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Zuwachs bei LGBTIQ+-Athleten
Foto: IMAGO / AFLOSPORT
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Zuwachs bei LGBTIQ+-Athleten Neue Rekordzahl für mehr Sichtbarkeit der Community

ms - 10.02.2026 - 16:00 Uhr
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Bei den Olympischen Winterspielen 2026 in Mailand sind mindestens 47 öffentlich geoutete LGBTIQ+-Athleten am Start – ein neuer Rekord für die Winterspiele. Die Zahlen wurden jüngst noch einmal nach oben korrigiert. Das „Team LGBTIQ+“ setzt sich so inzwischen aus Sportlern aus 13 Ländern zusammen, darunter auch die deutsche Eishockeyspielerin Nina Jobst-Smith, die erstmals bei Olympischen Winterspielen antritt. 

Diskrepanz zwischen Sommer- und Winterspielen

Von den insgesamt 47 geouteten Athleten und Athletinnen sind 36 Frauen und 11 Männer – ein Verhältnis von etwa 3:1. Dieses Verhältnis liegt deutlich unter dem der Sommer-Olympiaden, bei denen es häufig bei 9:1 liegt. Bei den Olympischen Sommerspielen 2024 in Paris traten 199 homosexuelle und queere Spitzensportler an. 

Ein Grund für diese Unterschiede ist, dass im Winter weniger Mannschaftssportarten stattfinden, in denen Frauen häufig geoutet sind. Die größte Zahl an LGBTIQ+-Athleten stellt so in Mailand die Disziplin Eishockey, in der 23 queere Spielerinnen vertreten sind. Außerdem sind auch Athleten und Athletinnen aus den Disziplinen Ski alpin und Freestyle (acht), Speedskating (vier), Skeleton (zwei) sowie Snowboard, Curling und Biathlon mit dabei. 

Die Zahl geouteter Athleten setzt dabei einen Trend fort, der sich bei den Olympischen Spielen der letzten Jahre immer mehr abgezeichnet hat. Bei den Winterspielen 2022 waren 36 Athleten geoutet, 2018 waren es 15 und 2014 lediglich sieben – was eine Verachtfachung innerhalb von 12 Jahren bedeutet. 

Sichtbarkeit als Grund für das Outing

Die geouteten Olympioniken nennen Sichtbarkeit als einen der wichtigsten Gründe, warum sie sich inzwischen offen zu ihrer Sexualität bekennen. Der schwule US-Speedskater Conor McDermott-Mostowy hatte so nie ein Geheimnis aus seiner Homosexualität gemacht, hielt sich jedoch aus der Öffentlichkeit heraus, um nicht das Stereotyp zu bedienen, dass schwule Männer nicht sportlich sein könnten. „Ich wollte nicht öffentlich über meine Sexualität sprechen, weil es dieses Stereotyp gibt, dass schwule Männer nicht athletisch sind. Ich wollte nicht, dass das gegen mich verwendet wird. Aber jetzt fühle ich, dass niemand mehr etwas sagen kann.“

Der französische Eiskunstläufer Kevin Aymoz berichtete, dass sein Outing für ihn ein heilender Prozess war. „Als ich mich das erste Mal outete, hatte ich einen Verband über eine Wunde gelegt. Aber jetzt, wo ich öffentlich darüber spreche und mich befreit habe, konnte ich den Verband abnehmen und der Wunde Luft geben. Jetzt gibt es keine Wunde mehr. Es war vorbei. Es hat mir gut getan.“

Digitaler Hass auf Glenn 

Ähnlich sieht das auch die pansexuelle US-Eiskunstläuferin Amber Glenn: „Ich war immer physisch in der Lage. Das war nie ein Thema. Es ging immer um die mentale Seite, um die Frage, wie und wann ich meine Stärken zeigen kann und wann ich an meinen Schwächen arbeite. Es war ein innerer Kampf, bis ich mich endlich öffentlich outete. Erst dann konnte ich zeigen, wie ich wirklich bin.“

Nach Beginn der Wettkämpfe habe sie allerdings über Social Media ein „erschreckend hohes“ Maß an Hass und Drohungen erhalten, nur „weil ich meine Stimme benutze, wenn ich gefragt werde, wie ich mich fühle“. Zuvor hatte sie noch bezüglich der Angriffe auf LGBTIQ+-Menschenrechte an die eigene Community appelliert: „Ich denke, dass wir uns jetzt viel besser unterstützen können als früher, und das hat uns viel stärker gemacht!“ Nach den Attacken online betonte sie: „Ich habe das erwartet, aber ich bin darüber enttäuscht. Ich werde meine Zeit auf Social Media jetzt aus Rücksicht auf mein eigenes Wohlbefinden einschränken. Aber ich werde niemals aufhören, meine Stimme für das zu erheben, woran ich glaube.“

Es wird erwartet, dass sich die Zahl der geouteten Athleten bei den Olympischen Winterspielen in Mailand trotzdem weiter erhöhen wird, wie es auch bei den letzten Olympischen Spielen der Fall war.

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