Direkt zum Inhalt
Angriff auf US-Veteranen

Angriff auf US-Veteranen Empörung und Angst über jüngste Entscheidung der Trump-Regierung

ms - 17.03.2025 - 10:00 Uhr
Loading audio player...

Trotz massiver Kritik und juristischem Gegenwind scheint die US-Regierung weiter an ihrer strikten Einstellung gegenüber queeren Mitarbeitern im Militärdienst festzuhalten. In einem ersten Schritt wurden jetzt Richtlinien mit sofortiger Wirkung gestrichen, die queeren Veteranen bisher eine, auf sie abgestimmte Gesundheitsversorgung sicherstellte.

Streichung von Behandlungsangeboten

Konkret geht es dabei um die Order 1341, die bis Ende letzter Woche noch trans*, nicht-binären und intersexuellen Menschen im US-Dienst eine Standard-Versorgung zusicherte inklusive einer Hormontherapie, psychologischer Unterstützung und weiterreichende Versorgungsangebote entsprechend ihrer Geschlechtsidentität. Seit 2018 existierte die Order, um laut eigenem Bekunden eine „gerechte Gesundheitsversorgung für Transgender- und Intersex-Veteranen“ zu bekräftigen. Dazu gehörten unter anderem auch die Einrichtung von speziellen Unisex-Toiletten oder Wohnheimzimmern. All diese Aspekte wurden nun weitestgehend aufgehoben. 

Verrat an den Veteranen

Ein Facharzt für queere Veteranen erklärte nach Bekanntwerden der überarbeiteten Richtlinien: „Diese Änderung der Politik wird eine Menge Schaden anrichten. Das schafft ein Klima der Angst.“ Das Ministerium für Veteranenangelegenheiten reagierte bisher nicht auf Presseanfrage bezüglich einer Stellungnahme. Verschiedene Veteranen-Verbände wie die Modern Military Association of America, das Minority Veterans of America sowie auch SPARTA oder Out in National Security verurteilten den Schritt in einer gemeinsamen Erklärung und bezeichneten ihn als Verrat an den Veteranen, die ihrem Land ehrenhaft gedient haben: „Diese Entscheidung wird unsere ohnehin schon verheerend hohen Selbstmordraten noch verschlimmern und noch mehr Veteranen in eine Krise stürzen, und zwar aus keinem anderen Grund als aus Hass“, so Lindsay Church, Geschäftsführerin der Minority Veterans of America.

Kein Vertrauen mehr 

Die SPARTA-Vorsitzende Emily Shilling, die die Trump-Administration bereits aufgrund des angedachten Verbot für trans* Militärangehörige verklagt, betont überdies die fatale Langzeitwirkung: „Die Grundlage des Militärdienstes ist Vertrauen, Vertrauen in die Führung, in unsere Mitstreiter und in das Versprechen, dass man sich um uns kümmert, wenn wir alles geben. Doch heute werden Transgender-Mitglieder aus dem Dienst gedrängt, ihnen wird die grundlegende Würde verweigert, und sie werden jetzt der Gesundheitsversorgung beraubt, die jedem Veteranen versprochen wurde, der ehrenhaft gedient hat. Dies ist ein Verrat an diesem heiligen Vertrauen, der unsere Streitkräfte, unsere Veteranen und die Nation schwächt, die zu verteidigen wir geschworen haben.“ Trotz des laufenden Rechtsstreits hat derweil das Pentagon vor kurzem zudem angekündigt, noch im März damit beginnen zu wollen, trans* Menschen aus dem US-Militär zu werfen

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Haftstrafe für Priester

Missbrauch von Jugendlichen

Ein Priester wurde jetzt zu einer Haftstrafe von mehr als drei Jahren verurteilt, er missbrauchte zwei Jugendliche in einem Hotelzimmer in München.
Warnungen vor Überwachung

Über 100 queere Bücher betroffen

Die Leiterin der Rutherford County Library wurde von der Bibliotheksführung entlassen, weil sie sich weigerte, LGBTIQ+-Bücher zu entfernen.
Miersch und Spahn

Debatte übers eigene Schwulsein

Im Interview mit der Zeit diskutieren Jens Spahn (CDU) und Matthias Miersch (SPD) über ihre Selbstdefinition als schwule Männer.
Aufsehen um neue HBO-Serie

Schwules Leben und Lieben in Polen

Die neue polnische Serie "Proud" porträtiert das Leben von jungen Schwulen und sorgt im Land derzeit für viel Aufregung.
Prominente Kritik an US-Agenda

Im Fokus ICE-Jugendhaftzentrum

Über 200 Prominente, darunter Madonna, Billy Porter oder Javier Bardem, fordern die Schließung einer ICE-Haftanstalt für Kinder und Familien in Texas.
HIV in Schottland

Keine neue Infektionen bis 2030?

Schottland ist auf dem Weg, HIV-Übertragungen bis 2030 ganz zu beenden, dazu bedarf es allerdings jetzt mehr Einsatz der Regierung, so Fachverbände.
Schwere Lage in Australien

Queere Menschen in Down Under

Die Lage für queere Menschen in Australien habe sich innerhalb von knapp zehn Jahren verschlechtert, betonte jetzt die Menschenrechtskommission.
Depressionen bei Jugendlichen

Erneute Zunahme der Fallzahlen

Abermals sind die Fälle von Depressionen bei Jugendlichen angestiegen, besonders belastet sind dabei queere Minderjährige.
Anhörung im Fall Uganda

Sitzung im kanadischen Parlament

Homosexuelle aus Uganda haben sich in einer Anhörung an Kanada gewandt und erhoffen sich mehr Schutz für Schwule und Lesben.