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Streit um Ben-&-Jerry’s

Streit um Ben-&-Jerry’s Mitbegründer Cohen kämpft um LGBTIQ+-Ausrichtung der Marke

ms - 16.02.2026 - 13:00 Uhr
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Der Kampf um die Eis-Firma Ben-&-Jerry’s geht in den USA weiter, nachdem Firmenmitbegründer Jerry Greenfield 2025 zurückgetreten ist – er hatte erklärte, er sei aufgrund seines Einsatzes für LGBTIQ+-Rechte „zum Schweigen gebracht“ worden. Nun meldete sich der zweite Gründer der Eis-Marke, Ben Cohen, zu Wort. Er hat den Kampf um das Erbe des Unternehmens offenbar noch nicht aufgegeben.  

Unterstützter der Ehe für alle 

Cohen hat angesichts anhaltender Konflikte mit dem Mutterkonzern jetzt öffentlich vor einer Gefährdung der gesellschaftspolitischen Ausrichtung der Marke gewarnt. Cohen rief Kundinnen und Kunden dazu auf, sich für den Erhalt der Werte von Ben & Jerry's einzusetzen. Das Unternehmen habe sich seit seiner Gründung stets nicht nur über wirtschaftlichen Erfolg definiert, sondern über ein gleichrangiges soziales, ökologisches und finanzielles Leitbild, sagte Cohen. „Die meisten Konzerne haben nur eine Mission: kurzfristige Gewinnmaximierung.“ Ben & Jerry’s verfolge hingegen bewusst auch gesellschaftspolitische Ziele.

Der Eishersteller gehörte zu den ersten großen Unternehmen, die sich für die Ehe für alle einsetzten. Nach der Legalisierung gleichgeschlechtlicher Ehen im US-Bundesstaat Vermont im Jahr 2009 benannte die Firma dort eine ihrer Sorten um. Bis heute bekennt sich das Unternehmen öffentlich zu Diversität, Gleichberechtigung und Inklusion. Auf der Website heißt es, man solle „nicht die Programme abbauen, die gesellschaftliche Gerechtigkeit schaffen sollen, sondern weiße Vorherrschaft“.

Rechtsstreit mit Eigentümern 

Seit dem Verkauf an den Konsumgüterkonzern Unilever im Jahr 2000 kommt es immer wieder zu Spannungen. Zwar sollte der unabhängige Verwaltungsrat laut Übernahmevertrag Einfluss auf öffentliche Stellungnahmen und Spenden behalten, doch nach Darstellung der Gründer sei diese Befugnis zunehmend untergraben worden.

Im November 2024 reichte Ben & Jerry’s Klage gegen Unilever ein. Dem Konzern wird unter anderem vorgeworfen, Social-Media-Beiträge zu Black Lives Matter und zum Gaza-Krieg unterdrückt, den damaligen Geschäftsführer David Stever entlassen und Spenden an zivilgesellschaftliche Organisationen blockiert zu haben. Nach der Abspaltung der Magnum Ice Cream Company im Jahr 2025 blieb Ben & Jerry’s unter deren Kontrolle. Trotz Forderungen der Gründer und vorliegender Kaufangebote weigert sich Magnum bislang, die Marke zu veräußern. Infolge des Streits trat Mitgründer Jerry Greenfield im September 2025 zurück.

Cohen will Ben & Jerry’s retten

Cohen entschied sich dagegen, im Unternehmen zu bleiben. Ziel sei es, Ben & Jerry’s künftig unter Eigentümer zu bringen, die die soziale Mission mittragen. „Der Magnum-Konzern versucht, Ben & Jerry’s das Herz herauszureißen“, sagte Cohen. Es gehe um einen Angriff auf die Werte des Unternehmens. Zur Bedeutung von Diversität und Gleichberechtigung erklärte Cohen, Menschen müssten unabhängig von Herkunft, Hautfarbe oder Geschlechtsidentität gleich behandelt werden. Mit Blick auf die Diskriminierung schwarzer Menschen in den USA sprach er sich für aktive Wiedergutmachung aus. Die Benachteiligung sei historisch belegt und gesetzlich verankert gewesen.

Auch politische Entwicklungen in den USA kritisierte Cohen scharf. Viele Unternehmen hätten unter Präsident Donald Trump ihre Haltung aufgegeben. Ben & Jerry’s habe sich dem bewusst entgegengestellt. Früher habe das Unternehmen auch klar zu internationalen Konflikten Stellung bezogen, sagte Cohen. Heute werde es daran gehindert. Er selbst habe zuletzt erklärt, die US-Einwanderungsbehörde ICE müsse entfinanziert und aufgelöst werden. „In den alten Zeiten hätte Ben & Jerry’s das gesagt.“

Cohen appellierte an die Öffentlichkeit, Druck auf den Eigentümer auszuüben. Wenn sich genügend Unterstützer engagierten, könne die Marke gerettet werden. Ihm selbst gehe es nicht um finanziellen Gewinn, sondern um den Fortbestand der Werte: Ben & Jerry’s sei eine „mächtige Stimme für Gerechtigkeit“, die nicht verloren gehen dürfe.

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