Direkt zum Inhalt
Viel Hass bei Olympia

Viel Hass bei Olympia Besonders im Fokus sind queere Sportler

ms - 16.02.2026 - 12:00 Uhr
Loading audio player...

Bei den Olympischen Winterspielen 2026 sind Athletinnen und Athleten erneut massiven Anfeindungen in sozialen Netzwerken ausgesetzt. Nach Angaben des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) richten sich Hasskommentare nicht nur gegen sportliche Leistungen, sondern zunehmend auch gegen Frauen sowie gegen Minderheiten – darunter insbesondere auch LGBTIQ+-Sportlerinnen und -Sportler.

KI überprüft Hassbotschaften

Um Beleidigungen und Drohungen schneller zu erfassen, setzt der DOSB jetzt Künstliche Intelligenz ein. Das System erkennt nach Verbandsangaben Hassbotschaften in Echtzeit und wertet Inhalte in bis zu 30 Sprachen aus. Bereits mehr als 1.300 Zuschriften und Kommentare seien herausgefiltert worden. In mehreren Fällen hätten Staatsanwaltschaften Ermittlungen aufgenommen. DOSB-Präsident Thomas Weikert betonte, wer für Deutschland starte, verdiene „größtmöglichen Schutz“.

Die Spiele finden unter anderem im italienischen Cortina d’Ampezzo statt, das gemeinsam mit Mailand Austragungsort der Winterspiele 2026. Wie schon bei früheren Großereignissen entzünden sich viele Angriffe an vermeintlichen sportlichen Misserfolgen. Hinzu kommen abwertende Kommentare aufgrund von Geschlecht, sexueller Orientierung oder Identität. Aktuell nehmen fast 50 homosexuelle oder queere Athleten an den Winterspielen teil. 

Hohes Maß an Hass und Drohungen 

Zuletzt hatte die pansexuelle US-Eiskunstläuferin Amber Glenn von massiven digitalen Angriffen berichtet, die inzwischen ein „erschreckend hohes Maß an Hass und Drohungen“ beinhalten. „Ich habe so etwas erwartet, aber ich bin darüber enttäuscht. Ich werde meine Zeit auf Social Media jetzt aus Rücksicht auf mein eigenes Wohlbefinden einschränken. Aber ich werde niemals aufhören, meine Stimme für das zu erheben, woran ich glaube.“

In einem anderen Fall erlebte die polnische Skispringerin Pola Beltowska massive Attacken. Die 19-Jährige, erstmals bei Olympischen Spielen dabei, hatte im Mixed-Wettbewerb den schwächsten Sprung gezeigt, Polen schied aus. Schon vor dem Wettkampf habe sie Angst vor ihrem Sprung gehabt, schilderte sie. Nach ihrem Fehler werde sie nun „von oben bis unten“ fertiggemacht. Der polnische Skiverband erklärte, die Reaktionen überschritten deutlich die Grenzen legitimer Sportkritik.

Der DOSB sieht in den aktuellen Fällen eine erneute Bestätigung dafür, dass Hass im Netz bei sportlichen Großereignissen systematisch auftritt – und besonders häufig jene trifft, die ohnehin Ziel von Diskriminierung sind. Mit dem Einsatz technischer Mittel und der Weitergabe relevanter Inhalte an Strafverfolgungsbehörden wolle man ein klares Signal setzen, hieß es.

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Staffel 3 für Heated Rivalry?

Neue Details von Regisseur Tierney

Freudige Nachricht für alle Fans von "Heated Rivalry": Offenbar wird intern bereits an einer dritten Staffel gearbeitet, Staffel 2 erscheint 2027.
Filmfestival Cannes 2026

Viele queere Filme im Programm

Im Mai kämpfen viele queere Filme um die begehrte Palme d'Or beim Filmfestival in Cannes, jetzt wurden alle Teilnehmer bekannt gegeben.
Akzeptanzverlust in Community

Betroffen sind asexuelle Menschen

Das Gefühl von Akzeptanz ist innerhalb der asexuellen Community im letzten Jahr stark gesunken, so das Ergebnis einer neuen Studie.
30 Jahre "Day of Silence"

Mobbing von LGBTIQ+-Schülern

Der "Day of Silence" feiert in den USA 30-jähriges Jubiläum und soll den Fokus auf das Mobbing von LGBTIQ+-Schülern richten.
Bunter Widerstand in Miami

Regenbogen aus Pflastersteinen

Miami rebelliert mit einem Regenbogen aus Pflastersteinen im Park gegen die skurrilen Verbote von Floridas Gouverneur DeSantis.
Neues Verbot im Profisport

Dart-Verband sperrt trans* Frauen

Der größte Dart-Verband PDC hat jetzt trans* Frauen von Frauenwettkämpfen ausgeschlossen und betont geschlechtsspezifische Unterschiede.
Dating-Masche in der Schweiz

Hohe Haftstrafen für Kriminelle

Zwei junge Männer wurden in der Schweiz jetzt zu hohen Haftstrafen verurteilt, sie hatten schwule Männer bei vorgetäuschten Dates brutal ausgeraubt.
Neues Verbot in Russland

Menschenrechtsorganisation Memorial

Ein russisches Gericht hat jetzt die bekannte Menschenrechtsorganisation Memorial verboten; der Verein setzte sich auch für LGBTIQ+ ein.
Hassverbrechen in Bremen

Verdopplung Angriffe auf LGBTIQ+

In Bremen haben sich die Fälle von Hasskriminalität gegenüber queeren Menschen binnen eines Jahres verdoppelt, wie Innensenatorin Högl jetzt mitteilte