Direkt zum Inhalt
Neues Gender-Verbot

Neues Gender-Verbot Hessens Ministerpräsident Rhein bekräftigt Verbot der Gendersprache

ms - 27.03.2024 - 12:30 Uhr
Loading audio player...

Bereits letzte Woche hatte das hessische Kulturministerium erklärt, dass die Genderzeichen bei Abschlussprüfungen an Schulen im Bundesland ab sofort als Fehler gewertet werden – jetzt zog die schwarz-rote Landesregierung nach. Ministerpräsident Boris Rhein (CDU) hat bestätigt, dass Hessen wie auch zuletzt Bayern im Schriftverkehr von Behörden und Ministerien die Gendersprache ab sofort verbietet. 

Aus für Gender-Stern und Binnen-I

Die Dienstanweisung stellt dabei klar: „Folgende Schreibweisen sind nicht zu verwenden. Verkürzte Formen zur Kennzeichnung mehrgeschlechtlicher Bezeichnungen im Wortinnern, insbesondere mit Gender-Stern, mit Binnen-I, mit Unterstrich, mit Doppelpunkt.“ Künftig sollen entweder geschlechtsneutrale Formulierungen oder eben die männliche sowie die weibliche Form verwendet werden. 

Damit folgt die Landesregierung ihrem, im Koalitionsvertrag festgeschriebenen Plan, die Gendersprache in Hessen abzuschaffen. Wörtlich heißt es dort: „Wir werden festschreiben, dass in der öffentlichen Verwaltung sowie weiteren staatlichen und öffentlich-rechtlichen Institutionen (wie Schulen, Universitäten, Rundfunk) auf das Gendern mit Sonderzeichen verzichtet wird und eine Orientierung am Rat für deutsche Rechtschreibung erfolgt. Auf die Verwendung der sogenannten Gendersprache werden wir daher zukünftig landesweit verzichten.“ Der Hessische Rundfunk wäre damit nach dem Westdeutschen Rundfunk die zweite öffentlich-rechtliche Sendeanstalt, die sich klar und offiziell gegen das Gendern positioniert. 

Texte müssen verständlich bleiben

Ebenso wie Bayern bezieht sich auch Hessen dabei auf den Rat für deutsche Rechtschreibung, der bereits mehrfach, zuletzt im Dezember 2023, festgehalten hatte, dass die deutsche Rechtschreibung ohne die Gendersprache auskommen solle. Texte müssten auch weiterhin „sachlich korrekt und verständlich und lesbar“ sein und bleiben. Immer mehr Bundesländer haben sich inzwischen für ein Gender-Verbot oder ähnliche reglementierende Richtlinien ausgesprochen.  

Kritik von LGBTI*-Organisationen

Einige LGBTI*-Organisationen, die sich zum „Bündnis Vielfalt für ein starkes Hessen“ zusammengeschlossen hatten, kritisierten indes das Gender-Verbot, das der AfD in die Hände spielen würde. Die regierenden Parteien CDU und SPD in Hessen müssten sich dabei den Vorwurf gefallen lassen, dass sie sich an „Forderungen von Rechtsextremen und Verfassungsfeinden bedienen“, so das Bündnis weiter. 

Alle Studien der letzten Jahre zu dem Thema zeigen derweil allerdings auf, dass eine große Mehrheit der Gesellschaft die Gendersprache ablehnt, in einer MDR-Umfrage bezeichneten 85 Prozent der Deutschen die sogenannte geschlechtergerechte Sprache als ein „auferlegtes sprachliches Korsett“, das eher politisch motiviert ist. Auch unter Frauen, bei der jungen Generation Z sowie selbst in der LGBTI*-Community gibt es für die Verwendung der Gendersprache bis heute keine Mehrheit. Die ersten Medien wie der WDR oder der Berliner Tagesspiegel verzichten inzwischen ebenso auf die Gendersprache. 

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Ausschluss bei Miss America

Trans* Frauen sind nicht erwünscht

Die Veranstalter der Miss America-Wahl haben nun ihre Richtlinien geändert und erklärt, dass trans* Frauen nicht am Wettbewerb teilnehmen dürfen.
Krise im Senegal

Homophobie und HIV

Das schärfere Anti-Homosexuellen-Gesetz sowie eine Welle von Gewalt befeuern im Senegal jetzt auch eine Krise bei der Versorgung von Menschen mit HIV.
Verfassungsänderung in Litauen

Homosexuelle Ehe und Familie

Die Regierung in Litauen will die Ehe und die Familie so in der Verfassung verankern, dass Homosexuelle und Regenbogenfamilien ausgeschlossen sind.
Rauswurf aus US-Militär

Erste trans* Soldaten betroffen

Offenbar ist das US-Militär trotz laufender Gerichtsverfahren dabei, erste trans* Soldaten nach einem Dekret des US-Präsidenten zu entlassen.
Eklat um Coachella Festival

Spenden an Anti-LGBTIQ+-Gruppen

Die Veranstalter des eigentlich queer-positiven Coachella Festivals in den USA spendeten Hunderttausende Dollar teilweise an Anti-LGBTIQ+-Verbände.
Kirche von Wales

Segnung homosexueller Paare

Die Kirche von Wales wird dauerhaft Segnungen von homosexuellen Paaren durchführen. Ein deutliches Statement gegen die Kirche von England.
Rechte Gewalt in Brandenburg

Verstärkter Einsatz der Polizei

Rechte Hetze und Gewalt hat in Brandenburg 2025 zugenommen, die Täter hatten es dabei verstärkt auf homosexuelle Männer abgesehen.
Ex-Rugbystar Gareth Thomas

Kampagne gegen Drogenkonsum

Der schwule britische Ex-Rugby-Nationalspieler Gareth Thomas will mit einer neuen Kampagne vor Chemsex und Drogen in der Community warnen.
Charlie Kirk Act in Tennessee

Neues Gesetz nach Mordfall

Im US-Bundesstaat Tennessee könnte bald der Charlie Kirk Act in Kraft treten; das Gesetz verbietet Protest gegen Anti-LGBTIQ+-Redner an Schulen.