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Aktion für die Ehe für alle Mehr Sichtbarkeit für homosexuelle US-Ehepaare

Von ms - 16.02.2026 - 11:00 Uhr
Aktion für die Ehe für alle
Foto: iStock / SHSPhotography
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Während konservative Kräfte in den USA derzeit alles versuchen, die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare wieder infrage zu stellen, setzen homosexuelle Paare jetzt ein deutlich sichtbares Zeichen. In einer neuen Kampagne rückt die Organisation GLAAD verheiratete schwule und lesbische Paare in den Mittelpunkt und ruft dazu auf, persönliche Liebesgeschichten einzureichen.

Vorurteile abbauen, Brücken schlagen 

Unter dem Titel „GLAAD I Found You“ sollen Paare vorgestellt werden, deren Leben sich durch das gesetzlich garantierte Recht auf Ehe verändert hat. Ziel sei es, verheiratete homosexuelle Paare sichtbar zu machen, die zueinandergefunden haben und ihre Freude feiern, „genauso wie jedes andere Paar, das diese lebensverändernde Entscheidung trifft“, so GLAAD.

„Wie in jeder guten Liebesgeschichte gibt es bei manchen ein spontanes Kennenlernen, bei anderen ein späteres Wiedersehen. Manche überwinden enorme Hürden, um zusammen zu sein. Manche spürten einen Funken, der auch Jahrzehnte später noch brennt“, sagte Darian Aaron, Senior Director of News für den Süden der USA bei GLAAD. „Im elften Jahr seit der Einführung der Ehe für alle entdecken wir immer noch: Liebe ist Liebe. Alle Paare, die heiraten, wollen dasselbe – eine Familie sein, füreinander da sein.“ Authentisches schwul-lesbisches Storytelling helfe dabei, Vorurteile abzubauen und Brücken zu schlagen.

Persönliche Schicksale 

Zu den porträtierten Paaren gehören Brandon Davis und Davie Roberts aus Asheville im Bundesstaat North Carolina. Die beiden Unternehmer verloren ihr Café und ihre Bar nur 31 Tage nach der Eröffnung durch Hurrikan Helene. Die anschließende Spendenbereitschaft übertraf ihre Erwartungen: Vier Monate später konnten sie einen neuen, doppelt so großen Standort eröffnen. „Die Community war für mich immer eine Orientierung, wenn ich mich verloren gefühlt habe“, sagte Davis. „Sie steht für Liebe, Würde und Menschlichkeit.“

Ebenfalls Teil der Kampagne sind die als „Rainbow Aunties“ bekannten Marilyn Johnson Jordan und Wilma J. Scales, beide heute 61 Jahre alt. Sie sind seit ihrem 20. Lebensjahr ein Paar. Jordan verließ ihren Ehemann, um Scales nach New Orleans zu folgen, nachdem diese sich bei der US-Küstenwache verpflichtet hatte. In der Zeit der Politik „Don’t Ask, Don’t Tell“ galten sie selbst für ihre Kinder lange als „Mom“ und „Auntie“. Geheiratet haben sie, sobald der Supreme Court 2015 seine Grundsatzentscheidung zur Ehe für alle traf. „Wir wollten so offen leben, wie wir konnten, weil wir so viele Jahre still und eingeengt waren“, sagte Jordan.

Vorgestellt werden auch Matty Maggiacomo und Evan Feeley, die sich kurz vor Beginn der Corona-Pandemie über die Dating-App Grindr kennenlernten. Während der Kontaktbeschränkungen hielten sie täglich per Telefon und Videoanruf Kontakt und schrieben sich Briefe. 2021 zogen sie zusammen.

Hoffnungen queerer Aktivisten 

GLAAD hofft, mit der Kampagne nicht nur Sichtbarkeit zu schaffen, sondern auch ein gesellschaftliches Signal zu senden. „Wir hoffen, dass ´GLAAD I Found You´ nicht nur inspiriert und repräsentiert, sondern auch die schöne Vielfalt unserer Community zeigt – gerade in einer Zeit, in der Vielfalt, Gleichberechtigung und Inklusion fälschlicherweise als Schwäche gelten“, sagte Aaron. Die Geschichten seien „keine Randnotizen – sie gehören auf die Titelseite“. Aktuell gibt es in den Vereinigten Staaten von Amerika rund 820.000 verheiratete, homosexuelle Paare. 

Nachdem im November 2025 der Oberste Gerichtshof der USA eine Klage aus dem Umfeld der früheren Standesbeamtin Kim Davis gegen die gleichgeschlechtliche Ehe ablehnte, formieren sich inzwischen verstärkt Anti-Homosexuellen-Verbände neu. In der US-Gesellschaft indes sprechen sich rund 65 Prozent für die Homo-Ehe aus. 

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