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Jens Spahn spricht in Interview offen über Privatleben

Kinderwunsch bleibt unerfüllt Jens Spahn spricht in Interview offen über Privatleben

tb - 07.01.2026 - 17:30 Uhr
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Nach einem langen Tag im Bundestag sucht Jens Spahn, Fraktionsvorsitzender der CDU/CSU, Ausgleich abseits der politischen Bühne. In einem selten so offenen Interview mit der Zeitschrift "Bunte" erzählt der 45-Jährige, wie er gemeinsam mit Ehemann Daniel Funke Ruhe findet, am liebsten bei ausgedehnten Spaziergängen durch Berlin oder gemütlich zuhause mit alten Fernsehserien und einem Gläschen Eierlikör. Spahn gewährt dabei Einblicke in sein Privatleben, spricht über ungelebte Träume, Familienwünsche und seine Kindheit im Münsterland.

 

Sehnsucht und verpasste Chancen

Nicht alles, was er sich vorgenommen hatte, sei ihm gelungen, gesteht Jens Spahn. Insbesondere die versäumte Zeit im Ausland bereue er heute: „Als junger Mann hätte ich gern ein oder zwei Jahre im Ausland gelebt. Das hat sich leider nicht ergeben.“ Stattdessen hat es ihn beruflich früh in die Politik gezogen. Während Spahn beruflich viel erreicht hat, blieb ein persönlicher Wunsch bislang offen: Kinder. Das homosexuelle Ehepaar sieht sich in Deutschland nach wie vor mit Hürden konfrontiert, wenn es um Familiengründung geht. „Für ein Paar wie uns gibt es keinen einfachen Weg, Kinder zu bekommen“, erklärte Spahn nüchtern. Dennoch schöpfen er und sein Mann viel Freude durch ihr Engagement als Patenonkel, sie empfinden Kinder als sinnstiftenden Teil ihres Lebens.

 

Vielschichtige Freundschaften und die Suche nach Heimat

Spahn legt Wert auf einen breit gefächerten Freundeskreis. Neben Unternehmerinnen und Unternehmern sind auch Handwerkerinnen und Handwerker darunter – politische Differenzen sieht er als bereichernd. „Was uns als Freunde eint – wir halten auch unterschiedliche Meinungen aus“, beschreibt Spahn. Bei besonders hitzigen Debatten helfe manchmal ein wenig Alkohol: „Ein Gläschen Eierlikör bringt uns dann wieder zusammen.“ Seine Kindheit stellt Spahn als klassische Dorfgemeinschaft dar, wo die Familie eng verbunden und immer Unterstützung präsent war. „Bei mir war es wirklich so, dass ein ganzes Dorf beteiligt war.“

„Trotz aller aktuellen Probleme finde ich Deutschland ziemlich gut. Bei genauem Hinschauen ist es zum Leben eines der besten Länder der Welt“, betont Jens Spahn im Gespräch mit der Zeitschrift Bunte.

 

Katholisches Erbe und persönliche Meilensteine

Spahn beschreibt sich als Kulturchrist, geprägt durch seinen katholischen Hintergrund. Das Kreuz im Büro symbolisiert diese Verbundenheit, auch wenn er heute vor allem die kulturelle Prägung des Glaubens betont. Beim Betreten einer Kirche zünde er oft eine Kerze an, ein Ritual, das bis heute Bestand hat. Öffentliche Skandale oder polarisierende Aussagen beschäftigen Spahn in Interviews eher wenig. Auffällig ist sein Faible für nostalgische Details – wie sein Oldtimer, ein Mercedes SEL von 1987, einst im Besitz eines Kardinals.

 

Offenheit und Normalität als neue Stärke?

Die Offenheit, mit der Jens Spahn persönliche Aspekte teilt, signalisiert einen kleinen Wandel im Habitus deutscher Spitzenpolitikerinnen und -politiker. Gerade das Thema Regenbogenfamilie bleibt für homosexuelle Paare in Deutschland ein mühseliges Terrain: Adoptions- und Abstammungsrecht sind weiterhin Streitpunkte, wie die aktuelle Debatte rund um die Reform des Abstammungsrechts zeigt. Spahns Balance zwischen Normalität und öffentlichem Leben wirft die Frage auf: Wird das persönliche Bekenntnis zukünftig mehr Menschen in Führungspostionen ermöglichen, offen mit privaten Wünschen und Hürden umzugehen?

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