Direkt zum Inhalt
Verbot von Hassreden

Verbot von Hassreden Polens Regierung will Homosexuelle per Gesetz vor Hass und Hetze schützen

ms - 29.11.2024 - 10:30 Uhr
Loading audio player...

Polens Einsatz für homosexuelle Menschen ist zuletzt ein wenig ins Stocken geraten, nun aber kommt bei mehreren Projekten endlich Bewegung in die Sache. Vor kurzem wurde so ein erster Gesetzentwurf für die Einführung einer gleichgeschlechtlichen Ehe vorgelegt und darüber hinaus zusammen mit Deutschland ein Plan für mehr Gleichberechtigung von Homosexuellen im Land beschlossen. Nun der nächste Schritt: Die polnische Regierung will Hassreden gegen Homosexuelle verbieten. 

Haftstrafen für homophobe Hetze 

Der aktuelle Plan sieht vor, Aspekte wie die sexuelle Orientierung, das Geschlecht, das Alter oder eine Behinderung in die bereits bestehenden, polnischen Gesetze gegen Hassverbrechen miteinzubeziehen. Bisher sieht das Gesetz vor, dass „öffentliche Beleidigung aufgrund nationaler, ethnischer, rassischer oder religiöser Zugehörigkeit“ illegal ist und mit einer Gefängnisstrafe von bis zu drei Jahren geahndet wird. 

Das Justizministerium erklärte dazu jetzt, dass „diese Bestimmungen nicht genügend Schutz für alle Minderheitengruppen bieten, die besonders anfällig für Diskriminierung, Vorurteile und Gewalt sind. Die neuen Vorschriften zielen darauf ab, das verfassungsmäßige Diskriminierungsverbot besser umzusetzen und internationale Empfehlungen zu Standards für den Schutz vor Hassreden und Hassverbrechen zu erfüllen.“ 

Ministerpräsident billigt Gesetzesänderungen 

Zuvor hatte sich auch der UN-Menschenrechtsrat besorgt darüber geäußert, dass das polnische Strafgesetzbuch in puncto Hassverbrechen einige Schutzaspekte auslässt. Eine Aktualisierung der bisherigen Richtlinien soll dann Homosexuelle ebenso schützen wie Menschen, die aufgrund ihres Alters, ihres Geschlechts oder ihrer Behinderung Diskriminierung ausgesetzt sind. Ministerpräsident Donald Tusk billigte in dieser Woche den Gesetzentwurf, der nun zur Abstimmung ins Parlament kommt – hier hat die Regierung die Mehrheit, eine Umsetzung ist daher sehr wahrscheinlich. Polen folgt damit auch der Mehrheitsmeinung in der Gesellschaft, die sich inzwischen für mehr Rechte für Schwule und Lesben ausspricht

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Wo ist Erik Staudacher?

Seit drei Wochen keine Spur

Polizei bittet um Hilfe: Vor drei Wochen verschwand Erik Staudacher spurlos nach einer Nacht in einer Neuköllner Bar.
Gefährdung queer Geflüchteter

Ludovic Mbock droht Lebensgefahr

Einem offen schwulen E-Sportler aus Maryland droht nach einem Routinebesuch bei den US-Einwanderungsbehörden die Abschiebung nach Kamerun.
Queere Menschen in Angst

LGBTIQ+ unter starkem Druck

Im vergangenen Jahr verzeichnete Hamburg einen alarmierenden Anstieg politisch motivierter Hasskriminalität.
Neue Debatte um Elio

Pixar-Film ohne schwule Hauptfigur

Ein schwuler Held? Das wäre für Zuschauer des Pixar-Films „Elio“ einfach „zu heikel“ gewesen, erklärte jetzt erstmals Kreativdirektor Pete Docter.
Krise in der Schweiz

Beratungsanfragen nehmen stark zu

Die Schweizer LGBTIQ Helpline hat 2025 eine starke Zunahme von über 20 % an Beratungsanfragen registriert, immer mehr queere Menschen brauchen Hilfe.
Ärzte warnen vor Pilz-STI

Betroffen zumeist schwule Männer

In den USA tritt derzeit verstärkt eine Pilz-Infektion nach Sex unter Männern auf. Möglicherweise gibt es bereits erneut Übertragungen auch in Europa.
LGBTIQ+ in Deutschland

Neue Studie mit spannenden Fakten

Eine neue Studie über die LGBTIQ+-Akzeptanz in Deutschland erstaunt: Ältere sind liberaler als Jüngere. Die größte Ablehnung findet sich bei trans*.
Diversity-Verbot in Florida

Finale Abstimmung gegen Diversität

In Florida wurde in dritter Abstimmung ein Anti-Diversity-Gesetz verabschiedet. Tritt es 2027 in Kraft, hätte es fatale Folgen, nicht nur für LGBTIQ+.