Direkt zum Inhalt

Appell an Joe Biden Werden US-Militärangehörige und ihre Regenbogenfamilien künftig diskriminiert?

Von ms - 19.12.2024 - 14:00 Uhr
Appell an Joe Biden
Foto: iStock / Martinns
ANZEIGE
Loading audio player...

Der US-Senat hat den sogenannten National Defense Authorization Act verabschiedet, der den Etat des Verteidigungsministeriums regelt. Für 2025 wurde ein Gesamtbetrag von 895 Milliarden US-Dollar verabschiedet. Queere US-Verbände kritisieren dabei jetzt scharf, dass LGBTI*-Menschen mit den neuen Richtlinien diskriminiert werden. 

Neue Richtlinien für Regenbogenfamilien

Konkret geht es um den Versicherungsschutz, der Teil des Pakets für alle Streitkräfte und Mitarbeiter des US-Militärs ist. Die neue Regelung sieht dabei vor, dass das Militär kein Geld mehr für medizinische Behandlungen für geschlechtsangleichende Pflege für minderjährige Trans-Angehörige von Menschen im Militärdienst bereitstellt. Eine klare Mehrheit von 85 zu 14 Stimmen im Senat votierte für das Bundesgesetz. 

Konkret besagen die neuen Vorschriften, dass im Rahmen von TriCare „medizinische Eingriffe zur Behandlung von Geschlechtsdysphorie, die zu einer Sterilisation führen könnten, einem Kind unter 18 Jahren nicht gewährt werden dürfen“. 

Kritik von queeren Verbänden 

Die American Civil Liberties Union, die Human Rights Campaign (HRC), das Trevor Project sowie das Whitman-Walker Institut und Advocates for Trans Equality forderten nun deswegen Präsident Joe Biden auf, sein Veto gegen das Gesetz einzulegen. „Mit der Verabschiedung dieser Gesetzesvorlage zwingen das Repräsentantenhaus und der Senat Tausende von Angehörigen des aktiven Dienstes dazu, zwischen ihrer Karriere beim Militär und der Zukunft ihrer transsexuellen Kinder zu wählen. Dieser skrupellose und ungerechtfertigte Angriff auf diese Familien steht in direktem Gegensatz zu Präsident Joe Bidens Vermächtnis, die Bürgerrechte von Transgender-Amerikanern zu verteidigen“, so die gemeinsame Erklärung. 

HRC-Präsidentin Kelley Robinson betonte überdies, nur Biden habe jetzt noch die Macht, „dieser Grausamkeit ein Ende zu setzen.“ Das Weiße Haus ist bis jetzt zu keiner Stellungnahme bereit – selbst wenn Biden allerdings sein Veto einsetzen sollte, dürfte ab Mitte Januar der dann neue Präsident Donald Trump das Gesetz rückwirkend trotzdem freigeben. 

Anzeige
ANZEIGE

QUEERE PRESSESCHAU

DER STANDARDHomophobe Hassdelikte: Fast jeden Tag ein FallBerliner MorgenpostNach Razzia gegen queeres Gesundheitsprojekt: Demo in Berlin angekündigtSWRGrüner Sozialminister BW sorgt sich um Minderheiten: Hildenbrand will "Anwalt" der queeren Community seinFalterBlauland: Zum Jubiläum ein Regenbogen-HirschgeweihAlle Meldungen ansehen
ANZEIGE

Umfrage der Woche

Wie wichtig ist dir ein LGBTIQ+-freundliches Arbeitsumfeld bei der Wahl eines Arbeitgebers?

Choices
Artikel zur Umfrage lesen
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Heated Rivalry im Kino

Romanze auf großer Leinwand

„Heated Rivalry“ kommt im November in britische und US-Kinos. Zugleich erscheint ein weiterer Film mit Hauptdarsteller Connor Storrie.
Letzte Küsse in der Kutsche

Romantik auf Abschiedstour

New York hat das Ende der Pferdekutschen im Central Park beschlossen. Für schwule Paare verschwindet damit ein besonders romantisches Erlebnis.
Schwuler Volleyballstar

Japan erlebt einen Wandel

Japans Volleyballprofi Rui Takahashi spricht über sein Coming-Out, die Angst vor dem Karriereende und die Unterstützung seines Bruders Ran.
Schwere Vorwürfe gegen Graham

Drei schwule Sexarbeiter berichten

Drei Sexarbeiter behaupten in einer neuen Dokumentation, vom verstorbenen US-Senator Lindsey Graham für sexuelle Kontakte bezahlt worden zu sein.
Haiti verschiebt die Wahlen

Zehn Jahre ohne Urnengang

Haitis Wahlen werden erneut verschoben. LGBTIQ+-Aktivisten warnen vor wachsender Unsicherheit und einer politischen Krise ohne absehbares Ende.
Neue Vorwürfe in Turkmenistan

Psychiatrie wird zum Albtraum

Neue Berichte über Zwangseinweisungen und Misshandlungen zeigen die dramatische Lage homosexueller Menschen in Turkmenistan.
Gewalt gegenüber Asexuellen

Studie zeigt starke Diskriminierung

Ein neuer internationaler Bericht dokumentiert Gewalt und Diskriminierung gegen asexuelle Menschen und fordert besseren gesetzlichen Schutz.
Regenbogenfamilien im Fokus

Rund 300 Menschen feiern Vielfalt

Bei der Regenbogenfamilienkonferenz in Mannheim forderten LGBTIQ+-Familien mehr rechtliche Sicherheit, Unterstützung und gesellschaftliche Anerkennung
„Glee“-Stars kehren zurück

Diese Stars sind wieder dabei

Die Musicalserie „Glee“ bekommt eine Neuauflage bei Disney+ und Hulu. Die ersten Stars der Originalbesetzung haben jetzt ihre Rückkehr bestätigt.