Dat Dance)“ machten ihn kurzzeitig bekannt. 

Größere Aufmerksamkeit erhielt er jedoch vor allem als Talkshowgast. „Ich war elf Jahre lang ein Misserfolg im Fernsehen“, sagte Rock in einem Porträt aus dem Jahr 1976. Genau diese Selbstinszenierung wurde zu seinem Markenzeichen. Mit auffälligen Kostümen – darunter lange Umhänge, glitzernde Schuhe und extravagante Jacken – trat er regelmäßig im Fernsehen auf. Carson habe sich besonders über seine ironisch zur Schau gestellte Talentlosigkeit amüsiert.

Liebling der US-Talkshows 

„Jedes Mal, wenn ich in die Sendung kam, war es so etwas wie: ‚In dieser Show bin ich gescheitert, aber ich habe eine neue Show.‘ Oder: ‚Ich spiele in einem schlechten Film. In einem Western‘“, erinnerte sich Rock 2005 im Gespräch mit der Las Vegas Sun. Carson habe darauf gefragt: „Wie bist du an einen Western gekommen?“ Rock habe geantwortet: „Ich weiß es nicht, aber ich kann reiten.“ Der Moderator habe daraufhin lachen müssen.

Insgesamt trat Rock 43-mal in Carsons Sendung auf. Auch Moderatoren wie Merv Griffin, Joey Bishop und Mike Douglas luden ihn regelmäßig in ihre Shows ein. 1977 hatte Rock zudem einen kurzen Auftritt im Film „Saturday Night Fever“. Darin spielte er einen DJ. Sein einziger Satz entwickelte sich zu einer Art Markenzeichen: „Hallo noch einmal! Hier ist der wunderbare Monti, euer köstlicher DJ!“

Von New York nach Las Vegas

Seine Karriere begann Rock als Friseur in New York City. Unter seinen teilweise prominenten Kunden war er als „Rebell mit dem Kamm“ bekannt. Später organisierte er Cabaret-Shows in Manhattan, wodurch er schließlich die Aufmerksamkeit der Fernsehbranche auf sich zog. Mitte der 1970er-Jahre trat Rock häufiger in kleineren Clubs auf, unter anderem in Miami und Las Vegas. Ohne die große Bühne der Talkshows blieb der Erfolg jedoch begrenzt. Ein Kritiker in Fort Lauderdale schrieb damals: „Monti Rock III hat nicht nur keinerlei erkennbares Talent, er hat auch eine ziemlich schmutzige Ausdrucksweise.“

In den 1990er-Jahren ließ sich Rock dauerhaft in Las Vegas nieder. Frühere Projekte in der Stadt waren allerdings wenig erfolgreich gewesen. Seine Cabaret-Show im Caesars Palace im Jahr 1969 sei „ein Reinfall“ gewesen, sagte er später selbst. Auch seine Tätigkeit als Moderator der Show „Legends In Concert“ im Jahr 1993 stieß auf wenig Resonanz. Später wurde Rock dennoch zu einer bekannten Figur der lokalen Unterhaltungsszene. Häufig wurde er in einem mit Leopardenmuster beklebten Ford Focus gesehen. Bei späteren Bühnenauftritten trat er zudem mit einer ausgestopften Katze auf. Außerdem schrieb er eine Klatschkolumne für das Branchenmagazin Gaming Today.

Ein Leben ohne Comeback 

Ein PR-Agent aus Las Vegas, der Rock aus seinen späteren Jahren kannte, erinnerte sich daran, dass der Entertainer oft unangekündigt in sein Büro gekommen sei – mit den Worten: „Hallo zusammen! Hier ist der berühmte Monti Rock III!“ Er erzählte weiter: „Las Vegas hat keinen Mangel an schillernden Figuren, aber Monti spielte in einer eigenen Liga. Er war zugleich liebenswürdig und zum Verzweifeln“, sagte er der Zeitung Las Vegas Review-Journal. „Es ist traurig, dass sein großes Comeback, das immer irgendwo um die Ecke zu liegen schien, aber doch nie erreichbar war, nie Wirklichkeit wurde. Die Welt ist ohne Monti Rock ein wenig leiser und deutlich weniger glitzernd.“

Umgang mit Homosexualität 

Auch in einem anderen Punkt blieb ihm eine Entwicklung lange Zeit verwehrt: Monti Rock III lebte seine Homosexualität lange Zeit nicht offen aus, wenngleich er in der Branche scherzhaft immer wieder als „closeted gay“ bezeichnet wurde – sein Schwulsein war in der Show-Welt schon früh ein offenes Geheimnis. Zudem zelebrierte und spielte er durch seine flamboyante Bühnenfigur immer wieder selbst damit. Offen darüber gesprochen hat der Entertainer erst in späteren Jahren: „Als meine Eltern herausfanden, dass ich schwul war, haben sie mich verprügelt und mit 14 oder 15 aus dem Haus geworfen.“ Zudem bekräftigte er, er habe seine Homosexualität nie direkt versteckt, er sei also schon immer „out of the closet“ gewesen: „Ich war aus dem Schrank, seit ich aus dem Mutterleib kam. Die einzige Frage war, ob ich – wie andere Prominente – im Schrank bleiben würde, und das war ich nie.“ 

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