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HIV in Österreich

HIV in Österreich Wien bleibt Epizentrum der neuen Infektionen mit HIV

ms - 11.05.2026 - 13:30 Uhr
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Österreich meldet für das Jahr 2025 insgesamt 417 neue HIV-Fälle. Das geht aus der aktuellen Analyse der Medizinischen Universität Wien, Zentrum für Virologie, hervor. Im Jahr 2024 wurden in Österreich noch 454 HIV-Infektionen neu diagnostiziert, für 2025 also ein Rückgang um rund acht Prozent binnen eines Jahres. Auf Basis der Daten lässt sich ein differenziertes Bild der Situation in den Bundesländern zeichnen.

Das Wichtigste im Überblick

  • 2025 wurden in Österreich insgesamt 417 HIV-Neudiagnosen registriert, nationaler Durchschnitt 4,5 Fälle pro 100.000 Einwohner
  • Wien verzeichnet mit 184 Diagnosen die höchste absolute Zahl und eine Inzidenz von 9,1 pro 100.000
  • Salzburg, Tirol und Steiermark liegen über oder knapp unter dem Bundesdurchschnitt
  • Ländliche Bundesländer wie Burgenland, Vorarlberg und Niederösterreich zeigen niedrige Zahlen, Dunkelziffern möglich
  • Mehrheit der Betroffenen männlich, mittleres Alter 39 Jahre, 42 Prozent der Fälle durch Sex zwischen Männern

Regionale Unterschiede und Risikoprofile

Die nationale Inzidenz liegt bei 4,5 Fällen pro 100.000 Einwohner. Allerdings gibt es deutliche regionale Unterschiede. Wien führt die Statistik an: Mit 184 Neuinfektionen entfallen knapp 44 Prozent aller Fälle auf die Hauptstadt, die Inzidenz beträgt 9,1 pro 100.000. Neben der hohen Bevölkerungsdichte tragen hier unter anderem ein internationaler Tourismus, eine sichtbare MSM-Community (Männer, die Sex mit Männern haben) sowie eine dichte Testinfrastruktur zu den höheren Zahlen bei.

Salzburg verzeichnet 36 neue Fälle bei rund 573.000 Einwohnern, was eine Inzidenz von 6,3 pro 100.000 ergibt. Besonders auffällig ist, dass bei rund einem Drittel der Diagnosen keine Geschlechtsangabe vorliegt, was auf eine hohe Zahl anonym durchgeführter Tests hindeutet. Tirol (34 Fälle, 4,4/100.000) und Steiermark (50 Fälle, 3,9/100.000) bewegen sich knapp über beziehungsweise unter dem Bundesdurchschnitt. Beide Bundesländer verfügen über Universitätsstädte wie Innsbruck und Graz, in denen eine junge, mobile Bevölkerung auf gut erreichbare Testangebote trifft.

Kärnten (17 Fälle, 3,0/100.000) und Oberösterreich (44 Fälle, 2,9/100.000) liegen im Mittelfeld, während die ländlicher geprägten Bundesländer Niederösterreich (38 Fälle, 2,2/100.000), Vorarlberg (9 Fälle, 2,2/100.000) und Burgenland (5 Fälle, 1,7/100.000) die niedrigsten Werte aufweisen. Experten weisen jedoch darauf hin, dass niedrige Zahlen in ländlichen Regionen auch auf geringere Testhäufigkeit und damit eine mögliche Dunkelziffer zurückzuführen sein können. Insgesamt leben in der Alpenrepublik rund 9.000 Menschen mit HIV. 

Demografische Merkmale 

Von den 417 Neudiagnosen entfielen 73 Prozent auf Männer, das mittlere Alter lag bei 39 Jahren. Die Altersverteilung zeigt: 76 Prozent waren zwischen 20 und 50 Jahre alt, drei Prozent unter 20, 21 Prozent über 50 Jahre. In 49 Fällen erfolgte die Diagnose anonym, und vier schwangere Personen wurden positiv getestet. Laut Daten aus 2024 wurden 42 Prozent der Infektionen durch Sex zwischen Männern übertragen, 33 Prozent durch heterosexuelle Kontakte, der Rest über andere oder unbekannte Wege.

Fachstellen in allen Bundesländern bieten kostenlose und anonyme HIV-Tests an, darunter auch Schnelltests mit sofortigem Ergebnis. Die Präexpositionsprophylaxe (PrEP) wird zunehmend verschrieben und schützt zuverlässig vor einer HIV-Infektion. Safer-Sex-Maßnahmen und die Postexpositionsprophylaxe (PEP) bei möglichem Risikokontakt bleiben wichtige Instrumente im Infektionsschutz.

Die Analyse zeigt, dass HIV in Österreich nicht nur ein Phänomen der Großstädte ist. Wien weist erwartungsgemäß die höchste Belastung auf, während auch Salzburg, Tirol und die Steiermark überdurchschnittliche Inzidenzen aufweisen. Die Daten unterstreichen demnach die Bedeutung regelmäßiger Testungen, Prävention und Aufklärung zur Eindämmung der HIV-Epidemie.

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