Direkt zum Inhalt
Haftstrafe für Freiburger Priester

Haftstrafe für Priester Jugendliche alkoholisiert und im Hotel sexuell missbraucht

ms - 02.04.2026 - 08:00 Uhr
Loading audio player...

Ein katholischer Priester aus der Erzdiözese Freiburg ist wegen sexuellen Missbrauchs und Besitzes von Kinderpornografie zu einer Haftstrafe verurteilt worden. Das Landgericht München I verhängte gestern eine Freiheitsstrafe von drei Jahren und drei Monaten gegen den 58-Jährigen.

Alkoholisiert und missbraucht 

Dem Urteil zufolge hatte der Mann 2005 zwei männliche Jugendliche nach einem gemeinsamen Oktoberfestbesuch in einem Hotelzimmer missbraucht. Die Jugendlichen waren zu diesem Zeitpunkt stark alkoholisiert und konnten sich nicht wehren. Zudem wurden 2024 auf dem Mobiltelefon des Priesters kinderpornografische Bilder entdeckt.

Weitere Missbrauchsvorwürfe, die sich an seiner damaligen Seelsorgestelle in einer kleinen Schwarzwaldgemeinde in Baden-Württemberg ereignet haben sollen, führten nicht zu einer Verurteilung. Nach Angaben des Gerichts war eine Strafbarkeit nur bei Taten nach der Gesetzesänderung von 2016 möglich. Der Priester hatte die ihm vorgeworfenen Taten eingeräumt.

Vertrauensverhältnis ausgenutzt

„Für seine Opfer war der Angeklagte Täter und Wohltäter zugleich“, sagte der Richter. Er betonte, dass der Priester das Vertrauensverhältnis ausgenutzt habe und eine Bewährungsstrafe daher nicht in Frage komme. Die Verteidigung hatte auf eine Bewährungsstrafe plädiert, die Staatsanwaltschaft hingegen vier Jahre und zehn Monate Haft gefordert.

Anfang 2023 wandte sich einer der Betroffenen an die Missbrauchsbeauftragte des Erzbistums Freiburg. Daraufhin meldete der Pauliner-Orden die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft. Das Erzbistum äußerte Respekt vor dem Mut des Betroffenen und bezeichnete die lange unentdeckte Tat als Quelle von Scham. „Wir bekennen uns zur Mitverantwortung für die Schutzbefohlenen in unseren Gemeinden“, erklärte die Erzdiözese. Das Urteil solle Betroffene ermutigen, sich an die zuständigen Stellen zu wenden. Zuletzt lebte der Priester in einem Kloster in Oberbayern. 

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Misshandlungen in Italien

Jahrelange Folter der Tochter

In ganz Italien wird über einen Fall in Turin diskutiert: Ein Elternpaar misshandelte dort über Jahre ihre trans* Tochter. Nun wurde Anklage erhoben.
Radikale Gesetze in Idaho

Maßnahmen gegen trans* Menschen

Idaho hat mehrere Gesetze verabschiedet, die sich direkt gegen trans* Menschen wenden. Es drohen 5 Jahre Haft für die „falsche“ Toilettennutzung.
Warnungen vor Überwachung

Über 100 queere Bücher betroffen

Die Leiterin der Rutherford County Library wurde von der Bibliotheksführung entlassen, weil sie sich weigerte, LGBTIQ+-Bücher zu entfernen.
Miersch und Spahn

Debatte übers eigene Schwulsein

Im Interview mit der Zeit diskutieren Jens Spahn (CDU) und Matthias Miersch (SPD) über ihre Selbstdefinition als schwule Männer.
Aufsehen um neue HBO-Serie

Schwules Leben und Lieben in Polen

Die neue polnische Serie "Proud" porträtiert das Leben von jungen Schwulen und sorgt im Land derzeit für viel Aufregung.
Prominente Kritik an US-Agenda

Im Fokus ICE-Jugendhaftzentrum

Über 200 Prominente, darunter Madonna, Billy Porter oder Javier Bardem, fordern die Schließung einer ICE-Haftanstalt für Kinder und Familien in Texas.
HIV in Schottland

Keine neue Infektionen bis 2030?

Schottland ist auf dem Weg, HIV-Übertragungen bis 2030 ganz zu beenden, dazu bedarf es allerdings jetzt mehr Einsatz der Regierung, so Fachverbände.
Schwere Lage in Australien

Queere Menschen in Down Under

Die Lage für queere Menschen in Australien habe sich innerhalb von knapp zehn Jahren verschlechtert, betonte jetzt die Menschenrechtskommission.
Depressionen bei Jugendlichen

Erneute Zunahme der Fallzahlen

Abermals sind die Fälle von Depressionen bei Jugendlichen angestiegen, besonders belastet sind dabei queere Minderjährige.