Viel Unterstützung aus Umfeld Fußball: Marumi Yamazaki outet sich als trans* Mann
Im neuen Jahr sorgte ein mutiger Schritt im japanischen Profisport für Aufmerksamkeit: Marumi Yamazaki, früher Mitglied der japanischen Frauen-Fußballnationalmannschaft, hat sein Coming-out als trans* Mann öffentlich gemacht und verkündet, mit seiner Ehefrau eine neue Lebensphase zu beginnen. Dieser offene Umgang mit der eigenen Identität findet besondere Resonanz, ein Signal der Sichtbarkeit und Hoffnung für viele im Sport und darüber hinaus.
Keine Lust mehr auf Versteckspielen
Der 35-jährige Yamazaki blickt auf eine beträchtliche Fußballkarriere zurück. Geboren in Saitama, spielte er für etablierte Teams wie Albirex Niigata und Omiya Ardija Ventus. Im Frauenfußball der höchstklassigen Ligen sammelte er vier Länderspieleinsätze, bevor er 2023 seine aktive Laufbahn beendete und ins Trainerteam wechselte. Die Offenlegung seines legalen Geschlechtswechsels und seine Eheschließung mit einer Frau bewertete Yamazaki rückblickend als zentralen Beweggrund für den sportlichen Rückzug. Teile seiner Geschichte teilte er nun erstmals mit der Öffentlichkeit, nachdem sich das Paar zuvor bereits offiziell registriert hatte – ein Schritt, der in Japan seit 2003 unter bestimmten Bedingungen möglich ist.
Reaktionen und gesellschaftliche Herausforderungen
Schnell erhielt Yamazaki breite Unterstützung aus dem Fußballumfeld; prominente Mitstreiterinnen wie Karina Maruyama und Aya Samejima zeigten sich solidarisch. Dennoch ist der Kontext komplex: Während die rechtliche Geschlechteränderung möglich ist, bleiben gleichgeschlechtliche Ehen im G7-Staat Japan weiterhin offiziell untersagt, trotz wachsender gesellschaftlicher Diskussionen. Die konservative Regierung unter Premierministerin Sanae Takaichi lehnt entsprechende Reformen entschieden ab.
„Ich hoffe, anderen Mut und Hoffnung geben zu können. Sichtbarkeit ist wichtig – auch wenn es noch nicht überall Akzeptanz gibt“, erklärte Yamazaki nach seinem Coming-out.
Mit Yamazaki steht nach Fumino Sugiyama (einst Fechter und später im Olympiakomitee tätig) und Kumi Yokoyama (Top-Torjäger, Coming-out 2021) ein weiteres trans* Vorbild im Fokus. Alle drei Namen spiegeln die wachsende Diversität im Spitzensport wider, auch wenn Diskriminierung und kritische öffentliche Stimmen weiterhin präsent sind. Offenheit und persönliche Geschichten fördern Schritt für Schritt eine integrativere Debatte.