Direkt zum Inhalt
San Francisco baut bezahlbaren Wohnraum für queere Senioren

LGBTIQ+-Wohnen neu gedacht San Francisco baut bezahlbaren Wohnraum für queere Senioren

mr - 05.01.2026 - 17:30 Uhr
Loading audio player...

San Francisco beschließt bezahlbares Wohnen für queere Seniorinnen und Senioren.

 

Pilotprojekt setzt neue Maßstäbe

Die Stadt San Francisco investiert verstärkt in bezahlbaren Wohnraum für ältere queere Menschen. Mit dem neu genehmigten Bau von 187 Wohneinheiten ausschließlich für Seniorinnen und Senioren der LGBTIQ+-Community am Market Street 1939 reagiert die Stadt auf akuten Handlungsbedarf. In einem Land, in dem rund drei Millionen über 50-Jährige sich heute als LGBTIQ+ identifizieren und diese Zahl bis 2030 auf sieben Millionen steigen könnte, gilt das Vorhaben als innovativer Vorstoß gegen Altersarmut und soziale Ausgrenzung.

 

Fokus auf Teilhabe und Versorgungssicherheit

Das Vorzeigeprojekt entstand in Zusammenarbeit der Organisationen Openhouse und Mercy Housing und wird durch das kalifornische Förderprogramm "Affordable Housing and Sustainable Communities" getragen. Die Wohnungen sind für Menschen mit sehr niedrigem bis mittlerem Einkommen vorgesehen. Angesprochen werden damit Haushalte mit einem Jahreseinkommen zwischen rund 16.000 und 92.000 US-Dollar, was zwischen 15 und 60 Prozent des durchschnittlichen Einkommens der Region entspricht. Neben offenen Gemeinschaftsflächen sollen auch spezifische Unterstützungsangebote etwa im Bereich Gesundheit und Mobilität entstehen. Der Fokus liegt klar auf Vernetzung und Teilhabe, um der verbreiteten Vereinsamung in der LGBTIQ+-Altersgruppe entgegenzuwirken.

 

Herausforderungen im Alltag queerer Seniorinnen und Senioren

Studien zufolge sind LGBTIQ+-Seniorinnen und -Senioren doppelt so häufig alleinstehend wie Gleichaltrige der Gesamtbevölkerung, vielfach kinderlos und etwa fünfmal seltener verheiratet. Diskriminierungserfahrungen in Beschäftigung, Wohnen oder Gesundheitsversorgung sind ebenso verbreitet wie ein überdurchschnittliches Armuts- und Gesundheitsrisiko. Hinzu kommt fehlende familiäre Unterstützung, was das Risiko für soziale Isolation, Armut und Wohnungslosigkeit weiter erhöht. Initiativen wie in San Francisco gelten deshalb als Modellbeispiel gesellschaftlicher Verantwortung und Präventionsarbeit.

Mit dem Bauprojekt setzt San Francisco ein kraftvolles Signal für mehr Inklusion, Sichtbarkeit und selbstbestimmtes Altern queerer Menschen. Die Nachfrage ist hoch, vergleichbare Ansätze gibt es inzwischen in Städten wie Pittsburgh oder New York. Offen bleibt, ob andere Kommunen nachziehen und wie der Zugang zu bezahlbarem, diskriminierungsfreiem Wohnen flächendeckend verbessert werden kann.

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Rainbow Center in Mailand

43 Jahre seit der ersten Planung

Die Olympischen Winterspiele in Italien haben schon jetzt Gutes bewirkt: Nach 43 Jahren wurde in Mailand jetzt endlich ein Rainbow Center genehmigt.
Gefährliche Lage in Burundi

Queerer Verein warnt vor Gewalt

Outright International warnt vor steigender Gewalt in Burundi. Präsident Ndayishimiye forderte zuletzt die Steinigung von Homosexuellen.
Tödlicher Angriff auf Lehrer

32-Jähriger stirbt in Brasilien

Ein 32-jähriger schwuler Lehrer wurde in Brasilien mittels Grindr in eine Falle gelockt und grausam totgeschlagen. Die Community reagiert geschockt.
ICE erschießt lesbische Frau

Tödlicher Vorfall in Minneapolis

Schock in der Community: Ein Agent der US-Einwanderungs- und Zollbehörde ICE hat in Minneapolis eine 37-jährige lesbische Frau erschossen.
Rückzug der USA

Ausstieg von 66 Organisationen

Die US-Regierung wird sIch von 66 internationalen Organisationen zurückziehen, davon betroffen sind auch queerfreundliche Vereine.
Kritik an Bayerns Regierung

Wo bleibt der Aktionsplan?

Vor drei Jahren versprach Bayerns Regierung die Einführung eines queeren Aktionsplans. Die Community wartet, die Grünen wollen den Druck erhöhen.
Viel Unterstützung aus Umfeld

Neue Lebensphase mit Ehefrau

Marumi Yamazaki, früher Mitglied der japanischen Frauen-Fußballnationalmannschaft, hat sein Coming-out als trans* Mann öffentlich gemacht.
Kinderwunsch bleibt unerfüllt

"Nicht leicht" für Homosexuelle

Der homosexuelle Politiker Jens Spahn spricht in Interview offen über sein Privatleben mit Ehemann Daniel Funke.
Rechtsnationale Webseiten

Hackerin löscht mehrere Homepages

Die Hacker-Aktivistin Martha Root hat vor Live-Publikum in Hamburg drei rechtsnationale Webseiten gelöscht, die unter anderem Homophobie verbreiteten.