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Festnahme von LGBTIQ+-Aktivistin
Foto: X / IbtissameBetty
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Radikaler Kurs in Marokko Nach einem Posting folgte die Anklage wegen Gotteslästerung

ms - 11.08.2025 - 12:00 Uhr
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Die LGBTIQ+-Aktivistin Ibtissam Betty Lachgar ist in Marokko festgenommen, weil sie in den sozialen Medien mit einem T-Shirt zu sehen war, auf dem stand: „Allah ist lesbisch“. Die 50-Jährige ist eine der wenigen offen atheistischen Frauen in Marokko und setzt sich seit vielen Jahren für Menschenrechte und die queere Community ein.

Tausende Morddrohungen jeden Tag

Im betreffenden Online-Beitrag von Ende Juli kritisierte Lachgar den Islam und erklärte, dieser sei wie „jede religiöse Ideologie“ faschistisch und frauenfeindlich. Der Beitrag verbreitete sich wie ein Lauffeuer und die Marokkanerin bekam laut eigener Aussage daraufhin täglich „tausende Vergewaltigungsaufrufe, Morddrohungen und Aufrufe zur Steinigung“.  Nun folgte daraufhin die Festnahme der 50-Jährigen, die erst vor wenigen Tagen ihren Geburtstag feierte. Laut Staatsanwaltschaft habe sie sich mit ihren „beleidigenden Äußerungen gegen Gott“ der Gotteslästerung schuldig gemacht. Zudem habe sie direkt auch den Islam beleidigt. 

Derzeit befindet sich Lachgar in Haft, die Staatsanwaltschaft soll in Kürze über die weitere Strafverfolgung entscheiden. Sollte die Aktivistin wegen Religionsbeleidigung im öffentlichen Raum verurteilt werden, droht ihr eine Haftstrafe von bis zu fünf Jahren und zudem eine hohe Geldstrafe von umgerechnet bis zu 20.000 Euro.  

Kriminalisierung von Schwulen und Lesben

Homosexualität ist in Marokko bis heute illegal und kann mit bis zu drei Jahren Gefängnis geahndet werden. Erste Versuche 2024, den Passus der „unzüchtigen oder unnatürlichen Handlungen“ zwischen gleichgeschlechtlichen Personen aus dem Strafgesetzbuch zu streichen, scheiterten bisher. Zuletzt verurteilte der LSVD+ die Rechtsprechung im Land und sprach von einer  „gesamtgesellschaftlichen Ächtung“ sowie von „massiver Gewalt gegen queere Menschen“, nachdem Pläne der deutschen Bundesregierung konkreter wurden, Marokko und weitere Maghrebstaaten zu sicheren Herkunftsländern zu erklären

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