Direkt zum Inhalt
LGBTIQ+ in Italien
ANZEIGE

LGBTIQ+ in Italien Menschenrechtslage nach drei Jahren Meloni-Regierung

ms - 19.12.2025 - 12:00 Uhr
Loading audio player...

Amnesty International hat in einem neuen Bericht erhebliche Rückschritte beim Schutz der Menschenrechte in Italien seit dem Amtsantritt von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni dokumentiert. Der 60-seitige Bericht trägt den Titel „Die Meloni-Regierung am Wendepunkt“ und wirft der Regierung vor, die Gesetzgebung und politische Debatten vor allem in den Bereichen LGBTIQ+, öffentliche Sicherheit und Migration polarisiert zu haben. Ziel sei es, Menschen abzuschrecken und zu bestrafen. 

Rückschritte bei queeren Menschen

Besonders hervorgehoben wird im Bericht die Lage von LGBTIQ+-Personen im Land. Amnesty bemängelt, dass zwei Jahre nach Veröffentlichung eines Zehn-Punkte-Manifests, das unter anderem mehr Schutz gegen Diskriminierung vorsah, kaum Fortschritte erzielt wurden. Betroffen seien insbesondere die Rechte von Regenbogenfamilien und die medizinische Unterstützung von trans* Jugendlichen. 

Der Bericht fordert unter anderem die automatische Anerkennung von im Ausland geborenen Kindern sowie die Ausweitung der Stiefkindadoption auf gleichgeschlechtliche Paare. Zuletzt war Meloni mit einem Gesetzesvorhaben in die Kritik geraten, dass vorsieht, LGBTIQ+-Themen weitestgehend von den allermeisten Schulen zu verbannen. Die Organisation warnte davor, dass dieser restriktive Gesetzesentwurf die Bildungs- und Aufklärungsarbeit für Kinder und Jugendliche stark einschränken könnte.

Forderungen an die Regierung 

Darüber hinaus bemängelte Amnesty die politischen Debatten über „Gender-Theorien“, die von mehreren Politikern immer wieder von neuem vorangetrieben würden. Zu den Kernforderung der Menschenrechtsorganisation gehören dann des Weiteren unter anderem die verstärkte Bekämpfung von Diskriminierung, die Stärkung der Meinungs- und Versammlungsfreiheit sowie die Wahrung der Rechte aller Menschen und die Zusammenarbeit mit internationalen Organisationen zur Förderung der Menschenrechte. In puncto Migration wünscht sich der Verein einen besseren Schutz für Flüchtlinge, darunter auch queere Personen, sowie einen gleichberechtigten Zugang zur Staatsbürgerschaft. Abschließend hofft Amnesty International, dass die laufenden Gesetzesdebatten „breit und konstruktiv“ geführt werden und dass die betroffenen Personen und Vertreter der Zivilgesellschaft einbezogen werden.

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Reaktionen auf Amokfahrt

Entsetzen in der Community

Nach dem Terroranschlag auf den Berliner CSD läuft die Fahndung. Politik und Community reagieren mit Entsetzen.
Anschlag auf CSD Berlin

Eine Tote, mehrere Schwerverletzte

Bei einer Amokfahrt beim CSD in Berlin starb eine Frau, mehrere Menschen wurden lebensgefährlich verletzt. Der mutmaßliche Täter ist ein Islamist.
CSD Berlin abgebrochen

Auto rast in Menschenmenge

Der CSD in Berlin wurde am Samstagabend gegen 22 Uhr abgebrochen. Nach ersten Informationen ist ein Auto in eine Menschenmenge gerast.
Der schwule Gentleman-Dieb

Gegenentwurf zu Sherlock Holmes

Der viktorianische Meisterdieb Raffles gilt als schwuler Gegenentwurf zu Sherlock Holmes und wurde von realen schwulen Persönlichkeiten inspiriert.
War Chopin schwul?

Neue Studie über den Komponisten

Eine neue Studie untersuchte Chopins Briefe an Männer und stellt traditionelle Erzählungen über sein Liebesleben infrage. War der Komponist schwul?
Templo zeigt Kraft und Kunst

Schwuler Pole-Star auf Welttour

Der costa-ricanische schwule Pole-Performer Templo bringt beim World Pride 2026 queere Kunst, Athletik und lateinamerikanische Kultur auf die Bühne.
Glamour trotz Hitze

Drag-Queens in der CSD-Sonne

Wenn die Temperaturen wieder Rekorde brechen, liefern sich Make-up, Mode und Sommerhitze bei CSDs einen Kampf, den meist nur der Humor gewinnt.
Team LGBTIQ+ in Glasgow

Commonwealth Games 2026

Bei den Commonwealth Games 2026 in Glasgow treten mehrere LGBTIQ+-Athleten an und setzen trotz kleinerem Teilnehmerfeld ein Zeichen für Vielfalt.
Ekelhafter Angriff in Kiew

Abgehackte Schweineköpfe

Ein Kiewer Schönheitssalon wurde wegen seiner LGBTIQ+-Unterstützung angegriffen: Mit Schweineköpfen sollten die Betreiber eingeschüchtert werden.