US-Soldaten und die Pille Erektionshilfe für die Truppe, Kritik an der US-Doppelmoral
Die Zahl der Verschreibungen von Medikamenten gegen Erektionsstörungen für aktive Angehörige der US-Streitkräfte hat im Jahr 2025 einen neuen Höchststand erreicht. Das geht aus den neuen Daten der Defense Health Agency hervor, die der New York Post über eine Anfrage nach dem Freedom of Information Act vorliegen.
Das Wichtigste im Überblick
- 2025 wurden so viele Potenzmittel an aktive US-Soldaten verschrieben wie noch nie.
- Insgesamt erhielten Militärangehörige 108.332 Rezepte gegen Erektionsstörungen, sechs Mal so viel bei Veteranan.
- LGBTIQ+-Organisationen kritisieren einen Widerspruch zur Politik gegenüber trans* Menschen.
- Die Trump-Regierung schränkt geschlechtsangleichende Behandlungen im Militär weiter ein.
- Mehrere Klagen gegen diese Regelungen sind derzeit vor US-Gerichten anhängig.
Zahntausende blaue Pillen
Demnach wurden im vergangenen Jahr 108.332 Rezepte für entsprechende Medikamente an aktive Soldaten ausgestellt. Damit wurde der bisherige Rekord aus dem Jahr 2024 mit 108.323 Verschreibungen knapp noch einmal übertroffen. Im Vergleich zu 2021, als unter Präsident Joe Biden 92.996 Rezepte ausgegeben wurden, entspricht dies einem Anstieg von 16,5 Prozent. Noch höher fiel die Zahl innerhalb der gesamten Militärgemeinschaft aus, zu der auch Veteraninnen und Veteranen sowie Angehörige von Militärangehörigen zählen. Für diese Gruppe wurden 2025 insgesamt 639.355 Rezepte für potenzsteigernde Medikamente registriert. Im Vorjahr waren es 627.121.
Kritik an aktueller Militärpolitik
Die veröffentlichten Zahlen sorgen auch deshalb für Aufmerksamkeit, weil die US-Regierung derzeit geschlechtsangleichende Gesundheitsversorgung im Militär einschränkt. Militärische Gesundheitseinrichtungen und Versicherungen übernehmen entsprechende Behandlungen nach aktueller Politik weder für aktive Soldatinnen und Soldaten noch für Veteraninnen und Veteranen. LGBTIQ+-Organisationen sehen darin einen Widerspruch. Sie argumentieren, dass Medikamente gegen Erektionsstörungen für Männer ebenfalls als geschlechtsbejahende Gesundheitsversorgung verstanden werden könnten. Die unterschiedliche Behandlung beider Bereiche sei daher inkonsequent.
Im Februar kündigte US-Verteidigungsminister Pete Hegseth eine neue Regelung an. Diese untersagte geschlechtsangleichende medizinische Behandlungen für trans* Militärangehörige. Gleichzeitig schließt sie Menschen mit einer „Vorgeschichte von Geschlechtsdysphorie“ von einer Neuaufnahme in die Streitkräfte aus. Die Maßnahme gilt als bislang weitreichendste Einschränkung für trans* Menschen im US-Militär. Gegen die Regelungen laufen inzwischen mehrere Gerichtsverfahren. Auch das derzeit geltende Verbot, trans* Menschen überhaupt in die US-Streitkräfte aufzunehmen, wird juristisch überprüft, eine Sammelklage wurde erst letzte Woche zugelassen.