Direkt zum Inhalt
Prominente Kritik an US-Politik

Prominente Kritik an US-Agenda Nein zu ICE-Haftanstalten von Madonna, Javier Bardem und weiteren Künstlern

ms - 01.04.2026 - 13:30 Uhr
Loading audio player...

Schauspieler Javier Bardem (57, No Country for Old Men, Dune), Pop-Sängerin Madonna (67) sowie der schwule Schauspieler Billy Porter (56), sein Kollege Pedro Pascal (50, The Last Of Us) als auch Hulk-Darsteller Mark Ruffalo (58) und Jane Fonda (88) haben sich mit mehr als 200 anderen prominenten Künstlern, Sportlern, Ärzten und Aktivisten zusammengeschlossen, um die sofortige Schließung des ICE-Immigrantengefängnisses in Dilley, Texas, zu fordern. In der Einrichtung werden minderjährige Kinder und Familien festgehalten, die nach Einsätzen des US-Einwanderungs- und Zolldienstes ICE inhaftiert wurden. 

Kinder gehören nicht in Haftzentren

In einem offenen Brief an die US-Regierung und den Betreiber CoreCivic heißt es: „Kein Kind sollte in Einwanderer-Gefängnissen festgehalten werden. Kinder gehören in die Schule. Nicht in Haftzentren.“ Der Brief beklagt Traumata, Vernachlässigung, fehlenden Zugang zu medizinischer Versorgung, Sicherheitsmängel und Verletzungen grundlegender Menschenrechte von Kindern und Familien. Berichte über Missstände reichen von mangelndem Zugang zu Trinkwasser über verdorbene Lebensmittel, unzureichende medizinische Betreuung und Schlafentzug bis hin zur Verweigerung rechtlicher Unterstützung. Kinder werden demnach häufig von ihren Familien getrennt, Protestierende sehen sich Repressalien ausgesetzt.

Das Dilley-Zentrum, früher als South Texas Family Residential Center bekannt, ist in den vergangenen Monaten zunehmend in die öffentliche Kritik geraten. Vorfälle wie Masernausbrüche und schlechte hygienische Bedingungen sorgten mehrfach für Besorgnis. Besonders problematisch ist offenbar aber die lange Haftdauer: Zwischen November und Februar hielten sich Familien im Schnitt mehr als 50 Tage in der Einrichtung auf – deutlich länger als die 20 Tage, die das Flores-Abkommen zur Haft minderjähriger Migranten vorsieht.

Forderung nach sofortiger Schließung

Die Unterzeichner des offenen Briefes fordern nicht nur die Schließung des Zentrums, sondern auch Transparenz, Rechenschaftspflicht und strukturelle Reformen, um ähnliche Missstände künftig zu verhindern. Die Petition auf der Plattform Change.org hat bereits mehr als 16.000 bestätigte Unterstützer. Der Appell von Bardem, Madonna und weiteren Prominenten unterstreiche die Dringlichkeit eines Umdenkens im Umgang mit der Migrationskrise und dem Schutz von Kindern und Familien, heißt es. Für die LGBTIQ+-Community verdeutliche die Initiative die Notwendigkeit, sich gegen jede Form der Inhaftierung zu positionieren, die die Integrität vulnerabler Menschen verletzt.

Die Organisatoren betonen außerdem, dass es sich um eine humanitäre Herausforderung handele, die Empathie und Solidarität erfordere. „Die Stimmen von Bardem, Madonna und weiteren Prominenten sollen inspirieren, eine Welt zu schaffen, in der alle Kinder, unabhängig von Herkunft oder Identität, sicher, frei und geliebt aufwachsen können“, heißt es in dem Schreiben.

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

HIV in Schottland

Keine neue Infektionen bis 2030?

Schottland ist auf dem Weg, HIV-Übertragungen bis 2030 ganz zu beenden, dazu bedarf es allerdings jetzt mehr Einsatz der Regierung, so Fachverbände.
Schwere Lage in Australien

Queere Menschen in Down Under

Die Lage für queere Menschen in Australien habe sich innerhalb von knapp zehn Jahren verschlechtert, betonte jetzt die Menschenrechtskommission.
Depressionen bei Jugendlichen

Erneute Zunahme der Fallzahlen

Abermals sind die Fälle von Depressionen bei Jugendlichen angestiegen, besonders belastet sind dabei queere Minderjährige.
Anhörung im Fall Uganda

Sitzung im kanadischen Parlament

Homosexuelle aus Uganda haben sich in einer Anhörung an Kanada gewandt und erhoffen sich mehr Schutz für Schwule und Lesben.
Japan prüft Öffnung der Ehe

Beratungen des Obersten Gerichts

Seit Jahren wird in Japan über die Einführung der Ehe für alle gestritten, nun hat sich endlich das Oberste Gericht der Sache angenommen.
Neues Verbot in Frankreich

Jugendliche und Social-Media

Frankreichs Senat stimmte für ein Social-Media-Verbot einiger Plattformen für Jugendliche. Ungewiss ist, ob das Gesetz nicht gegen EU-Recht verstößt.
25 Jahre Ehe für alle

Niederlande feiert Jubiläum

Heute vor 25 Jahre führten die Niederlande als erstes Land weltweit die gleichgeschlechtliche Ehe ein, ein Meilenstein für die Community.
Fataler Rückschlag im Senegal

Neues Hass-Gesetz tritt in Kraft

Internationaler Druck und eine Petition haben nichts gebracht: Senegals Präsident hat das verschräfte Anti-Homosexuellen-Gesetz unterzeichnet.
Entscheidung des Supreme Court

Zuspruch zu Konversionstherapien

Herber Rückschlag in den USA: Der Supreme Court hat ein Verbot von Konversionstherapien für nichtig erklärt. Queere Verbände sind geschockt.