Direkt zum Inhalt
Einigung beim Selbstbestimmungsgesetz?
ANZEIGE

Selbstbestimmungsgesetz kommt! Neue Änderungen beim Selbstbestimmungsgesetz offenbar angedacht!

ms - 24.03.2023 - 18:59 Uhr
Loading audio player...

Nach Informationen der Süddeutschen Zeitung haben sich das Bundesfamilienministerium und das Justizministerium beim geplanten Selbstbestimmungsgesetz auf einen Gesetzentwurf verständigen können – seit Monaten schien es in einzelnen Aspekten unterschiedliche Richtungen in dieser Frage zu geben.

Geschlechtswechsel via Sprechakt

Wie bereits bekannt, soll der Geschlechtswechsel am Standesamt für Trans-Menschen via einfachen Sprechakt möglich sein, die bisherigen zwei psychologischen Gutachten sollen entfallen. Strittig war die Frage, ob künftig Trans-Frauen in alle Schutzräume von Frauen eingelassen werden müssen oder nicht – Bundesjustizminister Marco Buschmann (FDP) soll hier nach Angaben der Süddeutschen Zeitung über Monate „gebremst“ haben, auch aufgrund von Kritik seitens zahlreicher Frauenverbände, die eine Auflösung jedweder frauenspezifischer Frauenräume befürchteten.

Hausrecht behält Gültigkeit

Nun soll sich neu im Gesetzentwurf ein Passus befinden, der im Streitfall noch einmal klarstellt, dass das Hausrecht Gültigkeit hat – die jeweiligen Betreiber beispielsweise von Saunen dürfen darüber entscheiden, ob eine Trans-Person im Zweifelsfall Zutritt bekommt oder nicht. Bereits vorab war auch eine solche Idee von Frauenverbänden kritisiert worden, weil damit nach wie vor keine klare Regelung existieren würde, sondern die finale Entscheidung inklusive möglicher Streitfälle den Betreibern von frauenspezifischen Räumen zugeschoben werden würde. Bei Schwimmbädern solle künftig bei Bedarf der Bademeister „zunächst“ entscheiden, ob jemand rausfliege oder nicht, so die Süddeutsche Zeitung weiter.

Interpretationsspielraum beim Hausrecht?

Noch immer Uneinigkeit scheint es bei der konkreten Auslegung der Gesetzmäßigkeiten zu geben. Während seitens des Bundesfamilienministeriums um Ministerin Lisa Paus (Grüne) rein äußerliche Kriterien nach dem Allgemeinen Gleichstellungsgesetz nicht ausreichen sollen, um Personen gegebenenfalls abzuweisen, wird das anscheinend von Justizminister Marco Buschmann ein wenig anders interpretiert – er pocht nach SZ-Angaben offensichtlich auf das bereits bestehende Hausrecht als oberste Instanz. Hier wird am Ende spannend sein, wie konkret dieser Passus im neuen Gesetzesentwurf tatsächlich ausformuliert sein wird.

Personenstandswechsel für unter 14-Jährige

Der Personenstandwechsel für Kinder unter 14 Jahren wurde erneut bestätigt, wenn die Eltern oder Sorgeberechtigten dem zustimmen. In den allerersten Entwürfen war davon so noch nicht die Rede, allerdings bereits in den Plänen, die im Juni 2022 vorgestellt worden waren. Bei Kindern ab 14 Jahren solle im Konfliktfall mit den Eltern das Familiengericht darüber befinden, ob eine Geschlechtsanpassung beim Standesamt vollzogen werden kann, falls das Kindeswohl gefährdet ist, so die SZ weiter. Zudem soll es offenbar grundsätzlich eine Bedenkzeit von drei Monaten nach der ersten Antragstellung geben, bevor eine Änderung des Personenstands überhaupt wirksam würde. Eine Bestätigung seitens der beiden beteiligten Ministerien gibt es derzeit nicht, allerdings soll nach letztem Informationsstand noch vor Ostern der Gesetzentwurf offiziell vorgestellt werden. 

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Vater, Sohn und Onkel

Familienbande bei OnlyFans

Ein umstrittenes OnlyFans-Duo aus Vater und Sohn veröffentlichte nun auch Inhalte mit einem Mann, der offenbar der Familienonkel sein soll.
Manu Ríos in Horrorfilm

Sexy Kerl für Kit Connor

Sexy Kerle unter sich: Kit Connor und Manu Ríos spielen in „Rapture“ in einem mittelalterlichen Horrorfilm über Pest und Untote.
Heated Rivalry Autorin Reid

Großspende für Bibliotheken

Heated Rivalry-Autorin Rachel Reid spendete jetzt 300.000 US-Dollar an fünf ländliche Bibliotheken in Nova Scotia, die um ihren Erhalt kämpfen.
Russland zensiert Papst

Autobiografie von Papst Franziskus

Zensur extrem: In der russischen Ausgabe der Autobiografie von Papst Franziskus fehlen Passagen über LGBTIQ+-Menschen und gleichgeschlechtliche Paare.
Besondere Freundschaften

Die beste Freundin schwuler Jungs

Schwule und die beste Freundin: Eine weltweite Studie belegte nun, dass gute Freundschaften auch die psychische und körperliche Gesundheit fördern.
Brutale Attacke in Lyon

Angriff auf Straßenartisten

Ein schwules Künstlertrio wurde bei einer Straßenaufführung in Lyon homophob beschimpft und mit hunderten Feuerwerksmörsern beschossen.
Aufregung um Cheez-It-Werbung

US-Christen fordern Konsequenzen

Sturm im Wasserglas: Eine christliche US-Gruppe kritisiert einen Cheez-It-Werbespot als homosexuell anzüglich und fordert dessen Rückzug.
Razzia im Senegal

Vier schwule Männer in Haft

Im Senegal wurden erneut vier Männer nach einem anonymen Hinweis festgenommen. Ihnen werden unter anderem homosexuelle Handlungen vorgeworfen.
Trans* Frau schwer verletzt

Angriff mit Glasscherben

Eine junge trans* Frau wurde in Montpellier mit Glasscherben schwer verletzt, sie erlitt über 100 Verletzungen. Die Polizei fahndet nach den Tätern.