Direkt zum Inhalt
Unzufriedenheit mit dem Körper
ANZEIGE

Unzufriedenheit mit dem Körper Jugendwahn und Körperkult setzen Schwule deutlich mehr unter Druck als bisexuelle Männer

ms - 19.09.2024 - 11:00 Uhr
Loading audio player...

Jugendwahn und Körperkult sind bis heute weit verbreitet in der schwulen Community und damit einhergehend eine oftmals stark ausgeprägte Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper – eine neue Studie der britischen Nottingham Trent Universität zeigt nun auf: Bisexuelle  Männer sind weniger unzufrieden mit ihrem Körper als Schwule. 

Muskeln, Körper, Penis

An der Studie nahmen sowohl schwule wie auch bisexuelle und heterosexuelle Männer im Alter zwischen 18 und 85 Jahren teil. Untersucht wurden dabei diverse Aspekte, beispielsweise die persönliche Motivation die selbst definierte Magerkeit beziehungsweise die eigene Muskulosität zu verändern oder auch wie zufrieden die Männer mit Blick auf ihren Körper sind, explizit dabei mit Körperfett, Muskeln Köpergröße wie aber auch dem eigenen Penis. 

Schlankheitswahn bei Schwulen 

Im Vergleich zu schwulen Männern waren bisexuelle Teilnehmer „deutlich weniger motiviert, schlank zu sein, und zeigten eine geringere Unzufriedenheit mit ihrer Muskulatur“, so ein wesentliches Ergebnis der Untersuchungsreihe. Bei diesem Aspekt gleichen Bisexuelle deutlich mehr heterosexuellen Männern. 

Sogenannte „gesellschaftliche Körperbildideale“ ermutigten zwar Männer aller Orientierungen, Muskeln und einem schlanken Körperbau nachzueifern, doch bei schwulen Männern sei dies besonders stark ausgeprägt – und schafft daher oftmals die größte Unzufriedenheit. Ein Studienteilnehmer bringt es so auf den Punkt: „Die Erkenntnis, dass man sich zu anderen Menschen mit dem eigenen Körpertyp hingezogen fühlt, aber den eigenen nicht liebt, ist eine ganz typische schwule Erfahrung.“

Anziehungskraft als Motor 

Warum schwule Männer hier deutlich anders ticken als Bisexuelle, könnte laut den Forschern möglicherweise damit zu tun haben, dass Homosexuelle „eine stärkere körperliche Anziehungskraft auf attraktive und muskulöse Partner haben und selbst ausüben“. Der Wunsch, das eigene Aussehen zu verändern, um diesen Idealen zu entsprechen, sei so wahrscheinlich maßgeblich für das eigene „schlechtere Körperempfinden“. 

Warnung vor neuer Stigmatisierung

Darüber hinaus warnen die Fachleute allerdings davor, aufgrund der Datenlage bisexuelle Männer mit der heterosexuellen Gemeinschaft in einen Topf zu werfen, da die Ausgangssituation, sich zu Personen unterschiedlichen Geschlechts hingezogen zu fühlen auch zu „unterschiedlichen Körperbildsorgen“ führen kann. 

Dazu zeigt die Untersuchung auch auf: „Bisexuelle Menschen sind stärker von Stigmatisierung, Ausgrenzung und Vorurteilen betroffen als andere sexuelle Identitäten.“ Das Ziel der neuen Studie ist somit auch klar gesetzt: „Durch die Betonung dieser Vielfalt können gezielte und wirksame Interventionen und Unterstützungsansätze entwickelt werden, um Körperbildprobleme für bestimmte Bevölkerungsgruppen besser anzugehen.“

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Erstes nationales Denkmal

Gedenkstätte auf Friedhof Sihlfeld

Zum ersten Mal in der Schweiz wurde ein öffentliches Denkmal für die Opfer von Diskriminierung und Gewalt gegen queere Menschen eingeweiht.
Rücktritt gefordert

Kirche schweigt nach CSD-Anschlag

Der Passauer Bischof Oster hat bei einer Predigt queere Menschen und Veranstaltungen wie den CSD offen als Gefahr für die Demokratie bezeichnet.
Aus Scham wird Stärke

Vom Escort zum Tarot-Coach

Ein ehemaliger Gay-Escort macht persönliche Erfahrungen mit Scham und Trauma zum Ausgangspunkt für seine Arbeit mit Tarot.
Instagram greift durch

Heimliche Videos stoppen

Instagram verschärft den Kampf gegen heimliche Aufnahmen mit Smartbrillen und sperrt erstmals Konten mit Millionenpublikum.
Hass-Konferenzen in Afrika

Erweiterte Pläne für 2027

Ein afrikanisches Anti-LGBTIQ+-Netzwerk will seine Aktivitäten 2027 deutlich ausbauen und strebt langfristig Einfluss auf Gesetze an.
"Lächerlich" laut Sage Steele

Vorstellung bei Heimspiel

Ex-Moderatorin Sage  Steele hat die Vorstellung des neuen nicht-binären Maskottchens des Damen-Basketball-Teams Toronto Tempo "lächerlich" genannt.
Flucht in die Freiheit

Paradies mit Schattenseiten

Kap Verde gilt als sicherer Zufluchtsort für viele verfolgte homosexuelle Afrikaner – doch fehlende Asylregeln lassen viele in Unsicherheit zurück.
Der Druck zum Posten

Urlaub unter Beobachtung

Vor allem junge Menschen – auch viele queere – teilen ihren Urlaub selbstverständlich in sozialen Netzwerken. Doch das Posten kann belastend werden.
Gewalt gegen queere Fahrgäste

Forderungen an Fahrdienst Uber

Ein schwerer Angriff auf eine trans* Frau in Kolumbien löst Forderungen nach besserem Schutz queerer Fahrgäste bei Fahrdienst-Apps wie Uber aus.