Direkt zum Inhalt
EU droht mit Sanktionen
ANZEIGE

EU droht mit Sanktionen Die Attacken auf die Meinungsfreiheit und die LGBTIQ+-Community in Georgien bleiben nicht mehr ohne Folgen

ms - 16.07.2025 - 16:00 Uhr
Loading audio player...

Die Regierung in Georgien geht seit letztem Jahr mit steigender Radikalität gegen die LGBTIQ+-Community vor, seitdem das Parlament vor rund zwölf Monaten ein Gesetzespaket gegen die „LGBT-Propaganda“ verabschiedet hat. Nebst einem Verbot von Pride-Demonstrationen wird dabei Homosexualität weitestgehend in jedwedem öffentlichen Leben untersagt. Eine gleichgeschlechtliche Ehe oder auch Adoptionen von Schwulen und Lesben sind als verfassungswidrig eingestuft worden. 

Forderungen nach zeitnaher Kehrtwende

Dazu kommt, dass die prorussische Regierungspartei „Georgischer Traum“ auch massiv gegen Kritiker, unabhängige Medien sowie auch gegen Nichtregierungsorganisationen immer exzessiver vorgeht – auch queere Vereine wurden inzwischen vollends in den Untergrund getrieben. Die Europäische Union hatte daraufhin bereits im vergangenen Jahr den EU-Beitrittsprozess mit Georgien erst einmal auf Eis gelegt. 

Nun meldete sich die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas zu Wort. Sie bekräftigte bei einem Treffen mit EU-Kollegen in Brüssel, dass der „demokratische Rückschritt in Georgien“ nicht „ohne Konsequenzen“ bleiben werde. Ganz offen werde nun über Sanktionen nachgedacht, denn Georgien verstoße gegen europäische Grundwerte. Unter anderem könnte so der visafreie Reiseverkehr oder das Partnerschaftsabkommen ausgesetzt werden.

Eindringlich forderte Kallas daher jetzt die georgische Regierung dazu auf, zeitnah eine Kehrtwende zu vollziehen und wieder die Versammlungs- und Meinungsfreiheit sowie das Recht auf Privatsphäre und das Diskriminierungsverbot zu achten. Bis Ende August habe die Regierung dazu Zeit, bevor weitere Konsequenzen drohen würden. 

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Eklat in Sydney

Proteste gegen LGBTIQ+-Events

Nach Protesten gegen LGBTIQ+-Veranstaltungen droht einer neuen Kulturstätte in einer ehemaligen Kirche in Sydney jetzt die Räumung.
Schule gegen Mobbing

Mailänder Schule ehrt Opfer

Eine Mailänder Schule wird nach Andrea Spezzacatena benannt, der nach homophobem Mobbing Suizid verübte. Die Ehrung soll ein wichtiges Zeichen setzen.
Kampf um Pride in Rumänien

Internationale Kritik an Regierung

Mehr als 120 Organisationen fordern Rumänien auf, den Pride-Marsch in Oradea zu ermöglichen und die Versammlungsfreiheit zu schützen.
Königin zeigt Flagge

Amsterdam feiert Vielfalt

Königin Máxima eröffnet den World Pride 2026 in Amsterdam und setzt damit als erste europäische Königin ein Zeichen für LGBTIQ+-Rechte.
Haftantritt in Chemnitz

Auslieferung nach Deutschland

Die verurteilte Rechtsextremistin Marla-Svenja Liebich ist nach einer Entscheidung tschechischer Behörden jetzt nach Deutschland überstellt worden.
Streit unter Republikanern

Pädophilie-Vergleich vor Gericht

Ein schwuler Republikaner aus Wyoming verklagt Parteikollegen wegen homophoben Diffamierungen und erfundenen Vorwürfen sexuellen Fehlverhaltens.
Unterstützung für LGBTIQ+

Besondere Aktion in England

Eine Hilfsverin in Nordostengland erhält Fördergeld vom Polizeichef, um LGBTIQ+-Menschen nach Hassverbrechen und Anfeindungen zu unterstützen.
Streit um Pronomen

Religiöse US-Eltern vor Gericht

Religiöse Eltern verklagen einen Schulbezirk in Maryland, weil Lehrkräfte ihr Kind ohne ihr Wissen mit männlichem Namen und Pronomen ansprachen.
Indonesien attackiert LGBTIQ+

Einstufung als Terror-Bedrohung

Indonesiens Regierung stuft LGBTIQ+ als nicht-militärische Terror-Bedrohung ein. Menschenrechtsorganisationen warnen vor weiterer Diskriminierung.