Direkt zum Inhalt
England: Jedes sechste jugendliche Suizidopfer ist LGBTIQ+

Mehr Hilfe für queere Kinder England: Jedes sechste jugendliche Suizidopfer ist LGBTIQ+

mr - 02.02.2026 - 13:30 Uhr
Loading audio player...

Tragische Studie: Jede sechste jugendliche suizidbetroffene Person ist LGBTIQ+.

 

Schockierende Daten aus England

In England belegen neue Zahlen eine erschütternde Realität: Von April 2019 bis März 2025 war jede sechste verstorbene Person unter 18 Jahren, die durch Suizid ums Leben kam, Teil der LGBTIQ+- Community. Insgesamt starben 647 Kinder und Jugendliche, davon befanden sich 107 in der LGBTIQ+-Community, darunter 46 trans* Kinder und Jugendliche. Diese Daten stammen aus dem National Child Mortality Database und wurden durch eine Anfrage nach dem Informationsfreiheitsgesetz zugänglich gemacht.

 

Belastungsfaktoren und Konsequenzen

Expertinnen und Experten, darunter die Präventionsaktivistin Lucy Brisbane, weisen darauf hin, dass jede vermeidbare Todesfolge unter Minderjährigen nicht akzeptabel ist. Gerade trans* Kinder und Jugendliche erleben häufig Stigmatisierung, gesellschaftlichen Druck und politische Debatten, die ihr Leben zusätzlich belasten. Laut Studien aus Deutschland erleben queere Jugendliche signifikant häufiger Mobbing und Diskriminierung im sozialen Umfeld und in Schulen als Gleichaltrige. Auch eine internationale Studie der WHO bestätigt, dass LGBTIQ+-Jugendliche ein zwei- bis vierfach erhöhtes Risiko für suizidale Gedanken und Handlungen tragen. Viele Hilfsangebote reichen nicht aus, um diese strukturellen Benachteiligungen aufzufangen.

 

Stimmen aus der Prävention

„Um alle Kinder und Jugendlichen – insbesondere trans* Personen – besser zu schützen, müssen wir die Ursachen für Suizide klar benennen und politische Maßnahmen davon entkoppeln,“ betont Lucy Brisbane. Fachleute fordern gezielte Präventionsmaßnahmen, mehr psychosoziale Beratungsangebote und ein Umfeld, das Akzeptanz und Sicherheit gewährleistet.

 

Gesellschaftlicher Hintergrund

Die hohe Suizidrate unter queeren Jugendlichen steht im Zusammenhang mit gesellschaftlicher Ausgrenzung, fehlender Akzeptanz und unzureichendem Zugang zu Unterstützungsstrukturen. Trotz Verbesserungen in der öffentlichen Wahrnehmung von LGBTIQ+-Lebensrealitäten stellen rechtliche, bildungspolitische und soziale Barrieren weiterhin zentrale Herausforderungen dar. In Deutschland und anderen europäischen Ländern sind Schulprogramme zur Sensibilisierung und der Ausbau von Beratungen erste Schritte, reichen aber nach Einschätzung von Fachverbänden noch lange nicht aus.

 

Weichenstellung für die Zukunft

Die nun veröffentlichten Zahlen unterstreichen die Dringlichkeit, psychische Gesundheit und LGBTIQ+-inklusive Prävention zur gesamtgesellschaftlichen Aufgabe zu machen. Künftige Schutz- und Hilfsmaßnahmen müssen gezielter auf diskriminierungssensible Unterstützungsstrukturen für alle Kinder und Jugendlichen ausgerichtet sein. Entscheidend wird sein, ob Politik, Bildungseinrichtungen und Gesellschaft konsequent handeln, damit diese traurigen Statistiken nicht zur traurigen Normalität werden.

 

Wenn Sie sich in einer seelischen Krise befinden oder Suizidgedanken haben, wenden Sie sich bitte an die Telefonseelsorge unter 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222.
Dort erhalten Sie rund um die Uhr kostenlos und anonym Hilfe. Weitere Informationen und Chat-Angebote finden Sie unter https://www.telefonseelsorge.de.
In Österreich: Telefonseelsorge 142
In der Schweiz: Dargebotene Hand 143“

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Spin-Off von Heated Rivalry

Spekulationen über neue HR-Serie

Wird es ein Spin-Off der schwulen Hit-Serie "Heated Rivalry" geben, in der es um das schwule Paar Scott und Kip geht? Es gibt erste Anzeichen dafür...
US-Paralympionike Jake Adicoff

Zwei Goldmedaillen bei Olympia

US-Paralympionike Jake Adicoff hat bereits zwei Goldmedaillen bei Olympia gewonnen, am Wochenende will er zwei weitere gewinnen.
Präzedenzfall in den USA

Gefahr für alle trans* Menschen

Ein US-Bundesgericht hat nun ein Verbot von geschlechtsangleichender Medizin bei erwachsenen trans* Personen bekräftigt. Ein Präzedenzfall für die USA
Schuldspruch in Belgien

15 Jahre Haft für grausame Bluttat

Urteilsspruch: 15 Jahre Haft für drei junge Männer, die 2021 in Belgien einen schwulen 42-Jährigen mittels Grindr in eine Falle lockten und töteten.
Social-Media-Verbot

Bundespräsident Steinmeier dafür

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat sich jetzt nach Bundeskanzler Merz auch für ein Verbot von Social-Media für Jugendliche ausgesprochen.
Vorfreude auf den ESC 2026

Songs und Bühnenshow stehen fest

Kribbeln im Bauch dank ESC? Jetzt stehen die 35 Songs für 2026 fest und auch die Bühnenshow verspricht ein einmaliges Erlebnis in Wien zu werden.
Urteilsspruch in Augsburg

Haftstrafe für homophobe Schläger

Vier Männer wurden in Augsburg jetzt zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt, weil sie brutal auf ein schwules Paar eingeschlagen hatten.
Missbrauch in der Kirche

93 Millionen Euro für die Opfer

Die katholische Kirche in Deutschland hat in den letzten fünf Jahren rund 93 Millionen Euro an die Opfer von sexuellem Missbrauch bezahlt.
"Homosexuelle oft Mutigste"

Starke Rede von Ex-Bundespräsident

Ex-Bundespräsident Christian Wulff ruft dazu auf, dass sich die Mehrheit der Gesellschaft aktiver für Rechte der queeren Community, engagieren müsse.