Direkt zum Inhalt
Unternehmen und LGBTIQ+
ANZEIGE

Unternehmen und LGBTIQ+ Ob eine Firma LGBTIQ+-freundlich ist oder nicht, ist inzwischen für Dreiviertel aller queeren Kunden wichtig

ms - 03.06.2025 - 12:00 Uhr
Loading audio player...

Im Pride Monat Juni schmücken sich wieder einige große Firmen mit Regenbogenfarben, um ihre Verbundenheit mit der Community zum Ausdruck zu bringen – oder schlicht als Imagegewinn und für den Werbeeffekt, Stichwort Pink Washing. Darüber darf jedes Jahr von neuem fleißig diskutiert werden. Eine neue Ipsos-Studie offenbart nun allerdings: LGBTIQ+-Konsumenten ist die grundsätzliche Einstellung von Unternehmen zur Community wichtiger denn je.  

Persönliche Werte von zentraler Bedeutung

Für 69 Prozent der Homo- und Bisexuellen sowie queeren Menschen spielt es bei ihrer Kaufentscheidung eine Rolle, ob ein Unternehmen sich positiv zur Community positioniert hat und mit ihren persönlichen Werten übereinstimmt. Dann  sind sie auch deutlich eher bereit, jene Marken zu kaufen. Bemerkenswert: In Zeiten des Rollbacks und Angriffen auf die Community ist dieser Wert in den letzten zehn Jahren deutlich angestiegen – 2015 waren es nur 53 Prozent der LGBTIQ+-Menschen, die darauf Wert legten. Insbesondere Millennials (74%) und die Generation Z (73%) kaufen mit größerer Wahrscheinlichkeit bei Marken, die ihre persönlichen Werte teilen.

Richtiger Zeitpunkt für Verbündete

Nebst der Kaufentscheidung sind Schwule, Lesben und queere Personen auch generell mehr bereit, Firmen zu unterstützen oder sich mit ihnen verbunden zu fühlen, wenn diese die Gleichstellung von LGBTIQ+ aktiv fördern – für 40 Prozent ist das wichtig. „„Wenn Marken als echte Verbündete der LGBTIQ+-Community gesehen werden wollen, ist jetzt der richtige Zeitpunkt. Vor allem diejenigen mit einer jüngeren und progressiveren Kundschaft werden sich daran erinnern“, so das Fazit der Studienautoren des globales Marktforschungsunternehmens.

Kopf einziehen ist keine Option 

Dabei zeichnet sich in diesem Jahr eine weitere Besonderheit ab, die auch bei den großen CSD-Veranstaltungen in Deutschland spürbar ist: US-Firmen sowie jene Unternehmen, die mit den USA zusammenarbeiten, haben in diesem Jahr vielfach ihr Pride-Sponsoring nach dem Stopp von Diversity-Maßnahmen der US-Regierung stark zurückgefahren oder direkt ganz eingestellt.  

 Die Experten von Ipsos warnen Unternehmen vor diesem Schritt, der langfristig negative Folgen auf LGBTIQ+-Kunden haben kann: „Aus diesem Grund wollen viele Marken in dieser schwierigen Zeit vielleicht lieber den Kopf einziehen. Aber wenn ein Unternehmen zuvor in die Verbundenheit mit der Community als Teil seiner Markenpositionierung investiert hat und seine bestehenden Kunden diese Werte bereits akzeptieren, besteht mit dem opportunistischen Rückzug jetzt die große Gefahr, diesen Kundenstamm langfristig zu verprellen“, so Eleanor Thornton-Firkin, Leiterin des Bereichs Creative Excellence bei Ipsos in Großbritannien. 

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Die Angst nimmt zu

Sicherheitsgefühl nach CSD-Anschlag

Nach dem CSD-Anschlag in Berlin fühlen sich laut aktueller Befragung viele Menschen unsicherer und fordern mehr Schutz für die queere Community.
Warnung von Kevin Kühnert

Queere Rechte bleiben verletzlich

Der schwule Ex-Generalsektretär der SPD, Kevin Kühnert, sieht queere Fortschritte nicht als unumkehrbar und warnt vor wachsender Unsicherheit.
Sophie Koch zieht Bilanz

SBGG und neue Queerfeindlichkeit

Die Queerbeauftragte der Bundesregierung, Sophie Koch, zieht ein Fazit über das Selbstbestimmungsgesetz wartn vor Queerfeindlichkeit in Deutschland.
Darknet-Handel vor Gericht

Chemsex-Mittel im Fokus

Das BKA hat den „Archetyp Market“ im Darknet zerschlagen und Anklage erhoben. Über die Plattform wurden unter anderem Chemsex-Drogen gehandelt.
Peinliche PR-Aktion der AfD

Bilder von Budapest Pride verwendet

Eklat um AfD: Ein angebliches Video der „größten AfD-Demo“ zeigt tatsächlich die Budapest Pride, die Tonspur wurde ausgetauscht, recherchierte die DPA
Kiss-In gegen HIV-Stigma

Schwule Küsse werden zum Protest

Mit einem öffentlichen Kiss-In forderten schwule Aktivisten bei der AIDS 2026 in Rio mehr Rechte, Sichtbarkeit und ein Ende von HIV-Stigmatisierung.
Eklat im Bistum Fulda

Aussage eines Pfarrers empört

Nach homophoben Äußerungen eines Ex-Pfarrers zum Berliner CSD-Anschlag distanziert sich das Bistum Fulda deutlich von den Statements.
Madonna und Kylie Minogue

Popstars setzen Zeichen bei Pride

Popstar Madonna überraschte bei der World Pride in Amsterdam mit Kylie Minogue und feierte mit Tausenden Fans Vielfalt, Musik und Zusammenhalt.
Appell von Rob Jetten

Botschaft für mehr Offenheit

Bei der Pride in Amsterdam rief Premierminister Rob Jetten zum Coming-Out auf und warnte nach dem Berliner Anschlag vor wachsendem Druck.