Direkt zum Inhalt
LSVD+ warnt vor Kollaps

LSVD+ warnt vor Kollaps Einsparungen bei HIV-Prävention und PrEP sind falsch

ms - 01.12.2025 - 09:30 Uhr
Loading audio player...

Der Verband Queere Vielfalt (LSVD+) warnt am heutigen Welt-Aids-Tag vor einem Kollaps im Bereich der HIV-Prävention und geht mit der internationalen Sparpolitik hart ins Gericht – der Verein spricht dabei von einer „verantwortungslosen“ Entwicklung.

Bundesregierung in Verantwortung 

Andre Lehmann aus dem Bundesvorstand des LSVD+ betonte dazu: „Die internationale Präventionsarbeit steht vor dem Kollaps. Sollte sich diese Entwicklung fortsetzen, droht zudem eine neue AIDS-Pandemie. UNAIDS, das Programm der Vereinten Nationen zur Bekämpfung von HIV/AIDS, steht vor dem Aus, nachdem wichtige Geberländer wie die USA ihre Unterstützung beendet oder zurückgefahren haben. Diese Entwicklung ist nicht nur verantwortungslos, sie kostet Millionen Menschenleben.“

Mehrere Länder haben zuletzt ihre Zahlungen im Bereich HIV zurückgefahren, darunter auch Deutschland. Der LSVD+ sieht einen besonderen Handlungsbedarf bei der schwarz-roten Regierung: „Die Bundesregierung muss jetzt handeln: Sie sollte sich international für den Erhalt von UNAIDS einsetzen und ihre finanzielle Unterstützung deutlich ausbauen. UNAIDS hat über Jahrzehnte hinweg lebenswichtige Expertise und Strukturen für die medizinische Versorgung vor Ort aufgebaut. Doch bereits jetzt hat die Einstellung von Hilfsprogrammen nach Schätzungen 20.000 Menschen das Leben gekostet. Ohne Gegenmaßnahmen könnten bis 2030 3,9 Millionen weitere Infektionen und sechs Millionen Todesfälle die Folge sein.“ 

Mehr Einsatz bei der PrEP

Ein weiteres Problem sind die steigenden Zahlen von Neu-Infektionen in Deutschland und damit einhergehend die Tatsache, dass immer mehr Menschen in der Bundesrepublik nichts von ihrer HIV-Infektion wissen: „Die Prä-Expositions-Prophylaxe (PrEP) kann Übertragungen beim sexuellen Kontakt mit HIV-positiven Personen verhindern. Sie muss dringend als Grundpfeiler der deutschen Präventionsstrategie gestärkt werden. Trotz ihrer Bedeutung traten bei den Medikamenten in letzter Zeit massive Versorgungsengpässe auf. Expert*innen warnen vor weiteren Lieferschwierigkeiten. Bei Beratung, Drogenhilfe, Prävention und Testangeboten darf nicht gespart werden! Bund, Länder und Kommunen sind in der Verantwortung, allen Menschen Prävention und Therapie zugänglich zu machen“, so Lehmann weiter. 

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Mutiges Forum in Afrika

Vernetzung von LGBTIQ+-Aktivisten

Angesichts zunehmender Einschränkungen für LGBTIQ+-Menschen in mehreren Ländern Afrikas soll in Benin erstmals ein Pride Social Forum stattfinden.
Fokus auf besonderes WM-Spiel

Pride-Match sorgt für Debatten

Wird das Spiel eskalieren? Das erste Pride Match einer Fußball-Weltmeisterschaft sorgt vor dem Anpfiff weiterhin für politischen Streit und Proteste.
Doppelmord erschüttert Italien

Homophobie als mögliches Motiv

Eine Mutter und ihr Sohn wurden in der Toskana von ihrem Ehemann ermordet. Das Tatmotiv scheint die Homosexualität des Sohnes gewesen zu sein.
Britische Polizei sagt Sorry

Versöhnung mit LGBTIQ+-Community

Mit einer formellen Entschuldigung für die historische Behandlung von LGBTiQ+-Menschen will die West Midlands Police Vertrauen zurückgewinnen.
Antidiskriminierungsgesetz NRW

Landesregierung reagiert auf Kritik

Nach anhaltender Kritik nimmt Nordrhein-Westfalen zentrale Änderungen an seinem geplanten Antidiskriminierungsgesetz vor.
Hitzefrei für CSDs

Absage von ersten Pride-Events

Die Hitzewelle zwingt erste CSD-Veranstaltungen zur Absage – vielerorts werden Programme und Demonstrationsrouten angepasst oder stark verkürzt.
UN-Beschluss zu HIV/Aids

Strategie für fünf weitere Jahre

Die UN-Staaten haben sich auf eine neue HIV/Aids-Deklaration geeinigt – doch zentrale Herausforderungen bleiben bestehen.
Unvereinbarkeit von Positionen

Rechtspopulistische Strategie

Der Christopher Street Day (CSD) in Erkrath, Nordrhein-Westfalen, hat den Antrag der AfD auf einen eigenen Infostand abgelehnt.
WM-Kuss wird Symbol

Liebesbekundung in Mexiko

Ein spontaner Kuss bei einer WM-Fanfeier in Mexiko-Stadt geht viral und wird für viele zum Symbol für LGBTIQ+-Sichtbarkeit im Fußball.