Direkt zum Inhalt

Enttäuschung bei Amnesty Menschenrechtsorganisation fordert Umdenken in der Politik nach Bundestagswahl

Von ms - 25.02.2025 - 12:00 Uhr
Enttäuschung bei Amnesty
Foto: IMAGO / Müller-Stauffenberg
ANZEIGE
Loading audio player...

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International zieht eine, so wörtlich, „ernüchternde Bilanz“ nach der Bundestagswahl am vergangenen Sonntag und erklärte weiter: „Statt drängende menschenrechtliche Herausforderungen in den Blick zu nehmen, haben zahlreiche Parteien Migration zum zentralen Wahlkampfthema gemacht und sich einen rassistischen Überbietungswettbewerb geliefert.“

Spalterisches Gift in der Gesellschaft

Nun sei es im Rahmen der Regierungsbildung an der Zeit, sich auf die „Unverhandelbarkeit der Menschenrechte“ zu besinnen. Immer wieder hatte die Organisation in diesem Zusammenhang auch LGBTIQ+-Rechte betont, sowohl in Deutschland wie auch international. 

Julia Duchrow, Generalsekretärin von Amnesty International in Deutschland, betonte: „Dieser Wahlkampf war spalterisches Gift für unsere Gesellschaft. Nicht Misstrauen oder rassistische Hetze machen unser Zusammenleben sicher, sondern ein Bekenntnis zu den Grundwerten unserer Gesellschaft: den unveräußerlichen Menschenrechten. Wir erwarten jetzt von allen mit der Regierungsbildung beauftragten Parteien, Menschenrechte und Völkerrecht endlich auf die Agenda zu setzen. Die politischen Debatten und Entscheidungen der nächsten vier Jahre sind entscheidend dafür, dass Menschenrechte und Rechtsstaatlichkeit unsere Gesellschaft wieder vereinen.“ 

Neue Welle der Solidarität

Die kommende Bundesregierung müsse menschenfeindlichen Debatten „einen Riegel vorschieben“, gerade auch mit Blick auf die Community. Die Chance dazu sieht der Verein gegeben, insbesondere aufgrund der Demonstrationen und Pride-Veranstaltungen im Februar: „In den letzten Wochen ist in Deutschland eine riesige Welle der Solidarität entstanden. Das macht Mut. Aktivist*innen, die sich für Menschenrechte einsetzen, Betroffene von Rassismus und LGBTI-Feindlichkeit brauchen weiter unsere Unterstützung. Damit die Welle der Solidarität nicht verebbt, dürfen wir nicht in Fatalismus verfallen. Auch nach der Wahl müssen wir aktiv bleiben, uns zusammenschließen und unser Engagement für Rechtsstaatlichkeit, Menschenrechte und Solidarität von den Straßen überallhin tragen: in unsere Vereine, Nachbarschaften, Arbeitsplätze und Familien. Es braucht uns alle, mehr denn je“, so Duchrow abschließend. 

Anzeige
ANZEIGE

QUEERE PRESSESCHAU

Berliner MorgenpostNach Razzia gegen queeres Gesundheitsprojekt: Demo in Berlin angekündigtSWRGrüner Sozialminister BW sorgt sich um Minderheiten: Hildenbrand will "Anwalt" der queeren Community seinFalterBlauland: Zum Jubiläum ein Regenbogen-Hirschgeweihntv"Man hat sich geschminkt": Thomas Anders vergleicht sich mit Bill KaulitzAlle Meldungen ansehen
ANZEIGE

Umfrage der Woche

Wie wichtig ist dir ein LGBTIQ+-freundliches Arbeitsumfeld bei der Wahl eines Arbeitgebers?

Choices
Artikel zur Umfrage lesen
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Haftstrafen nach Angriff

Homophobe Attacken mit Folgen

Nach einem brutalen homophoben Überfall auf einen schwulen 31-Jährigen Syrer in Mainz müssen zwei Landsleute für mehrere Jahre ins Gefängnis.
Heated Rivalry Look-a-Like

Doppelgänger auf Liebesurlaub

Erst gewannen sie als „Heated Rivalry“-Doppelgänger einen Wettbewerb, jetzt genießen Felix Eller und Aram Matagi romantische Tage in Kanada.
Wege aus der Sexspirale

Chemsex-Therapie zeigt Erfolge

Eine britische neue Studie zeigt ermutigende Ergebnisse: Gruppentherapie kann Männern helfen, Chemsex und zwanghaftes Sexualverhalten zu verändern.
Der Lügenbaron im Oval Office

Santos als Trumps Pressesprecher?

Nach dem Blitzabgang von Trumps Sprecherin bewirbt sich der wegen Betrugs verurteilte Ex-Abgeordnete George Santos öffentlich um den Job.
Hildenbrand will Mut machen

Schwuler Minister über Coming-Out

Baden-Württembergs Sozialminister Oliver Hildenbrand spricht über seine Jugend als schwuler Mann, Familienvielfalt und den Schutz von LGBTIQ+-Menschen
Growlr verliert Nutzer

Bears wechseln zur Konkurrenz

Nach dem Ende der Livestreams bei Growlr berichten Konkurrenten von abwandernden Nutzern. Die neuen Eigentümer versprechen indes einen Neustart.
Türkei hält Aktivisten fest

Menschenrechtler schlagen Alarm

Mehr als einen Monat nach landesweiten Razzien sitzen in der Türkei weiterhin LGBTIQ+-Aktivisten ohne Anklage in Untersuchungshaft.
Debatte um Grindr-Spende

13.500 Dollar für Republikanerin?

Grindr-Chef George Arison unterstützt offenbar eine republikanische Senatorin finanziell und sorgt damit für neue Debatten in der Community.
Trumps Männerbild

Präsidenten-Nichte übt Kritik

Mary Trump kritisiert die öffentlichen Bemerkungen ihres Onkels über Männerkörper und sieht darin Anzeichen nachlassender Impulskontrolle.