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Russland sperrt YouTube Weitere Isolation der LGBTIQ+-Community

Von ms - 13.02.2026 - 08:30 Uhr
Russland sperrt YouTube
Foto: IMAGO / SOPA Images
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Die Videoplattform YouTube ist in Russland derzeit nicht mehr regulär erreichbar. Die Medienaufsichtsbehörde Roskomnadsor hat die Domain „youtube.com“ aus ihren DNS-Servern entfernt. Dadurch können Router die Internetadresse nicht mehr einer IP-Adresse zuordnen – Nutzer erhalten stattdessen eine Fehlermeldung. Auch die Domain des Messengers WhatsApp ist nicht länger in den entsprechenden Serververzeichnissen gelistet. Für Homosexuelle und queere Menschen im Land bedeutet das eine weitere Isolation mit Blick auf die letzten Kommunikationskanäle der Community.

Digitale Dienste verstummen schrittweise

Die Maßnahmen fallen zeitlich mit einer verschärften Gangart gegen den Messenger Telegram zusammen. Fachleute sehen darin ein verstärktes Vorgehen gegen Dienste, die sich staatlicher Kontrolle entziehen. Laut dem Experten für Internetzensur Michael Klimarev gegenüber der Deutschen Welle (DW) hat Russland ein nationales Domain-System eingeführt, ein alternatives Internetverzeichnet, das russische Telekommunikationsanbieter nutzen müssen. Ziel ist einmal mehr die weitreichende Kontrolle über Informationen und Medien, zuvor waren bereits Domains von zahlreichen Nachrichtenkanälen wie der BBC sowie auch Plattformen wie Facebook oder Instagram entfernt worden. 

Wer kann, versucht die jüngsten Sperren zu umgehen, laut DW-Recherche gehen 46 Prozent der Russen inzwischen mithilfe von VPN online – das Virtual Private Network ist ein Dienst, der Internetverbindungen verschlüsselt und die IP-Adresse maskiert, um Online-Aktivitäten, Identität und Standort zu schützen. Nicht immer funktioniert das Vorhaben allerdings einwandfrei, 24 Prozent der russischen Nutzer berichteten trotzdem von Störungen durch die russische Zensurbehörde. Roskomnadsor setzt überdies die sogenannte DPI-Technologie ein, um Videos online so zu verlangsamen, dass sie kaum mehr abspielbar sind. 

Gefährliche Abschottung für Community 

Die aktuellen Sperren werden einmal mehr mit angeblichen „Verstößen gegen russisches Recht“ sowie einer potenziellen „Gefährdung der Sicherheit der Bürger“ begründet. Gerne wird dazu auch das verschärfte Anti-Homosexuellen-Gesetz herangezogen und vor „LGBT-Propaganda“ im Internet gewarnt, die eine Gefahr für Kinder und Jugendliche darstellen würde. Für die Community selbst bedeutet die zunehmende Abschottung einerseits erneute Schwierigkeiten und Gefahren für die lebenswichtige Kommunikation untereinander und andererseits auch eine weitere Isolation gegenüber der Welt – immer weniger der Gräueltaten gegen Homosexuelle und queere Menschen gelangen dann überhaupt noch an die Öffentlichkeit. 

Hilfe von außerhalb wird überdies immer schwieriger. Zudem sind die Befürchtungen groß, dass Russland die Macht der digitalen Medien darüber hinaus ausnutzt, um die Hetze und den Hass gegenüber LGBTIQ+-Menschen weiter zu befeuern. Internet-Experte Klimarev erklärte abschließend: „Irgendwann wird es in der russischen Föderation ein völlig anderes Internet geben, das sich vom weltweiten unterscheidet. Und man wird ihm nicht trauen können.“

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