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HIV-Infektionen steigen an

HIV-Infektionen steigen an RKI verzeichnet 2.300 Neu-Infektionen im Jahr 2024

ms - 21.11.2025 - 09:00 Uhr
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Das Robert Koch-Institut hat die neusten Zahlen zu HIV-Neuinfektionen bekannt gegeben: Nach Schätzung der Experten kam es 2024 zu insgesamt 2.300 Neuinfektionen in Deutschland – rund 200 Personen mehr als im Jahr zuvor. Der Großteil der Betroffenen sind dabei erneut schwule und bisexuelle Männer (MSM), auf sie entfallen rund 1.300 Personen – auch hier ein Anstieg um etwa 100 Fälle binnen eines Jahres. Insgesamt lebten zum Ende 2024 rund 97.700 Menschen mit HIV in Deutschland.  

Jeder dritte Diagnose kommt sehr spät

Die weiteren Eckdaten: Rund 590 Übertragungen (Anstieg +45 Personen) fanden durch heterosexuellen Geschlechtsverkehr statt und etwa 400 Personen steckten sich mit HIV im Zuge eines injizierenden Drogengebrauchs (Anstieg +60 Personen) an. Nach wie vor das größte Problem bei der HIV-Lage in der Bundesrepublik: Etwa 8.200 Menschen wissen bis heute nichts von ihrer HIV-Diagnose, darunter etwa 4.800 schwule und bisexuelle Männer. Dazu kommt laut RKI: HIV-Diagnosen werden oft erst Jahre nach der Infektion gestellt. „Im Jahr 2024 wurden etwa 32 Prozent der HIV-Erstdiagnosen (etwa 1.100 von 3.500) erst mit einem fortgeschrittenen Immundefekt und davon etwas mehr als die Hälfte (18 %) erst im Vollbild AIDS (etwa 620 von 3.500) gestellt“, so das RKI. 

PrEP-Nutzung nur unter Schwulen

Positiv indes ist, dass etwa 98 Prozent der Menschen, die ihren HIV-Status kennen, eine antiretrovirale Therapie erhalten, in 96 Prozent der Fälle verläuft diese auch erfolgreich, sodass die Viruslast so niedrig ist, dass HIV sexuell nicht mehr übertragbar ist. Die HIV-Präexpositionsprophylaxe (PrEP) wird nach wie vor fast ausschließlich von schwulen Männern benutzt.

Das Fazit des RKI dabei: „Der Anstieg der HIV-Neuinfektionen zeigt, dass es weiterer Anstrengungen bedarf, vor allem um die zielgruppenspezifischen Testangebote und den Zugang zu Therapie und Prophylaxe in der Fläche zu verbessern. Die aktuellen Daten weisen darauf hin, dass der Zugang zu PrEP für alle Menschen mit einem substanziellen HIV-Infektionsrisiko nicht nur erhalten, sondern weiter in der Fläche ausgebaut werden sollte.“ Zudem sollte für Menschen, die Drogen konsumieren, der Zugang zu sterilen Utensilien und zu einer Opioid-Agonisten-Therapie (OAT) weiter verbessert werden – auch bei Betroffenen in Haft. 

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