Michal Sabo hat geheiratet Symbolträchtige Zeremonie in Österreich
Der slowakische Politiker Michal Sabo hat gestern seinen langjährigen Partner im benachbarten Österreich geheiratet. Die Trauung des 43-Jährigen fand in Hainburg statt, nur wenige Kilometer von der slowakischen Hauptstadt Bratislava entfernt. Sabo und sein Ehemann veröffentlichten nach der Zeremonie Fotos der Hochzeit über soziale Netzwerke. Die Bilder wurden in der Slowakei binnen kürzester Zeit breit aufgegriffen und sorgten für eine große mediale Resonanz. Viele Medien berichteten über den Schritt, wobei die Reaktionen bisher überwiegend positiv ausgefallen sind.
Das Wichtigste im Überblick
- Der slowakische Politiker Michal Sabo hat seinen Partner in Österreich geheiratet.
- In der Slowakei ist die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare nicht erlaubt.
- Die Trauung fand im österreichischen Hainburg nahe Bratislava statt.
- Die Veröffentlichung der Hochzeitsfotos löste große mediale Aufmerksamkeit aus.
- Der Schritt gilt als politisches Signal in einem Land unter homophober Führung.
Ja-Wort auf einem Bauernhof
Die Hochzeit fand am 10. Mai auf einem Bauernhof in Hainburg in Österreich statt. Der Politiker, der dem slowakischen Nationalrat angehört, entschied sich damit für eine Eheschließung im Ausland, da in der Slowakei bis heute keine gleichgeschlechtliche Ehe möglich ist. In Österreich ist die Ehe für homosexuelle Paare seit 2019 rechtlich erlaubt. In der Slowakei hingegen werden bislang nur eingetragene Partnerschaften anerkannt, eine vollständige Ehe für gleichgeschlechtliche Paare ist dort bisher nicht vorgesehen. In der Verfassung des Landes wurde erst Ende letzten Jahres unter großem Protest festgelegt, dass die Ehe ausschließlich zwischen Mann und Frau geschlossen werden kann.
Slowakischer Politiker setzt politisches Zeichen
Die Eheschließung gilt in der Slowakei als bemerkenswertes und sehr wichtiges Ereignis und als Hoffnungsschimmer für die zuletzt sehr stark immer wieder angegriffene queere Community. Das Land ist gesellschaftlich noch immer sehr traditionell geprägt, wobei konservative Familienbilder und der Einfluss der katholischen Kirche nach wie vor eine wichtige Rolle spielen. Gleichzeitig verfolgt die Regierung in Bratislava unter dem rechtsnationalen Ministerpräsidenten Robert Fico einen national-konservativen und homophoben Kurs.
Die Europäische Union hat deswegen Ende 2025 ein rechtliches Verfahren gegen die Slowakei eingeleitet und wirft darin der Regierung vor, gegen den Grundsatz zu verstoßen, dass das EU-Recht Vorrang vor nationalem Recht habe. Zudem gerät die Slowakei weiter unter Druck, denn gleichgeschlechtliche Ehen, die im Ausland geschlossen wurden, müssen nach einem wegweisenden Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) von Ende November 2025 in allen EU-Mitgliedsländern anerkannt werden. Sabos Hochzeit bekommt so auch eine große politische Dimension. Der 43-Jährige zählt zu den bekanntesten offen schwulen Politikern des Landes, vor rund einem Jahr hat er sich öffentlich als schwul geoutet. Der frühere Fernsehmoderator ist Mitglied der Partei Progresívne Slovensko und sitzt für diese im Nationalrat. Seine Partei gilt als wichtigste Oppositionskraft im Land.