Direkt zum Inhalt
Hassverbrechen in Las Vegas
ANZEIGE

Hassverbrechen in Las Vegas Ein 75-jähriger Senior wollte offenbar die "verfickten Schwuchteln" im Nachbarhaus ermorden

ms - 09.05.2024 - 10:00 Uhr
Loading audio player...

Ein besonderer Fall von extremer Homophobie sorgt derzeit im US-Bundesstaat Nevada für Schlagzeilen – ein Rentner soll in Las Vegas versucht haben, seine beiden Nachbarn, ein schwules Paar, zu erschießen. Stimmt die Jury der Anklage zu, erwarten den 75-Jährigen jetzt bis zu 26 Jahren Gefängnis. 

Klarer Fall von Hassverbrechen

Auf der Anklagebank sitzt Larry Walraven. Ihm wird vorgeworfen, mit einer Waffe in der Nacht auf seine schwulen Nachbarn geschossen und dabei laut geschrien zu haben: „Ich werde euch verfickten Schwuchteln töten! Ich hoffe, ihr Schwuchteln sterbt!“ Viermal soll er anschließend auf das schwule Paar geschossen haben – glücklicherweise traf Walraven offenbar kein einziges Mal, die beiden Männer blieben unverletzt und alarmierten kurz darauf den Notruf. 

Als die Polizei vor Ort eintraf, soll der Rentner den Unschuldigen gespielt haben und erklärte, er habe keine Ahnung, was passiert sei und habe sich die ganze Nacht über nur um seine Mutter in seinem Haus gekümmert. Bei der anschließenden Hausdurchsuchung stellten die Beamten dann allerdings die Tatwaffe sicher – ein Luftdruckgewehr. Die Polizei verhaftete den Senioren wegen Angriffs mit einer tödlichen Waffe mit dem Zusatz „Hassverbrechen“.

26 Jahre Haft für Senioren?

Genau dieser Eintrag könnte dem 75-Jährigen jetzt besondere Probleme bereiten: So sieht die Anklage eine mögliche Freiheitsstrafe von bis zu sechs Jahren und eine Geldstrafe von 5.000 US-Dollar für den doppelten Mordversuch vor, ein Hassverbrechen indes kann mit abermals 20 Jahren Gefängnis bestraft werden. 

Für Walraven kommt erschwerend hinzu, dass es sich bei ihm um einen Wiederholungstäter auf Bewährung handelt. Aktuell sitzt der Senior deswegen auch ohne Kaution in Polizeigewahrsam. Die Polizei erklärte indes, dass es sich auch bei einem Luftdruckgewehr um eine gefährliche Waffe handele – jedes Jahr werden dadurch im Schnitt in den USA vier Menschen getötet. 

Gewalteskalation im Wohnviertel

Walravens mögliche Tat schockt auch deswegen den Bundesstaat, weil die Gewalteskalation gegenüber Homosexuellen auch in scheinbar friedlichen Wohnvierteln immer mehr an Dramatik zunimmt. Das Bild eines 75-Jährigen in einem wohl situierten Bezirk passte bisher eigentlich auch in den USA nicht wirklich zum Klischeebild eines homophoben Mörders.  

Das renommierte Williams Institute in Los Angeles erklärte in diesem Zusammenhang, dass heterosexuelle Menschen (35%) in den USA eher eine schussbereite Waffe zu Hause haben als Homosexuelle (19%). Die National Coalition of Anti-Violence Projects zeigte auf, dass rund 60 Prozent der durch Vorurteile motivierten Tötungsdelikte gegen homosexuelle Menschen mit  Schusswaffen begangen werden.

Homosexuelle sind oft Opfer von Gewalt

Schwule und Lesben haben dabei ein doppelt so hohes Risiko, Opfer von Waffengewalt zu werden als ihre gleichgeschlechtlichen heterosexuellen Altersgenossen, so das National Archive of Criminal Justice Data. Keine andere Gruppe von Menschen wird so sehr Opfer von Gewalt, nicht einmal Personen, die aufgrund religiöser oder rassistischer Vorurteile angegriffen werden (Williams Institute). Allein in Nevada hat sich die Zahl der Hassverbrechen, die sich gegen die sexuelle Orientierung ihrer Opfer richten, teilweise binnen eines Jahres verdoppelt. 

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Sorge um Perez Hilton

Selbstverletzung während Livestream

US-Blogger Perez Hilton hat sich in einem Livestream in offenbar suizidaler Absicht mit einem Messer selbst verletzt. Aktuell ist er in einer Klinik.
Rob Jetten trifft Joe Locke

Meeting beim World Pride

Der niederländische Premierminister Rob Jetten hat Heartstopper-Star Joe Locke getroffen und kündigte Millionenhilfen für mehr LGBTIQ+-Sicherheit an.
Gedenkstätte nach CSD-Anschlag

Berlin schafft Ort des Erinnerns

Mit einem Gedenkbaum und einer Regenbogenbank will Berlin künftig dauerhaft an die Opfer des CSD-Anschlags vom 25. Juli erinnern.
Queeres Paar angegriffen

Pfefferspray-Attacke in München

Nach einer queerfeindlichen Attacke in München rücken steigende Fallzahlen und Warnungen vor zunehmender Gewalt gegen LGBTIQ+-Menschen in den Fokus.
Besondere Freundschaft

Stefano Belotti und Matteo Santoro

Die beiden Wasserspringer Stefano Belotti und Matteo Santoro gewannen jetzt EM-Bronze und sind inwischen Lieblinge der schwulen Community Italiens.
Sexy Doppelgänger

Timothée Chalamets Zwilling?

OnlyFans-Creator Eddie Veyro führt seinen Erfolg auf seine Ähnlichkeit mit Timothée Chalamet zurück – der Schauspieler soll darüber wenig erfreut sein
Heated Rivalry 2

Großer Andrang am Set

Wegen des großen Faninteresses an Staffel 2 von „Heated Rivalry“ hat Showrunner Jacob Tierney jetzt um Rücksicht auf Cast und Crew gebeten.
Geldstrafe für George Santos

Illegaler Insider-Wetthandel

Der schwule Ex-US-Abgeordneter George Santos sorgt für neue Schlagzeilen und muss nach einer illegalen Online-Wette mehr als 35.000 Dollar zahlen.
Streit um Gay-Schulclub

Klage gegen US-Schulbehörde

Eltern betroffener Kinder haben Klage gegen eine Schulbehörde in Virgina eingereicht, die unbedingt einen homosexuellen Schulclub verhindern will.