Direkt zum Inhalt
Rainbow Center in Mailand

Rainbow Center in Mailand Wichtige Vorbildfunktion für andere Städte in Italien

ms - 08.01.2026 - 13:30 Uhr
Loading audio player...

Was lange währt, wird endlich gut – getreu diesem Motto hat der Stadtrat von Mailand in seiner letzten Sitzung jetzt die Gründung eines Rainbow Centers beschlossen. Die ersten Forderungen nach einem Safe Space für die Community sind knapp 43 Jahre alt. Womöglich dürften die anstehenden Olympischen Winterspiele im Februar in Mailand und die damit verbundene Weltpresse endlich den Stein ins Rollen gebracht haben. Das jetzt angedachte queere Zentrum ist dabei landesweit von Bedeutung, während Italiens Regierung unter Ministerpräsidentin Giorgia Meloni immer wieder Regenbogenfamilien und Homosexuelle angreift.  

Zentrum für Vielfalt und Inklusion

Die Entscheidung für ein solches Zentrum stellt daher eine bedeutende politische und administrative Entscheidung dar, die erstmals in strukturierter Form die Notwendigkeit eines öffentlichen Raums für die LGBTIQ+ Gemeinschaft anerkennt. Das Zentrum soll der Unterstützung bei Themen wie Diskriminierung, Sicherheit, Gesundheit sowie rechtlicher und psychologischer Beratung dienen.

Das Rainbow Center wird in einem Beschluss der Stadtverwaltung als „Ort, der das Engagement und die Kompetenz von Hunderten von Freiwilligen in der Verteidigung der Rechte und im Bereich der Dienstleistungen für die LGBTIQ+ Gemeinschaft“ stärken soll, beschrieben. Der Beschluss folgt auf jahrelangen Forderungen und stellt einen Wendepunkt im Verhältnis zwischen den Institutionen und den queeren Organisationen dar.

Alice Redaelli, Präsidentin des queeren Vereins CIG Arcigay Milano und Mitorganisatorin des Milano Pride, begrüßte die Entscheidung als „großartige Nachricht“. Sie betonte, dass das LGBTIQ+-Ehrenamt jedes Jahr Tausende von Menschen begleite und „Gesundheit und Sicherheit schütze, Einsamkeit und Diskriminierung bekämpfe und Inklusion und Sozialisation fördere“. Redaelli hob außerdem hervor, dass das Rainbow Center als ein Raum für vielfältige Dienste fungieren wird – von psychologischer Unterstützung über rechtliche Beratung bis hin zu sozialen Angeboten für junge und ältere Menschen. „Diese Arbeit ist von unschätzbarem Wert und verdient angemessene Räumlichkeiten!“

Langfristige Forderung

Die Idee eines Rainbow Centers in Mailand ist nicht neu. Bereits 1983 hatte die LGBTIQ+ -Community die Stadt um einen festen Raum gebeten, um ehrenamtliche Tätigkeiten zu organisieren, Gesundheitsprojekte zu fördern und kulturelle Initiativen zu entwickeln. 2021 brachte CIG Arcigay Milano die Idee erneut auf und berief sich dabei auf erfolgreiche Modelle aus Städten wie Barcelona, New York und Bologna, in denen öffentliche, von den Städten unterstützte Rainbow Centers als Anlaufstellen dienen. Die Entscheidung der Stadtverwaltung stellt nun eine Lösung für eine jahrelang ungelöste Forderung dar und könnte eine Vorbildfunktion für andere Städte in Italien einnehmen. 

Redaelli unterstrich auch den symbolischen und politischen Wert der Entscheidung. „Mit diesem Schritt reiht sich Mailand in die Reihe von Städten wie Barcelona und New York ein. Es entsteht ein Ort für Planung und Zusammenarbeit, der wichtige ehrenamtliche Dienste für die Gemeinschaft signifikant verstärken wird.“ Der Ort wird so bereits jetzt als „urbaner Raum zur Regeneration“ bezeichnet, der zu einem Zentrum für Planung, Arbeit und Gemeinschaft werden soll. Das Rainbow Center soll ein Ort sein, an dem die Rechte der LGBTIQ+-Community, Inklusion und die Erinnerung an die Bewegung im Mittelpunkt stehen.

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Kardinal Timothy Radcliffe

Sexuelle Orientierung ist unwichtig

Der britische Kardinal Timothy Radcliffe erklärte, es gab bereits einen schwulen Papst. Homosexualität sei dabei gar nicht so wichtig, eher die Liebe.
Cybermobbing vor Gericht

White-Tiger-Prozess in Hamburg

Ein 21-Jähriger namens „White Tiger“ soll als Kopf einer pädokriminellen Bande Kinder in den Suizid getrieben haben. Prozessbeginn heute in Hamburg.
Neue Warnung vor Mpox

Gefährliche Variante in Berlin

Die deutlich gefährlichere Mpox-Variante Klade 1b wurde jetzt in Berlin registriert. Mitunter Lebensgefahr besteht verstärkt für Menschen mit HIV.
Platon ist zu schwul

Aufregung an US-Universität

Eine US-Universität hat einem Professor jetzt Platon-Texte im Philosophie-Unterricht verboten. Begründung: Die Schriften seien einfach zu schwul.
Im schwulen Spinnennetz

Gefährlicher Dating-Trend

Ein toxischer Dating-Trend gewinnt immer mehr an Einfluss, das sogenannte „Spider-Webbing“. Einmal verfangen, ist es schwer, davon wieder loszukommen.
Heteroflexibel im Bett

Der am schnellsten wachsende Trend

2024 kam Heteroflexibilität verstärkt auf, im letzten Jahr wurde es zum am schnellsten wachsenden Trend bei der sexuellen Orientierung - mit Problemen
Gefährliche Lage in Burundi

Queerer Verein warnt vor Gewalt

Outright International warnt vor steigender Gewalt in Burundi. Präsident Ndayishimiye forderte zuletzt die Steinigung von Homosexuellen.
Tödlicher Angriff auf Lehrer

32-Jähriger stirbt in Brasilien

Ein 32-jähriger schwuler Lehrer wurde in Brasilien mittels Grindr in eine Falle gelockt und grausam totgeschlagen. Die Community reagiert geschockt.