Direkt zum Inhalt

Bewaffnung der Community Run auf Waffen von Frauen und queeren Menschen nach dem Wahlsieg von Donald Trump

Von ms - 25.11.2024 - 16:00 Uhr
Bewaffnung der Community
Foto: iStock / Evgenia Parajanian
ANZEIGE
Loading audio player...

Nach Recherche des britischen Guardians haben immer mehr queere Menschen nach dem Wahlsieg von Donald Trump Anfang November dieses Jahres vor, sich zu bewaffnen. Das Credo dahinter: „Wir müssen uns selbst besser schützen!“

Maßgeblich dafür verantwortlich sei laut der britischen Zeitung die frauen- und transfeindliche Rhetorik, die den Wahlkampf 2024 geprägt hat und die sich seitdem noch weiter zu verschärfen drohe. So sollen offenbar auch immer mehr Frauen zur Waffe greifen. Der Guardian befragte dazu Amerikaner aus dem ganzen Land mit unterschiedlichem sozialen Background. 

Elektroschocker, Pfeffersprays, Schusswaffen 

Demnach wird gerade auch in der queeren Community als erster Schritt Elektroschocker oder Pfeffersprays immer öfter eingekauft. Dazu scheinen viele queere Personen aktuell in Schützenverbände einzutreten, um besser schießen zu lernen. Die Mitgliederzahl in queer-freundlichen Einrichtungen würde dabei „dramatisch ansteigen“. 

Auch Waffenverkäufer und Ausbilder bestätigen, dass es gerade bei Frauen sowie bei queeren Menschen derzeit eine „Explosion des Interesses“ gäbe. Der landesweite Liberal Gun Club erklärte, er habe seit der Wahlnacht Tausende neuer Mitgliedsanträge erhalten, ein Großteil der Neuzugänge seien dabei Frauen, queere und transsexuelle Menschen. Die Pink Pistols, eine nationale Waffengruppe, die sich an LGBTI*-Personen wendet, gab an, dass sie seit der Wahl sechs neue Ortsgruppen eröffnet habe. Grundsätzlich ist die Zunahme von Waffenkäufen rund um US-Wahlen nichts neues, nach dem Sieg von Barack Obama 2008 kam es unter Konservativen und Republikanern ebenso zu Hamsterkäufen. 

Kein Schutz in „Trump-Land“?

Gegenüber der britischen Zeitung berichtet so beispielsweise die bisexuelle schwarze Ashley Parten (38): „Ich denke jeden Tag darüber nach, eine Waffe zu tragen. Wir alle haben jetzt verstärkt das Bedürfnis, uns generell zu schützen, jetzt erst recht.“ Sie erwarte einen weiteren Anstieg der Hassverbrechen, begründet auch durch eine Art von schweigender Legitimation seitens der neuen US-Regierung ab 2025, denn „unsere Identität wird tagtäglich politisiert.“ 

Einige Interviewte berichteten auch davon, wie sie bereits jetzt erste Pöbeleien und verbale Attacken im Alltag erlebt haben, beispielsweise beim Tanken, als einer lesbischen YouTuberin erklärt wurde, der jetzige Präsident Biden könne sie nicht mehr schützen, denn das sei jetzt „Trump-Land“. 

Wie sinnvoll ist die Bewaffnung?

Innerhalb der LGBTI*-Community im Land kommt indes aber auch Kritik an den Panikkäufen auf. So betonte die Trans-YouTuberin Tacticool Girlfriend: „Waffen werden nicht die Lösung für die meisten Probleme der Menschen sein, auch nicht im Bereich der Selbstverteidigung. Das Training im Umgang mit Pfefferspray und das Erlernen von Kampfsportarten wird in alltäglichen Selbstverteidigungsszenarien immer viel praktischer und nützlicher sein.“ 

Und die Harvard Universität verweist auf eine Metaanalyse der Universität von Kalifornien, die aufzeigte, dass Frauen mit Zugang zu Schusswaffen dreimal häufiger getötet werden als Frauen, die keinen Zugang haben.

Anzeige
ANZEIGE

QUEERE PRESSESCHAU

DER STANDARDHomophobe Hassdelikte: Fast jeden Tag ein FallBerliner MorgenpostNach Razzia gegen queeres Gesundheitsprojekt: Demo in Berlin angekündigtSWRGrüner Sozialminister BW sorgt sich um Minderheiten: Hildenbrand will "Anwalt" der queeren Community seinFalterBlauland: Zum Jubiläum ein Regenbogen-HirschgeweihAlle Meldungen ansehen
ANZEIGE

Umfrage der Woche

Wie wichtig ist dir ein LGBTIQ+-freundliches Arbeitsumfeld bei der Wahl eines Arbeitgebers?

Choices
Artikel zur Umfrage lesen
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Heated Rivalry im Kino

Romanze auf großer Leinwand

„Heated Rivalry“ kommt im November in britische und US-Kinos. Zugleich erscheint ein weiterer Film mit Hauptdarsteller Connor Storrie.
Letzte Küsse in der Kutsche

Romantik auf Abschiedstour

New York hat das Ende der Pferdekutschen im Central Park beschlossen. Für schwule Paare verschwindet damit ein besonders romantisches Erlebnis.
Schwuler Volleyballstar

Japan erlebt einen Wandel

Japans Volleyballprofi Rui Takahashi spricht über sein Coming-Out, die Angst vor dem Karriereende und die Unterstützung seines Bruders Ran.
Schwere Vorwürfe gegen Graham

Drei schwule Sexarbeiter berichten

Drei Sexarbeiter behaupten in einer neuen Dokumentation, vom verstorbenen US-Senator Lindsey Graham für sexuelle Kontakte bezahlt worden zu sein.
Haiti verschiebt die Wahlen

Zehn Jahre ohne Urnengang

Haitis Wahlen werden erneut verschoben. LGBTIQ+-Aktivisten warnen vor wachsender Unsicherheit und einer politischen Krise ohne absehbares Ende.
Neue Vorwürfe in Turkmenistan

Psychiatrie wird zum Albtraum

Neue Berichte über Zwangseinweisungen und Misshandlungen zeigen die dramatische Lage homosexueller Menschen in Turkmenistan.
Gewalt gegenüber Asexuellen

Studie zeigt starke Diskriminierung

Ein neuer internationaler Bericht dokumentiert Gewalt und Diskriminierung gegen asexuelle Menschen und fordert besseren gesetzlichen Schutz.
Regenbogenfamilien im Fokus

Rund 300 Menschen feiern Vielfalt

Bei der Regenbogenfamilienkonferenz in Mannheim forderten LGBTIQ+-Familien mehr rechtliche Sicherheit, Unterstützung und gesellschaftliche Anerkennung
„Glee“-Stars kehren zurück

Diese Stars sind wieder dabei

Die Musicalserie „Glee“ bekommt eine Neuauflage bei Disney+ und Hulu. Die ersten Stars der Originalbesetzung haben jetzt ihre Rückkehr bestätigt.