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Heteroflexibel im Bett
Foto: iStock / Art-Of-Photo
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Heteroflexibel im Bett Lockere Freizügigkeit beim Sex war 2025 sehr gefragt

ms - 08.01.2026 - 15:00 Uhr
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Laut einer neuen Analyse im Auftrag der Dating-App Feeld war „heteroflexibel“ die am schnellsten wachsende sexuelle Orientierung des Jahres 2025. Die App veröffentlichte jetzt die neusten User-Daten, die zeigen, dass dieser Trend um beeindruckende 193 Prozent innerhalb eines Jahres zugenommen hat. Die Entwicklung deckt sich mit weiteren Umfragen zu diesem Thema. 

Großes Interesse bei Middle-Ager 

Besonders auffällig ist, dass vor allem Millennials einen großen Teil der heteroflexiblen Mitglieder ausmachen: Fast zwei Drittel (65 Prozent) der Nutzer dieser Orientierung gehören dieser Generation an, die heute zumeist im Alter zwischen 30 und 45 Jahren alt ist. An zweiter Stelle im Ranking in puncto Heteroflexibilität steht die ältere Generation X (Menschen zwischen 46 und 61 Jahren) mit rund 18 Prozent. 

Abgeschlagen hingegen die Generation Z, also junge Menschen bis etwa 29 Jahre. Gerade einmal rund 15,5 Prozent von ihnen finden heteroflexibles Verhalten beim Sex interessant. Zudem stellte sich heraus: Laut der Studie gehört der Wechsel zwischen einer heteroflexiblen und einer heterosexuellen Orientierung zu den häufigsten Veränderungen der sexuellen Identität.

Bisexualität und Heteroflexibilität 

Der Begriff „heteroflexibel“ beschreibt offiziell inzwischen eine sexuelle Orientierung, bei der jemand überwiegend heterosexuell ist, aber auch Anziehung zu gleichgeschlechtlichen Personen empfinden kann oder für gleichgeschlechtliche Erfahrungen offen ist, im Kern geht es dabei um sexuelle Fluidität. Heteroflexibilität wird oft als eine Unterkategorie der Bisexualität betrachtet, ist aber nicht deckungsgleich.

Der Unterschied zwischen Bisexualität und Heteroflexibilität liegt vor allem im Selbstverständnis: Bisexualität bezeichnet eine sexuelle Orientierung, bei der sich Menschen zu mehr als einem Geschlecht hingezogen fühlen. Diese Anziehung kann unterschiedlich stark ausgeprägt sein, muss nicht gleich verteilt sein und kann sich im Laufe des Lebens verändern. Für viele ist Bisexualität eine feste Identität. Heteroflexibilität beschreibt dagegen meist Menschen, die sich überwiegend heterosexuell verstehen, aber offen für gleichgeschlechtliche Anziehung oder Erfahrungen sind. Der Begriff betont eher eine lockere, sexuelle Offenheit als eine klare Zugehörigkeit.

Entwicklung mit Problemfeldern 

Dr. Luke Brunning, Dozent für Angewandte Ethik an der Universität von Leeds, erklärte zu den Studienergebnissen, dass „heteroflexibel“ für manche Menschen genau beschreibe, wie sie Anziehung empfinden oder handeln. Für andere könnte es vielmehr eine Selbstverpflichtung sein, die eigene Sexualität weiter zu erforschen und möglicherweise in Zukunft neue Erfahrungen zu machen.

Allerdings, so Brunning weiter, könnte diese Flexibilität auch „negativ“ wahrgenommen werden, insbesondere bei Männern. Sie könnten Schwierigkeiten haben, sich mit ihrer bisexuellen Orientierung auseinanderzusetzen, oder es könnte eine „deutliche Auslöschung der Bisexualität“ geben. In solchen Fällen könnten die Betroffenen Schwierigkeiten haben zu akzeptieren, dass sie sich auch zu gleichgeschlechtlichen Personen hingezogen fühlen.

Für Mitglieder der queeren Community könnte heteroflexibel ebenfalls skeptisch betrachtet werden. Einige könnten dies als Zeichen für eine Zurückhaltung interpretieren, sich zu ihrer „wirklichen“ Bisexualität zu bekennen, oder als Beweis für eine internalisierte Homophobie.

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