Schwule beim Weltuntergang „Scorch Marks“ oder: Wenn der Ex als Geist zurückkehrt
Chris Salvatore („Eating Out“) tauscht romantischen Charme und Instagram-Auftritte gegen eine deutlich düsterere Rolle: Im neuen apokalyptischen Horrorfilm „Scorch Marks“ spielt er Joel, einen toxischen Ex-Freund – und zugleich einen Geist. Der ungewöhnliche Film könnte zum neuen Highlight der Community werden.
Das Wichtigste im Überblick
- Chris Salvatore spielt im apokalyptischen Horrorfilm „Scorch Marks“ einen toxischen Ex-Freund und Geist.
- Im Mittelpunkt steht Beckett, der nach einer Katastrophe in einer zerstörten Welt erwacht.
- Sein misshandelnder Ex-Freund Joel verfolgt ihn als Geist.
- Regisseur Brendan Haley versteht die Apokalypse als Metapher für heteronormative Traumata in schwulen Beziehungen.
- „Scorch Marks“ erscheint am 1. Oktober beim Streamingdienst Dekkoo über Amazon Prime auch in Deutschland.
Weltuntergang als Metapher
Der Film stammt von Drehbuchautor und Regisseur Brendan Haley. Im Mittelpunkt steht Beckett, gespielt von Brandon Shypkowski. Er erwacht nach einer unruhigen Nacht und findet sich in einer zerstörten, postapokalyptischen Welt wieder. Dort muss er nicht nur ums Überleben kämpfen, sondern auch mit der geisterhaften Präsenz seines misshandelnden Ex-Freundes Joel leben. Zusätzlich zu dieser belastenden Situation droht eine weitere Gefahr: Die urzeitliche Göttin und das Chaosmonster Tiamat, gespielt vom „Dragula“-Star Vander Von Odd, nähert sich und steuert auf einen kosmischen Showdown zu.
Für Haley ist das apokalyptische Szenario mehr als nur die Kulisse eines Horrorfilms. Die Bedrohung durch Tiamat und das Chaos dienen ihm als Metapher für heteronormative Traumata, die homosexuelle Beziehungen prägen können. „Ich war besonders angetan von der Auseinandersetzung mit toxischen schwulen Beziehungen und damit, wie bestimmte Dynamiken in ihnen aus destruktiven heteronormativen Vorstellungen entstehen können. Diese haben das Potenzial, aus der Zeit, bevor wir als unser wahres Ich ‚out‘ sind, in unser späteres Leben überzuschwappen“, erklärt Haley.
Schwule beim Weltuntergang
Er stellt dabei auch eine grundsätzliche Frage: „Was passiert also, wenn ein schwules Paar scheitert und einander so sehr verrät und verletzt, weil es nichts anderes kennt – und was, wenn das Ganze während des buchstäblichen Weltuntergangs passiert? Wie überstehen wir den Sturm und wie setzen wir danach die Bruchstücke wieder zusammen?“ Nach Angaben des Filmemachers steht damit nicht allein der Horror im Vordergrund. „Scorch Marks“ verbindet die Überlebensgeschichte mit der Auseinandersetzung mit toxischen Beziehungsdynamiken und den Folgen heteronormativer Vorstellungen.
Brian Sokel, Präsident von Dekkoo, erklärt: „Wir sind immer auf der Suche nach Filmen, die unserem Publikum etwas Neues und Anderes bieten. Scorch Marks verbindet psychologischen Horror mit einer schwulen Perspektive auf eine Weise, wie wir sie bisher noch nicht gesehen haben, und wir freuen uns, den Film diesen Oktober als Premiere zu zeigen.“ Neben Salvatore und Shypkowski gehören Peter Stickles, Tiffany Shepis und Vander Von Odd zur Besetzung. Salvatore spielt Joel, Shypkowski übernimmt die Rolle von Beckett, Von Odd verkörpert Tiamat. Auch musikalisch setzt der Film auf bekannte Namen. Der Soundtrack enthält Musik von Thomas Dekker und Sean Doherty. Doherty schrieb für den Film eigens den Song „Deus Ex Machina“. Der Film „Scorch Marks“ soll am 1. Oktober auf dem Streamingdienst Dekkoo und über Amazon Prime erscheinen.