Direkt zum Inhalt
Aus für Fördergelder
ANZEIGE

Aus für Fördergelder? AIDS-Hilfe Hessen hofft auf wichtige Neubewertung der hessischen Landesregierung

ms - 31.10.2024 - 11:45 Uhr
Loading audio player...

Die hessische Landesregierung plant offenbar, die Fördergelder eines Projekts der AIDS-Hilfe Hessen restlos zu streichen. Ohne eine Folgefinanzierung würde das Hilfsnetzwerk für LGBTI*_Flüchtlinge in Hessen nächstes Jahr abrupt vor dem Aus stehen.

400 Menschen ohne Perspektive 

Betroffen davon wären dann ab kommendem  Jahr rund 400 Menschen, die im Rahmen des Projekts „Rainbow Refugee Supports“, kurz RRS, bisher Hilfe und Unterstützung bekommen. Die Berater des RRS helfen so bei Behördengängen, vermitteln rechtlichen Beistand und stellen Kontakt zur LGBTI*-Community her. Abseits seiner Beratungstätigkeiten fungiert der RRS auch als Kompetenz- und Schulungszentrum zum Thema LGBTI*-Flüchtlinge, beispielsweise auch für das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF).

„Asylverfahren in Hessen dauern durchschnittlich über zwei Jahre – in dieser Zeit sind queere Geflüchtete stark auf den RRS angewiesen, etwa bei ihrer Kommunikation mit Behörden und der Darlegung ihres Fluchtgrunds. Durch eine Streichung der Fördersumme von mehr als 200.000 € jährlich wäre es den sechs Standorten des Projekts nicht mehr möglich, solche Unterstützung zu leisten“, so die eindringliche Warnung der AIDS-Hilfe in Hessen. 

Ändert die Landesregierung ihre Meinung? 

Vereins-Vorstand Mario Ferranti betont überdies: „Der Anteil der anerkannten Geflüchteten unter LSBT*IQ ist hoch, schon daher sind bereits frühe Maßnahmen zur Beförderung ihrer Integration sinnvoll. Angesichts der Belastungen von Menschen, die aufgrund ihrer Transidentität oder Homosexualität verfolgt wurden, halten wir spezifische Angebote zu deren Unterstützung zudem auch für geboten.“ 

Mit der Absicht der Landesregierung, keine Verlängerung der Förderung mehr bereitzustellen, würde eine Kooperation enden, die seit 2017 besteht. „Wir hoffen darauf, dass die Landesregierung ihre Planung überdenkt und die Fortsetzung des erfolgreichen Projekts ermöglicht“, betont daher auch eindringlich Florian Beger, Geschäftsführer der AIDS-Hilfe Hessen.

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Reaktionen auf Amokfahrt

Entsetzen in der Community

Nach dem Terroranschlag auf den Berliner CSD läuft die Fahndung. Politik und Community reagieren mit Entsetzen.
Anschlag auf CSD Berlin

Eine Tote, mehrere Schwerverletzte

Bei einer Amokfahrt beim CSD in Berlin starb eine Frau, mehrere Menschen wurden lebensgefährlich verletzt. Der mutmaßliche Täter ist ein Islamist.
CSD Berlin abgebrochen

Auto rast in Menschenmenge

Der CSD in Berlin wurde am Samstagabend gegen 22 Uhr abgebrochen. Nach ersten Informationen ist ein Auto in eine Menschenmenge gerast.
Der schwule Gentleman-Dieb

Gegenentwurf zu Sherlock Holmes

Der viktorianische Meisterdieb Raffles gilt als schwuler Gegenentwurf zu Sherlock Holmes und wurde von realen schwulen Persönlichkeiten inspiriert.
War Chopin schwul?

Neue Studie über den Komponisten

Eine neue Studie untersuchte Chopins Briefe an Männer und stellt traditionelle Erzählungen über sein Liebesleben infrage. War der Komponist schwul?
Templo zeigt Kraft und Kunst

Schwuler Pole-Star auf Welttour

Der costa-ricanische schwule Pole-Performer Templo bringt beim World Pride 2026 queere Kunst, Athletik und lateinamerikanische Kultur auf die Bühne.
Glamour trotz Hitze

Drag-Queens in der CSD-Sonne

Wenn die Temperaturen wieder Rekorde brechen, liefern sich Make-up, Mode und Sommerhitze bei CSDs einen Kampf, den meist nur der Humor gewinnt.
Team LGBTIQ+ in Glasgow

Commonwealth Games 2026

Bei den Commonwealth Games 2026 in Glasgow treten mehrere LGBTIQ+-Athleten an und setzen trotz kleinerem Teilnehmerfeld ein Zeichen für Vielfalt.
Ekelhafter Angriff in Kiew

Abgehackte Schweineköpfe

Ein Kiewer Schönheitssalon wurde wegen seiner LGBTIQ+-Unterstützung angegriffen: Mit Schweineköpfen sollten die Betreiber eingeschüchtert werden.