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Sorge um Mpox in den USA

Sorge um Mpox in den USA Verbreitung des neuen Virustyps ohne Auslandskontakte

ms - 27.10.2025 - 15:00 Uhr
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Nachdem Anfang Oktober eine starke Zunahme von Mpox-Fällen in Berlin verzeichnet worden ist, dokumentierte nun eine zwei Stadt mit einer sehr lebendigen schwulen Szene einen deutlichen Anstieg der Affenpocken: Los Angeles. Zudem besonders bedenklich: Allein in den letzten Tagen erkrankten in Kalifornien drei Männer schwer an der deutlich gefährlicheren Variante Klade I beziehungsweise Ib. 

Neue Verbreitung innerhalb der USA

In Deutschland und Europa gab es nach dem großen Affenpocken-Ausbruch 2022 mit der Virusvariante Klade IIb auch vereinzelt Fälle der deutlich gefährlicheren Variante Klade I beziehungsweise Ib. Die Sterblichkeitsrate ist hier laut der US-Seuchenbehörde CDC rund 25 Mal größer, insbesondere kommt es bei Menschen mit HIV verstärkt zu schweren bis tödlichen Krankheitsverläufen.

In Kalifornien und hier speziell in Los Angeles sind nun zum einen die generellen Fälle von Mpox zuletzt deutlich angestiegen, zudem kam es nun auch zur Infektion mit der gefährlicheren Virusvariante. Laut der CDC ist es das erste Mal, dass dieser Typus sich jetzt auch innerhalb der USA verbreitet – bisher wurden solche Klade-I-Infektionen nur bei Menschen festgestellt, die vom Ausland eingereist sind. Alle drei jetzt Infizierten kommen indes aus Long Beach und Los Angeles, zwei Hotspots der Gay-Community – es gibt keine Kontaktpunkte zwischen den drei schwulen Männern und keiner der drei Infizierten ist zuletzt gereist. Gerade diese Fakten besorgen die Gesundheitsbehörden sehr. Bis heute stecken sich außerhalb Afrikas größtenteils schwule und bisexuelle Männer nach sexuellen Kontakten mit Mpox an, grundsätzlich kann das Virus aber alle Menschen gleichermaßen befallen.  

Alarmbereitschaft unter Infektionsexperten

Die Gesundheitsexperten in Kalifornien sind aktuell in Alarmbereitschaft. Professor Seth Blumberg von der Abteilung für Infektionskrankheiten an der University of California in San Francisco erklärte so: „Das Auftreten von Klade I muss sorgfältig untersucht werden. Ich glaube nicht, dass die dramatischen Ergebnisse aus Afrika direkt übertragbar sind, aber wir müssen diese Fälle genau beobachten.“ In Afrika wird von rund 40.000 Infektionsfällen mit der Klade I ausgegangen, insbesondere in der Demokratischen Republik Kongo (DRK). Binnen eines Jahres starben mindestens 460 Menschen daran.

Dr. Rita Nguyen, Gesundheitsbeauftragte des Bundesstaates Kalifornien, betonte daher noch einmal die besondere Gefährdung für gewisse Menschengruppen: „Fälle von Mpox der Klade I können sehr schwerwiegend sein, wobei das Risiko einer schweren Erkrankung und eines Krankenhausaufenthalts für Menschen mit geschwächtem Immunsystem am höchsten ist. Es ist wichtig, sich zu schützen, indem man beide Dosen des Mpox-Impfstoffs erhält, wenn man selbst oder der Sexualpartner ein Risiko für Mpox haben.“ Das kalifornische Gesundheitsamt geht aktuell davon aus, dass auch die neue Übertragung der Klade I von Mensch zu Mensch im Wesentlichen innerhalb der Gay-Community stattfindet. Mit Sorge blicken die Fachleute daher nun auch auf den Pride in Palm Springs kommende Woche und ermahnen erneut dazu, sich als schwuler oder bisexueller Mann mit Risikokontakten impfen zu lassen. 

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