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Sinkendes Interesse am ESC? Österreicher bisher nur teilweise in Eurovision-Stimmung

Von ms - 23.04.2026 - 13:00 Uhr
Sinkendes Interesse am ESC?
Foto: Fash Medien Archiv KI
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Trotz der Bekanntheit des Eurovision Song Contest (ESC) unter 99 Prozent der Österreicher zeigt sich bisher offenbar nur ein eingeschränktes Interesse an dem Musikwettbewerb. Laut einer aktuellen Studie des Instituts Marketagent gaben lediglich 38 Prozent der Befragten an, sich „sehr“, „eher“ oder „teilweise“ für das Event zu interessieren, das Mitte Mai in der Wiener Stadthalle stattfindet. Die Mehrheit von 62 Prozent sieht im Musikevent keine Relevanz.

Das Wichtigste im Überblick:

  • Eine aktuelle Umfrage zeigt, dass nur 38 Prozent der Österreicher großes Interesse am Eurovision Song Contest (ESC) haben.
  • Etwa ein Drittel plant, die Liveshows zu verfolgen, und ein Viertel das Finale.
  • 37 Prozent begrüßen die Gastgeberrolle Österreichs, 25 Prozent stehen ihr kritisch gegenüber.
  • Die Wahrnehmung des ESC ist stark altersabhängig: Jüngere Teilnehmer zeigen mehr Interesse.
  • Positive Assoziationen umfassen Diversität, Glamour und Musikvielfalt; Kritikpunkte sind Vorhersehbarkeit und Überproduktion.

Wer feiert wie den ESC?

Die Umfrage, für die Anfang Februar 1.000 Personen repräsentativ befragt wurden, zeigt, dass 32 Prozent zumindest eine der drei Liveshows verfolgen wollen. Das Finale planen 26 Prozent zu sehen, während fünf Prozent der Befragten an öffentlichen Veranstaltungen wie Public Viewings teilnehmen möchten und drei Prozent den Besuch der Stadthalle ins Auge fassen. Die Mehrheit von 90 Prozent plant hingegen ein privates Erlebnis vor dem eigenen Fernseher oder im Kreis von Freunden. 

Die Bewertung der Gastgeberrolle Österreichs fällt differenziert aus: 37 Prozent der Befragten finden es positiv, dass Österreich den ESC ausrichtet, 25 Prozent stehen dem kritisch gegenüber. Trotz Bedenken hinsichtlich der Kosten erwarten 70 Prozent positive Effekte für den Tourismus, 54 Prozent sehen Vorteile für das internationale Ansehen Österreichs. In puncto Alter ist klar: Je jünger die Befragten waren, desto positiver wird der ESC bewertet.

Buntes Spektakel der Community 

Inhaltlich verbinden die Befragten vor allem positive Attribute mit dem Wettbewerb: 34,6 Prozent nennen ihn ein „buntes Spektakel“, 24,8 Prozent „Live-Entertainment“. Auch Vielfalt, Diversität und die Repräsentation der LGBTIQ+-Community (23,5 Prozent), Kostüme und Inszenierungen (23,1 Prozent) sowie Musikvielfalt (21,7 Prozent) werden genannt. Kritische Bewertungen beziehen sich auf Vorhersehbarkeit, politisch beeinflusste Wertungen (25,4 Prozent) und Überproduktion (18,0 Prozent).

Die Auseinandersetzungen um die Teilnahme Israels am Wettbewerb inklusive den jüngsten Boykottaufrufen von Künstlern sind ebenfalls präsent: 60 Prozent der Befragten kennen die Debatte, 28 Prozent begrüßen die Teilnahme, 26 Prozent lehnen sie ab. Eine relative Mehrheit von 46 Prozent zeigt sich neutral. Hinsichtlich Boykottentscheidungen anderer Länder stehen 31 Prozent den Maßnahmen kritisch gegenüber, 29 Prozent unterstützen sie. 

Schmeiss like a Phoenix

In Wien selbst allerdings kennt die ESC-Begeisterung kaum Grenzen, überall finden sich im Stadtbild Hinweise auf das internationale Großevent, die Donaukanalbrücken leuchten in ESC-Farben und sogar auf Mülleimern wird, ähnlich wie in Berlin, mit witzigen Sprüchen dem Contest gehuldigt wie etwa „Schmeiss like a Phoenix“, „Waste & Love“ oder auch „Merci, kehr I“.  Eine verbale Verbeugung vor den drei bisherigen ESC-Gewinnern aus Österreich: Udo Jürgens (1966) mit „Merci Chérie“, Conchita Wurst (2015) mit „Rise Like a Phoenix“ und zuletzt 2025 JJ mit „Wasted Love“ von JJ. Vielleicht sind die Wiener selbst einfach mehr begeisterungsfähig als der Rest des Landes, immerhin ist ja bereits seit langem bekannt: Wiener und Österreicher, das sind zwar ganz unterschiedliche Gattung Mensch.  

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