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Russland gegen Booking.com Streit um Pride-Hinweis eskaliert

Von ms - 10.09.2026 - 09:30 Uhr
Russland gegen Booking.com
Foto: IMAGO / Jochen Tack
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Ein Gericht in Russland hat Booking.com wegen eines Verstoßes gegen das dort geltende Gesetz gegen sogenannte „LGBTIQ+ Propaganda“ im Rahmen des Anti-Homosexuellen-Gesetzes mit zwei Geldstrafen belegt. Das Bezirksgericht Tagansky verhängte gegen das Unternehmen jeweils drei Millionen Rubel. Zusammengenommen entspricht dies rund 61.000 Euro.

Das Wichtigste im Überblick

  • Ein russisches Gericht hat Booking.com zu zwei Geldstrafen von jeweils drei Millionen Rubel verurteilt, umgerechnet rund 61.000 Euro.
  • Anlass war ein Newsletter an ausländische Partnerhotels, der auf den bevorstehenden Pride Monat und die Unterbringung von LGBTIQ+ Gästen hinwies.
  • Die russische Zensurbehörde Roskomnadzor beanstandete den Inhalt als Verstoß gegen das geltende Anti-Homosexuellen-Gesetz als „LGBTIQ+ Propaganda“.
  • Booking.com erklärte, der Aufforderung zur Löschung umgehend nachgekommen zu sein. 
  • Auch andere internationale Unternehmen wie Apple, YouTube und Duolingo wurden in Russland bereits wegen angeblicher Verstöße gegen das Anti-Homosexuellen-Gesetz mit Geldstrafen belegt.

Newsletter mit LGBTIQ+

Im Mittelpunkt des Verfahrens steht ein Newsletter, den Booking.com an ausländische Partnerhotels verschickt hatte. Darin wurde auf den bevorstehenden Pride Monat hingewiesen. Zugleich ging es um die Unterbringung von LGBTIQ+ Gästen während dieses Zeitraums. Die russische Zensurbehörde Roskomnadzor wurde nach Angaben des Unternehmens im März 2026 auf den Newsletter aufmerksam. Die Behörde forderte Booking.com daraufhin auf, den beanstandeten Inhalt unverzüglich zu entfernen. Zur Begründung verwies sie auf einen Verstoß gegen das in Russland geltende Anti-Homosexuellen-Gesetz im Kampf gegen „LGBTIQ+ Propaganda“.

Nach Angaben von Booking.com kam das Unternehmen der Aufforderung unmittelbar nach. Der beanstandete Inhalt sei bereits am 11. März entfernt worden. Trotzdem kam es nun zu dem Verfahren vor dem Bezirksgericht Tagansky. Das Gericht verhängte zwei separate Geldstrafen in Höhe von jeweils drei Millionen Rubel, umgerechnet insgesamt rund 61.000 Euro. Als Begründung wurde angegeben, dass die betreffenden Inhalte nicht rechtzeitig entfernt worden seien. Booking.com setzt sich gegen die Entscheidung nun zur Wehr.

Teil einer größeren Kampagne

Der Fall ist kein Einzelfall. Russland geht seit längerem gegen Unternehmen und Organisationen vor, denen Verstöße gegen das Anti-Homosexuellen-Gesetz vorgeworfen werden. Von entsprechenden Maßnahmen betroffen waren unter anderem Apple, YouTube und Duolingo. Auch gegen zahlreiche weitere Unternehmen wurden Verfahren eingeleitet oder Geldstrafen verhängt. Selbst ein Medienunternehmen wurde mit einer Strafe belegt. Hintergrund war eine Berichterstattung über die Serie „Heated Rivalry“. Damit reiht sich das Vorgehen gegen Booking.com in eine größere Zahl von Verfahren ein, mit denen russische Behörden gegen Inhalte vorgehen, die sie als Verstoß gegen die gesetzlichen Vorgaben einstufen.

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